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© studio 37 dreamstime.com Elektronikproduktion | 03 Juni 2013

Centrotherm Photovoltaics AG vollständig saniert

Das Amtsgericht Ulm hat den Insolvenzplan der centrotherm photovoltaics AG in der Fassung vom 29. Januar 2013 bestÀtigt und das seit Oktober 2012 laufende Insolvenzverfahren mit Ablauf des 31. Mai aufgehoben.

"centrotherm ist nun wieder ein vollstĂ€ndig eigenstĂ€ndiges, saniertes und langfristig stabil finanziertes Unternehmen mit einer positiven Zukunftsperspektive. Wir haben in einem schwierigen Branchenumfeld unsere Sanierungshausaufgaben gemacht und sind ein gestĂ€rkter, zuverlĂ€ssiger Partner fĂŒr Kunden sowie Lieferanten“, so die beiden fĂŒr die Sanierung in Eigenverwaltung zustĂ€ndigen Vorstandsmitglieder Tobias Hoefer und Jan von Schuckmann.

Bereits am 29. Januar 2013 hatte centrotherm die entscheidende HĂŒrde fĂŒr die Sanierung und Rekapitalisierung des Unternehmens genommen: GlĂ€ubiger und AktionĂ€re stimmten bei dem vom Amtsgericht Ulm anberaumten Erörterungs- und Abstimmungstermin dem vorgelegten Insolvenzplan mit großer Mehrheit zu.

Dieser Plan wurde vom Amtsgericht Ulm geprĂŒft und nach ErfĂŒllung aller Bedingungen bestĂ€tigt, so dass nun das mit dem Schutzschirmantrag nach dem „Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“ (ESUG) im Juli 2012 begonnene Verfahren aufgehoben werden konnte. Gleiches gilt auch fĂŒr die Tochtergesellschaften centrotherm thermal solutions GmbH & Co. KG und centrotherm SiTec GmbH, fĂŒr die eigenstĂ€ndige Verfahren liefen.

ArbeitsplĂ€tze sowie Millionenwerte fĂŒr AktionĂ€re und GlĂ€ubiger erhalten

„centrotherm kann nun seine Neuausrichtung erfolgreich abschließen und seine Position als weltweit fĂŒhrender Anbieter von Produktionstechnik fĂŒr thermische OberflĂ€chenprozesse in der Photovoltaik-, Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie weiter stĂ€rken. Die Umsetzung des Sanierungsplans fĂŒhrt zu einem fĂŒr AktionĂ€re, Arbeitnehmer und GlĂ€ubiger gleichermaßen vorteilhaften Ergebnis. FĂŒr die AktionĂ€re bleiben Millionenwerte, die Börsennotierung und Wertsteigerungspotenziale ihrer Anteile erhalten. Die GlĂ€ubiger bewahren sich die Chance, 100 Prozent ihrer Forderungen zu realisieren und schließlich können so auch alle derzeit rund 900 ArbeitsplĂ€tze in der centrotherm Gruppe erhalten werden“, bilanzierten Hoefer und von Schuckmann.

Das Marktumfeld gestaltet sich weiterhin sehr schwierig und auch in den nĂ€chsten Monaten bestehen keine positiven Signale einer Verbesserung. centrotherm wird weiterhin in den folgenden Jahren zweistellige MillionenbetrĂ€ge in die Entwicklung neuer Technologien und Produkte in den Bereichen Photovoltaik und Halbleiter investieren, um den fĂŒhrenden technologischen Anspruch weltweit zu sichern und auszubauen.

Wie es der Plan vorsieht, wird nun die Kapitalstruktur durch eine Umwandlung der Forderungen der ungesicherten GlĂ€ubiger in Aktien der Gesellschaft gestĂ€rkt. Dazu treten die GlĂ€ubiger 70 Prozent ihrer unbedingt und ohne BeschrĂ€nkung festgestellten Forderungen an eine Verwaltungsgesellschaft ab, und bringt diese im Wege der Kapitalerhöhung in die centrotherm photovoltaics AG ein. Die eingebrachten Insolvenzforderungen erlöschen, das heißt die centrotherm photovoltaics AG wird maßgeblich entschuldet.

Im ersten Schritt wird das Grundkapital der Gesellschaft durch Zusammenlegung der Aktien im VerhĂ€ltnis von fĂŒnf zu eins um EUR 16.929.904 auf EUR 4.232.476 herabgesetzt (Kapitalschnitt). Die Alt-AktionĂ€re mĂŒssen dazu nicht aktiv werden. Sie werden von den Depotbanken nach Eintragung der Kapitalmaßnahme angeschrieben und informiert. In einem sich unmittelbar anschließenden Schritt folgt dann im Wege einer Sachkapitalerhöhung durch die Einbringung der GlĂ€ubigerforderungen wieder eine Erhöhung des Grundkapitals auf EUR 21.162.380 (Debt to Equity-Swap). Damit wird die Verwaltungsgesellschaft 80 Prozent der Aktien der centrotherm photovoltaics AG halten, die restlichen 20 Prozent verbleiben den AltaktionĂ€ren.

Fairer Interessenausgleich als PrÀzedenzfall

„Ein Interessenausgleich, wie er mit diesem Plan erfolgt, ist beispielhaft fĂŒr die Sanierung eines Unternehmens, wie sie der Gesetzgeber mit dem ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) fördern wollte. Es ist damit innerhalb von wenigen Monaten gelungen, einen weltweit tĂ€tigen, börsennotierten Konzern wieder fit fĂŒr die Zukunft zu machen und dabei einen fairen Interessenausgleich zu schaffen. Das ist in dieser GrĂ¶ĂŸenordnung bislang in Deutschland ein einzigartiger PrĂ€zedenzfall“, betonen Hoefer und von Schuckmann.
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2018.12.13 13:08 V11.10.14-2