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© kornwa dreamstime.com Elektronikproduktion | 11 Januar 2013

REACh - ECHA-Kandidatenliste um 54 Stoffe erweitert

Der FBDI weist darauf hin, dass die Kandidatenliste der REACh Verordnung im Dezember um 54 weitere besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC = Substance of Very High Concern) wegen ihrer umweltgefÀhrdenden Eigenschaften auf insgesamt 138 Stoffe erhöht wurde.
Darunter wurden 5 Stoffe wegen ihrer PBT/vPvB-Eigenschaften (persistent; bioakkumulativ; giftig bzw. sehr persistent, sehr bioakkumulativ) aufgenommen (z.B. DecaBDE), weitere 5 Stoffe, die vergleichbar besorgniserregende Eigenschaften haben wie atemwegsreizende oder hormonĂ€hnliche Wirkung (z.B. Nonylphenol) sowie 44 krebserzeugende, mutagene oder reproduktionstoxische Stoffe (z.B. Bleioxid). Die aktuelle Liste mit den Kandidaten (inkl. Support-Dokumente) fĂŒr die Aufnahme in den Anhang XIV der REACh-Verordnung ist auf der Webseite der ECHA einsehbar unter: http://echa.europa.eu/web/guest/candidate-list-table. Geht es nach der EU-Kommission, soll die Kandidatenliste bis 2020 alle relevanten SVHCs enthalten und regulierende Maßnahmen eingeleitet werden. Diese Stoffe unterliegen nun einer PrĂŒfung, ob sie in den Anhang XIV (Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe) ĂŒbernommen werden sollen. Eine Aufnahme wĂŒrde das schrittweise Verbot bedeuten, wobei stoffspezifische Übergangsfristen vorgesehen sind. ZulassungsantrĂ€ge fĂŒr die genannten Stoffe mĂŒssten laut aktuellem Zeitplan bis spĂ€testens Ende 2013/Anfang 2014 gestellt werden. Ab 2015 wĂ€re dann keine Verwendung der Stoffe in der EU ohne vorherige Zulassung erlaubt; Ausnahmen sind nicht vorgesehen. In diesem Zusammenhang weist der FBDi ausdrĂŒcklich auf die Notifikationspflicht fĂŒr SVHCs (Substances of Very High Concern) hin, die seit dem 1. Juni 2011 besteht. Sie gilt auch fĂŒr bereits auf dem Annex XIV stehenden SVHCs. Mit der Veröffentlichung der Kandidatenliste ergibt sich zwar noch keine Zulassungspflicht, aber weitreichende Informationspflichten in der Lieferkette: REACH verpflichtet Unternehmen und Distributoren/Importeure zu einer Meldung an die ECHA, falls in ihren Erzeugnissen eine in der Liste identifizierte Chemikalie mit mehr als 0,1 Gewichtsprozent enthalten ist UND diese Erzeugnisse in kumulativ mehr als einer Tonne pro Jahr importiert werden. Es bestehen eventuelle Ausnahmen gemĂ€ĂŸ Artikel 7(6); davon unberĂŒhrt bleibt die Informationspflicht gegenĂŒber Kunden nach Artikel 33 (1+2). VerstĂ¶ĂŸe gegen diese Vorschriften werden mit Verwarnungen bis zu empfindlichen Strafen geahndet. Der FBDi betont in diesem Zusammenhang auch die Frist fĂŒr ZulassungsantrĂ€ge, die 18 Monate vor Ende des sogenannten SunSet Dates (siehe Anhang XIV) auslĂ€uft. Sollte fĂŒr eine der Substanzen bis dann kein neuerlicher Antrag eingereicht und bewilligt sein, ist die weitere Verwendung dieser Substanz in Europa zu Produktionszwecken nach dem SunSet Date verboten. Dieser Antrag erfolgt nicht stoffbezogen, sondern hersteller- und verwendungsbezogen.
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2019.02.19 01:06 V12.2.0-1