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© andrei katyshev dreamstime.com Elektronikproduktion | 20 Dezember 2013

Elektroindustrie rechnet 2014 mit moderatem Wachstum

Die deutsche Elektroindustrie ist zuversichtlich, 2014 wieder moderat wachsen zu können.
„Wir glauben, dass die preisbereinigte Produktion unserer Branche 2014 wieder um zwei Prozent zulegt“, sagte der Vorsitzende der ZVEI-GeschĂ€ftsfĂŒhrung Dr. Klaus Mittelbach. „Der Umsatz sollte entsprechend auf knapp 170 Mrd. Euro steigen.“ Es gebe freilich eine Reihe von Unsicherheiten. Vor allem in Europa dĂŒrfe es keine neuerlichen RĂŒckschlĂ€ge bei der BewĂ€ltigung der Euro-Schuldenkrise geben, sondern es brauche ein reformiertes institutionelles Rahmenwerk, das den Euroraum und die EU dauerhaft wetterfest macht. In Deutschland sollten die Errungenschaften der Agenda 2010 nicht rĂŒckgĂ€ngig gemacht und die Energiewende mĂŒsse so organisiert werden, dass das Investitions- und Produktionsklima nicht durch Unsicherheit beeintrĂ€chtigt wird. Es gebe solide Zeichen fĂŒr den Aufschwung, sagte Dr. Mittelbach. Die AuftragseingĂ€nge der Elektrobranche seien zwischen Januar und Oktober 2013 um zwei Prozent gegenĂŒber Vorjahr gestiegen, im Oktober habe es ein Bestellplus von sechs Prozent gegeben. Wesentliche Stimmungsindikatoren befĂ€nden sich deutlich im positiven Bereich. Der jĂŒngsten Konjunkturumfrage des ZVEI zufolge erwarteten 70 Prozent der Branchenunternehmen im nĂ€chsten Jahr ein Erlöswachstum zwischen zwei und vier Prozent. Außerordentlich erfreulich sei die Entwicklung der BeschĂ€ftigung. Die Zahl der inlĂ€ndischen Mitarbeiter der Elektroindustrie betrage derzeit 842.000. „Das sind 15.000 mehr als Ende 2008“, so Dr. Mittelbach. „Seit April 2010 haben die Elektrounternehmen mehr als 40.000 neue Jobs geschaffen.“ ZĂ€hle man die 665.000 AuslandsbeschĂ€ftigten zu den inlĂ€ndischen Mitarbeitern hinzu, so habe die deutsche Elektrobranche weltweit inzwischen mehr als 1,5 Millionen BeschĂ€ftigte. Die Globalisierung schreitet voran, was sich neben der Ausweitung des weltweiten Handels immer mehr in grenzĂŒberschreitenden Direktinvestitionen und Unternehmensbeteiligungen ausdrĂŒckt. Demografischer Wandel, KlimaverĂ€nderungen, Umweltprobleme oder die Verknappung natĂŒrlicher Ressourcen mĂŒssen bewĂ€ltigt werden. FĂŒr die innovativen, auf Vernetzung setzenden Technologien, Produkte und Systemlösungen der Elektroindustrie böten sich hier entsprechend Marktchancen. In Deutschland bringe die Energiewende enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen. Technologisch sei die Energiewende zu bewĂ€ltigen. Es bedĂŒrfe des politischen Gestaltungswillens, um sie zu einem Erfolg in und aus Deutschland zu machen. Tragende SĂ€ule mĂŒsse die Energieeffizienz sein. Von herausragender Bedeutung fĂŒr die deutsche Elektroindustrie sei zudem das Projekt Industrie 4.0. Im Zuge der vierten industriellen Revolution wĂŒrden die GeschĂ€ftsmodelle des Verarbeitenden Gewerbes einen grundlegenden Wandel erleben. „Auch wenn die kĂŒnftige Gestalt der Produktionslandschaft heute kaum absehbar ist – mit ihrer InnovationsstĂ€rke will die deutsche Elektroindustrie weiterhin Vorreiter sein“, sagte Dr. Mittelbach. Die Politik mĂŒsse diese Prozesse mit einer steuerlichen Forschungsförderung, weniger BĂŒrokratie, FlexibilitĂ€t am Arbeitsmarkt und Augenmaß bei den Sozialabgaben begleiten und so die WettbewerbsfĂ€higkeit sichern helfen. „Es ist zu hoffen, dass die Koalition hier im Regierungshandeln den nötigen Pragmatismus zeigt“, sagte Dr. Mittelbach.
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