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© bernardo varela dreamstime.com Elektronikproduktion | 19 Februar 2014

Über 2 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2014

In ihrem neuesten Konjunkturszenario prognostizieren die Experten von Roland Berger Strategy Consultants der deutschen Wirtschaft f√ľr 2014 eine Trendwende und ein Wachstum von mindestens 2 Prozent.
Damit steigert Deutschland sein Bruttoinlandsprodukt doppelt so stark wie die Eurozone und kann wieder an sein Potenzialwachstum anschließen, das die Autoren bereits in ihrer letzten Konjunkturanalyse mit 2% veranschlagt hatten.

Ihren Optimismus st√ľtzen die Autoren des Konjunkturszenarios vor allem auf vier Argumente: Erstens nehme die deutsche Wirtschaft viel Schwung aus dem vergangenen Jahr mit. Nach dem entt√§uschenden Start in 2013 seien die Exporte und Konsumausgaben wieder deutlich angestiegen und auch der Trend bei Auftragseing√§ngen, Industrieproduktion und der Einkommensentwicklung gehe weiter nach oben. Zweitens sei es der deutschen Wirtschaft in den Jahren nach 2008 als Reaktion auf das anhaltend schwache Wachstum in Europa gelungen, die Exporte ins au√üereurop√§ische Ausland √ľberproportional zu steigern.

"Ziehen die Wachstumsraten in diesen Ländern jetzt wieder an, wird sich die tiefe lokale Verankerung, die viele deutsche Unternehmen international erreicht haben, auszahlen", heißt es in dem Konjunkturszenario.

Als dritten Grund f√ľr Deutschlands St√§rke nennt Autor und Berger-CEO Prof. Dr. Burkhard Schwenker das besondere Gesch√§ftsmodell der deutschen Wirtschaft: "Wir haben einen einzigartigen Mix aus gro√üen Konzernen und leistungsf√§higen mittelst√§ndischen Unternehmen, die global ausgerichtet sind und Industrie und hochwertige Dienstleistungen optimal kombinieren." Dieses stark exportorientierte Gesch√§ftsmodell werde viertens zunehmend durch Binnenimpulse erg√§nzt, was die innere St√§rke der deutschen Wirtschaft zus√§tzlich st√ľtze.

Insgesamt stehen die Zeichen auf Aufschwung

Neben diesen vier Gr√ľnden erwarten die Autoren positive Signale bei wichtigen Einflussgr√∂√üen wie Inflation, Eurokurs, √Ėlpreis und andere Rohstoffe sowie die Politik der Notenbanken und den Welthandel.

"All dies zusammengenommen - die innere St√§rke unserer Wirtschaft, die weitere Aktivierung unseres Binnenmarktes, positive Impulse aus den Exportm√§rkten und insgesamt gute Rahmenbedingungen - f√ľhrt aus unserer Sicht dazu, dass die deutsche Wirtschaft 2014 ein kr√§ftiges Wachstum von mindestens 2% erreichen kann", sagt Schwenker und wagt einen Blick zur√ľck: "In den vergangenen f√ľnf Jahren haben etwa drei Viertel aller Prognosen das deutsche Wachstumspotenzial systematisch untersch√§tzt. Wir glauben, dass dies auch daran liegt, dass die √∂konometrischen Modelle der Wirtschaftsforschungsinstitute die fundamentalen St√§rken Deutschlands nur unzureichend ber√ľcksichtigen und damit systematisch zu pessimistisch prognostizieren."

Der langfristige Erfolg der deutschen Wirtschaft, ist Schwenker √ľberzeugt, gr√ľndet sich auf vier fundamentale St√§rken: "Erstens unsere industrielle Kompetenz, weil ein guter Mix aus gro√üen Konzernen und mittelst√§ndischen Unternehmen, die mit einem intelligenten Querschnitt aus Maschinenbau, Anlagenbau, Elektrotechnik und hochwertigen technischen Dienstleistungen weltweit erfolgreich sind, nachhaltiges Wachstum schafft. Zweitens unsere Systemkopf-Kompetenz, weil die intelligente Differenzierung und die Ansiedlung wettbewerbsf√§higer Funktionen wie F&E, Fertigungssteuerung, Marketing, Branding und hochwertige Produktion in der Heimat unternehmerischen Erfolg bringen und hochwertige Arbeitspl√§tze sichern."

"Drittens unsere Expertise im Umgang mit Knappheit, weil die Megatrends Demografie, Klimawandel und Ressourcenknappheit dieses Wissen notwendig und global vermarktbar machen und somit neue Wachstumschancen er√∂ffnen. Und schlie√ülich viertens unsere intelligenten K√∂pfe, weil gut ausgebildete Arbeitnehmer auf der einen und exzellente Manager auf der anderen Seite - die 'europ√§isch' f√ľhren und dabei immer h√§ufiger auch in Szenarien denken - Wachstum, Wettbewerbsf√§higkeit und nachhaltigen unternehmerischen Erfolg schaffen."

√úber die Risiken in 2014

Die Berger-Experten untersuchen in ihrer Studie insgesamt 18 Risikofaktoren, die das deutsche Wachstumstempo im kommenden Jahr unter die 2%-Marke dr√ľcken k√∂nnten. Bremsen w√ľrde vor allem, wenn Deutschlands Exportm√§rkte weniger stark wachsen als prognostiziert. "Ein Prozentpunkt weniger Wachstum in der EU, in China oder in den USA h√§tte Wachstumseinbu√üen von jeweils 0,2 Prozentpunkten zur Folge. Den gleichen Effekt w√ľrden wir sehen, wenn Russland, Brasilien, Indien oder Japan um zwei Prozentpunkte unter dem prognostizierten Wachstum blieben."

Risiken sehen die Autoren au√üerdem bei dem politischen Projekt der Energiewende, die nicht nur kurzfristig enorme Investitionen und politische R√ľckendeckung daf√ľr erfordert, sondern auch stark steigende Energiepreise mit sich bringt, wenn sie misslingt. Zu den aktuell sehr g√ľnstigen Rahmenbedingungen geh√∂rt neben der Stabilit√§t bei Rohstoffen und W√§hrungen vor allem auch das billige Geld als Folge der expansiven Geldpolitik der Zentralbanken.

Schwenker: "Wir k√∂nnen nicht ausschlie√üen, dass Geld in 2014 wieder sp√ľrbar teurer wird und wissen nicht, ob die M√§rkte auch noch so behutsame geldpolitische Richtungs√§nderungen akzeptieren werden. Die Fed, EZB und die anderen Zentralbanken haben eine schwierige Aufgabe vor sich." Weniger Sorgen bereiten den Berger-Experten dagegen die j√ľngsten Kursverluste an den internationalen Aktienm√§rkten: "Volatilit√§ten wie die der vergangenen Tage beruhen eher auf technischen Reaktionen der Finanzm√§rkte und haben wenig Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Zudem haben wir sie in unserem Szenario ber√ľcksichtigt. Wir erwarten, dass die wichtigsten B√∂rsenindizes im Jahresverlauf 2014 weiter zulegen werden."

Der neue Roland Berger-Unsicherheitsindikator

Die Experten der Roland Berger School of Strategy and Economics haben einen neuen Indikator entwickelt, der monatlich den Grad der Unsicherheit √ľber die weitere konjunkturelle Entwicklung misst.

Der Roland Berger Uncertainty Indicator soll Entscheidern in der Wirtschaft Hilfestellung geben. Denn sie m√ľssen planen - und das ist umso schwieriger, je gr√∂√üer die Unsicherheit bez√ľglich der k√ľnftigen konjunkturellen Entwicklung ist. Der Indikator hilft dabei, Prognosen zu bewerten. Je geringer die Unsicherheit, desto h√∂her ist die prognostische Validit√§t. Au√üerdem nutzen die Berger-Experten die Analyse der Unsicherheitsfaktoren bei der Erstellung ihrer eigenen Konjunkturszenarien. Der Roland Berger Uncertainty Indicator besteht aus vier Teilindices, die sich wiederum aus einer Reihe unterschiedlicher Indikatoren zusammensetzen.

Analysiert werden unter anderem der Spread und die Volatilit√§t aktueller Konjunkturvorhersagen. Au√üerdem misst der Index, ob sich klassische Stimmungsindikatoren (ifo-Gesch√§ftsklima, ZEW-Konjunkturerwartungen, Gfk-Konsumklima, DAX) und realwirtschaftliche Indikatoren (Exporte, saisonbereinigte Erwerbst√§tigenzahl, saisonbereinigte Produktion des verarbeitenden Gewerbes, Kreditvergabe) gleichgerichtet entwickeln oder wie gro√ü die Unsicherheit √ľber ihre weitere Entwicklungsrichtung ist. Aktuell messen die Roland Berger-Experten auf ihrer Skala von 0 bis 8 einen Indexwert von 2,0, was eine eher geringe Unsicherheit √ľber die weitere Entwicklung der deutschen Konjunktur ausdr√ľckt.
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-2