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© nomadsoul1 dreamstime.com Elektronikproduktion | 18 April 2013

Importeure: Achtung auf Herkunft von Verpackungsmaterialien

Zur BekĂ€mpfung des illegalen Holzeinschlags im außereuropĂ€ischen Ausland (z.B. SĂŒdostasien, Zentralafrika) hat die EU die Holzverordnung (EU) 995/2010 erlassen, die seit MĂ€rz 2013 gilt.
Demnach gibt es neue Sorgfaltspflichten fĂŒr Unternehmen, die mit Holz, Holzerzeugnissen oder Verpackungsmaterial bzw. Verbundstoffen aus Holz handeln oder diese verwenden. Die 996/2010 regelt drei Verpflichtungen: Holz- oder Holzerzeugnisse aus illegalem Einschlag dĂŒrfen auf dem EU-Binnenmarkt nicht in Verkehr gebracht werden. Jede natĂŒrliche oder juristische Person, die Holzerzeugnisse auf den Markt bringt, muss eine Due Diligence (Anwendung einer Sorgfaltspflichtregelung nach Art.6 der EU-Holzverordnung) durchfĂŒhren, bevor sie Holz- oder Holzerzeugnisse in Verkehr bringt. Alle HĂ€ndler entlang der Lieferkette mĂŒssen rĂŒckverfolgbar sein. Betroffen von den Verpflichtungen der Holzverordnung 995/2010 sind also Unternehmen, die: - erstmals Holz/Holzerzeugnisse auf dem EU-Binnenmarkt abgeben oder in die EU Importieren (zum Vertrieb oder zur Verwendung - Holz/Holzerzeugnisse an einen Endverbraucher liefern, - Holz/Holzerzeugnisse kaufen oder verkaufen, die sich bereits auf dem EU-Binnenmarkt befinden (Stichtag 3. MĂ€rz 2013). Die Abgabe von Holzerzeugnissen, die aus Holz gewonnen wurden, das bereits auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr gebracht wurde, ist nicht umfasst. Konkret fĂŒr die Distributoren von elektronischen Bauelementen beinhaltet die Holzverordnung 995/2010 folgende Verantwortung: - Sie ist voll umfĂ€nglich anwendbar, wenn der Distributor Holzprodukte selbst importiert. - Sie gilt teilweise, wenn Holzprodukte zugekauft werden (Beweislast / Verantwortlichkeit beim Vorlieferant). - Keine Anwendung, wenn Produkte auf / in Holzprodukten geliefert werden, die nicht essenzieller Bestandteil des Produkts als solches sind (keine Ausweisung einer entsprechenden Zolltarifnummer). Die Distribution kann also bei Verpackungsmaterialien - z.B. Paletten, Kisten, Trommeln, aber eventuell auch bei Papier, Etiketten o.Ă€. als solches von der 995/2010 betroffen sein, wenn dafĂŒr eine separat ausgewiesene Zolltarifnummer existiert. Dann mĂŒssen sie sich vergewissern, dass ihr Holz bzw. die Erzeugnisse aus legalem Holzeinschlag stammen - unabhĂ€ngig davon, ob die Materialien aus Europa oder von außerhalb der EU kommen, und eine Traceability inklusive der Trennung 'Holzprodukt als solches' oder 'Holzprodukt als Transport-/Schutzmaterial' sicherstellen. FĂŒr Europaletten, die bereits in Verkehr gebracht und als 'Pendelverpackung' genutzt werden, ist diese Verordnung nicht einschlĂ€gig, aber fĂŒr den Import von solchen, wenn sie nach dem Stichtag 3. MĂ€rz 2013 'In-Verkehr-gebracht' wurden. Holz und Holzprodukte, die nach EuropĂ€ischem Abfallrecht als Abfall zu klassifizieren sind, betrifft der Anwendungsbereich der EU 995/2010 auch nicht. Ebenso ausgenommen sind Bestandteile, die bereits vor der EinfĂŒhrung in den Verbundstoff ihren Lebenszyklus abgeschlossen haben oder die andernfalls als Abfall entsorgt wĂŒrden. Marktteilnehmer, die mit Verpackungsmaterial aus Holz handeln, sollten also die Lieferkette genau beobachten, um festzustellen, in wie weit die EU-Holzverordnung fĂŒr sie relevant ist. Ausnahmen gibt es fĂŒr Hölzer aus LĂ€ndern, mit denen die EU bilaterale Abkommen im Rahmen der Initiative FLEGT (Forest Law Enforcement, Governance and Trade) abgeschlossen hat. Hölzer aus diesen LĂ€ndern gelten per se als legal. Gleiches gilt fĂŒr Hölzer mit einem CITES-Zertifikat (Übereinkommen ĂŒber den internationalen Handel mit gefĂ€hrdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen). Der FBDi empfiehlt in diesem Zusammenhang die genaue ÜberprĂŒfung der AuthentizitĂ€t der Zertifikate auf korrekte Angaben. Due Diligence: Inverkehrbringer von Holz/Holzerzeugnissen aus Drittstaaten mĂŒssen bestimmte Sorgfaltspflichten (due diligence) einhalten, um nachzuweisen, dass das Holz/die Holzerzeugnisse aus legalem Einschlag stammen. Artikel 6 der Holzverordnung regelt deren grundsĂ€tzlichen Inhalt: u.a. Informationen zu Art und Herkunft von Holz/Holzerzeugnissen, Menge, Angaben zum Lieferanten und KĂ€ufer, Nachweis zur LegalitĂ€t zur RĂŒckverfolgung, Verfahren zum EinschĂ€tzen und Reduzieren des Risikos, dass das Holz aus illegalem Einschlag stammen könnte. Die Unterlagen sind fĂŒnf Jahre aufzubewahren. Die von der EU Kommission eingesetzten Überwachungsorganisationen mĂŒssen strikte Standards erfĂŒllen. So zieht das Inverkehrbringen illegaler Produkte auf dem EU-Binnenmarkt staatliche Sanktionen und Abmahngefahr nach sich.
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2019.02.19 15:52 V12.2.2-2