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© jultud dreamstime.com Analysen | 03 September 2013

50 Jahre Compact Cassette – Premiere auf der IFA 1963

Auf der IFA 1963 erlebte ein kompakter Tonträger seine Premiere: die Compact Cassette (CC). Kaum ein Besucher der Messe dürfte damals geahnt haben, dass es sich dabei um eine Revolution für den Audiobereich handelt und damit der Tonträger für die nächsten Jahrzehnte und sogar ein Datenträger in den Markt kommt.
Die Compact Cassette misst 10,16 cm in der Breite, ist 6,35 cm hoch und 1,27 cm dick. Sie ermöglichte erstmals das heute selbstverständliche, unkomplizierte Aufnehmen und Abspielen von Musik und Sprache. Auf einem schmalen Magnetband mit nur 3,81 mm Breite und zwischen neun und 16 Mikrometer Dicke finden je Laufrichtung zwei Stereo-Tonspuren Platz, denn die CC lässt sich um 180 Grad drehen und beidseitig be- und abspielen. Unterschiedliche Laufzeiten von zweimal 30 bis zweimal 60 Minuten wurden angeboten, seltener zweimal 90 oder 120 Minuten.

Im Jahr 1965 begann die industrielle Fertigung der Compact Cassetten. 1968 wurde der erste Radiorecorder vorgestellt, eine Kombination aus Radio und Cassetten-Recorder. Die Klangqualität der CC wurde im Laufe der Zeit ständig verbessert. Neben den Eisenoxid-Bändern kamen beispielsweise Chromdioxid-Cassetten mit besseren Eigenschaften in die Läden und Rauschunterdrückungsverfahren wurden entwickelt.

1979 folgte die nächste Revolution auf Basis der Compact Cassette: Der erste mobile Cassetten-Spieler, der kaum größer war als die Cassette selbst, eroberte den Markt und sorgte für einen wahren Boom auch bei den Verkäufen von Cassetten. Spitzenwerte von knapp 75 Millionen bespielten Cassetten und mehr als 150 Millionen leeren Tonträgern wurden Anfang der 1990er Jahre erreicht. Zu Beginn des Computerzeitalters wurden die Compact Cassetten auch als Datenträger genutzt, der Cassetten-Recorder wurde zum einfachen PC-Laufwerk.

Eine äußerst beliebte Freizeitbeschäftigung war das Mitschneiden der Lieblingstitel aus dem Radioprogramm. Ärgerlich, wenn zum wiederholten Mal entweder der Anfang verpasst wurde, oder der Radiomoderator den Titel nicht bis zum Ende spielte. Die selbst zusammengestellten Mix-Tapes wurden getauscht, kopiert, verschenkt und millionenfach abgespielt.

Heute bieten zahlreiche Online-Dienste das Vielfache der damals möglichen Musikauswahl – mit einer besseren Qualität und punktgenau abspielbar. Digitale MP3-Player haben eine vielfach größere Speichermöglichkeit für Musikstücke als die Compact Cassette. Neben den klassischen MP3-Playern geben zum Beispiel Videoplayer, Navigationsgeräte, Autoradios und Mobiltelefone ebenfalls MP3-Dateien wieder.

Die digitale Technik hat die analoge Compact Cassette am Markt längst in die Nische gedrängt. Dennoch werden in diesem Jahr noch mehr als 500.000 Leercassetten verkauft. Der Dinosaurier Compact Cassette ist noch nicht ganz ausgestorben. In vielen Haushalten hat die Musik-Cassette noch ihre Fans, nicht nur im Kinderzimmer mit Hörspiel-Cassetten.
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-1