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© demarco dreamstime.com Analysen | 25 März 2013

150 Jahre Indium

Ferdinand Reich und Hieronymus Theodor Richter entdeckten es 1863 in Freiberg: 150 Jahre danach ist Indium ein begehrtes und teures Metall und findet sich in Touchpads, Dünnschicht-Solarzellen, Flachbildschirmen und Leuchtdioden.

Die beiden Wissenschaftler der Bergakademie Freiberg in Sachsen fanden das heute so begehrte Metall vor 150 Jahren bei der spektralanalytischen Untersuchung des Minerals Sphalerit (Zinksulfid), der sogenannten „schwarzen Zinkblende“ von Freiberg. Ihnen fiel eine bisher unbekannte indigoblaue Spektrallinie auf. Sie war, wie die Forscher Richter und Reich später schrieben, „so glänzend, scharf und ausdauernd, dass wir aus ihr auf ein bisher unbekanntes Metall, das wir ‚Indium’ nennen möchten, zu schließen nicht anstehen.“ Indium (In) ist neben Lithium, Gallium, Tellur, Selen, Scandium und dem ebenfalls an der Bergakademie entdeckten Germanium eines der wichtigsten "High-Tech-Metalle“. Auf dem Freiberger Schlossplatz, vor dem Eingang zum Schloss, wurde auf Initiative der TU Bergakademie eine mächtige Bronzescheibe von zwei Meter Durchmesser in den Boden eingelassen, die an die Entdeckung des Elements Indium erinnern soll. „Bis heute“, so Prof. Dr. Bernd Meyer, Rektor der deutschen Ressourcenuniversität, „sind unsere Freiberger Wissenschaftler mit dem Indium und seinen Verwendungen befasst. In Freiberg ist die Solar- und die Halbleiterindustrie zu Hause, für die Indium eine wichtige Rolle spielt.“ Hauptlagerstätten und derzeitige Produzenten von Indium sind China (ca. 340t pro Jahr), Südkorea (100 t, Kanada (64t) und Japan (70t). Die Preise für das Metall sind in den letzten Jahren stark gestiegen – von 60 US-Dollar pro Kilogramm im Jahr 2002 auf zeitweite über 800 (2005) und heute um die 500 Dollar. Prof. Dr. Thomas Seifert von der TU Bergakademie: „Das Recycling von Indium aus Elektronik-Schrott wird neben dem Abbau von indiumhaltigen Sulfiderzen eine Schlüsselstellung bei der weltweiten Versorgung mit diesem Metall einnehmen“. Außerdem rücke „das Erzgebirge als Indium-Lagerstätte und potentielles Abbaugebiet wieder ins Bild“. Die TU Bergakademie Freiberg eröffnet daher im Mai ein Biohydrometallurgisches Zentrum für strategische Metalle, an dem entlang der gesamten Wertschöpfungskette unter anderem die Gewinnung von Indium erforscht werden soll. Indium ist mit der Ordnungszahl 49 ein Element der 3. Hauptgruppe und besitzt daher drei Außenelektronen. Es verhält sich dadurch ähnlich wie Aluminium, schmilzt aber bereits bei 157 Grad Celsius.
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2019.09.20 17:48 V14.4.1-1