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© krzysztof gorski dreamstime.com Elektronikproduktion | 20 Juni 2013

EADS und Siemens vereinbaren langfristige Forschungspartnerschaft

EADS und Siemens gehen eine langfristige Forschungspartnerschaft zur Einf√ľhrung neuer Elektroantriebssysteme ein, mit denen Fluggesellschaften Treibstoffkosten sparen und ihre √Ėkoeffizienz steigern k√∂nnten.
Tom Enders, Chief Executive Officer (CEO) von EADS, Peter L√∂scher, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, und Christian Dries, Inhaber von Diamond Aircraft, unterzeichneten in Le Bourget eine Absichtserkl√§rung, die den Kurs f√ľr ihre k√ľnftige Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Elektroflugzeugen vorgibt.

"Heute elektrifizieren wir die Luftfahrt und begeben uns auf die Reise zu den Antrieben der Zukunft. Elektroflugzeuge sind ein zentrales Element unserer Forschung f√ľr die Zukunft der Luftfahrt", sagte EADS-CEO Tom Enders. "Erst in den n√§chsten Jahrzehnten werden wir erfahren, wohin der Weg uns f√ľhrt, welche Gestalt und Form der Elektroantrieb annehmen wird. Aber wir wissen, dass wir bei der Erprobung von Alternativen zu fossilen Treibstoffen keine Zeit verlieren d√ľrfen. Eines ist klar: Die Luftfahrt wird mit immer weniger Treibstoff bei immer geringeren Schadstoff- und L√§rmemissionen fliegen m√ľssen. Die gemeinsame Arbeit an k√ľnftigen Antriebssystemen ist der beste Beitrag, den unsere Branche zu einem "gr√ľneren' Luftverkehr leisten kann."

Nach Angaben der International Air Transport Association (IATA) werden die Treibstoffkosten in diesem Jahr ein Drittel der Betriebsausgaben der Fluggesellschaften ausmachen. Nach Angaben des Zwischenstaatlichen Ausschusses f√ľr Klima√§nderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change ‚Äď IPCC) ist der Luftverkehr aktuell f√ľr zwei Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen verantwortlich, wobei sich dieser Anteil bis 2050 voraussichtlich auf drei Prozent erh√∂hen wird.

"Wir stecken in einer Zwickm√ľhle: immer mehr Menschen fliegen, die Passagierzahlen steigen. Gleichzeitig steigt der Kerosinpreis und wir m√ľssen strengere Umweltauflagen erf√ľllen. Einen Ausweg bietet nur unser Erfindungsreichtum. Deswegen ist es so wichtig, dass EADS und Siemens jetzt diese Forschungspartnerschaft ins Leben rufen", sagte Peter L√∂scher, Vorstandschef von Siemens. "In diesem Hybridflugzeug stecken bereits viele Ideen f√ľr den Verkehr von morgen, ob zu Wasser, zu Lande oder in der Luft."

Ziel der Forschungspartnerschaft ist letztendlich die Einf√ľhrung von hybriden Antriebssystemen sowohl f√ľr Hubschrauber also auch f√ľr Gro√üflugzeuge, wobei die Musterzulassung f√ľr Luftfahrzeuge mit reinem Elektroantrieb und mit Hybridantrieb in der Kategorie Allgemeine Luftfahrt in den n√§chsten drei bis f√ľnf Jahre erreicht werden soll. Bereits heute erzielt Siemens mit Industriesoftware, die den Flugzeugbauern eine schnellere und effizientere Entwicklung ihrer Produkte erm√∂glicht, aber auch mit modernsten Fertigungstechnologien und Infrastrukturl√∂sungen f√ľr Flugh√§fen Ums√§tze im hohen dreistelligen Millionenbereich.

Siemens hat f√ľr die zweite Generation der DA36 E-Star 2 einen integrierten Antriebsstrang entwickelt. Dieser besteht aus zwei Hauptkomponenten: dem Elektroantrieb und einem Generator, der von einem kleinen Wankelmotor angetrieben wird. Der Hybrid-Motorsegler absolvierte am 1. Juni 2013 auf dem Flugplatz Wiener Neustadt in √Ėsterreich erfolgreich einen einst√ľndigen Erstflug.

"Der serielle Elektroantrieb erlaubt uns, Flugzeuge zu konstruieren, die völlig andere Eigenschaften haben als heutige Maschinen. Senkrechtstarts und hohe Reisegeschwindigkeiten können viel effizienter erreicht werden. Die DA36 E-Star 2 war der nächste Schritt zur Erprobung dieser Technologie, und angesichts der positiven Ergebnisse kann die Entwicklung weitergehen", sagte Christian Dries, Inhaber von Diamond Aircraft, in Le Bourget.

Die neue Antriebstechnologie ermöglicht eine drastische Reduzierung der Lärmemissionen beim Start; Treibstoffverbrauch und Gesamtemissionen werden um rund 25 Prozent unter denen der effizientesten heutigen Antriebstechnologien liegen. Diese erste von den drei Unternehmen unterzeichnete Absichtserklärung ist eine Bestätigung der seit 2011 laufenden Zusammenarbeit bei diesem Projekt.
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-1