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© beisea dreamstime.com Elektronikproduktion | 26 Oktober 2012

Deutscher Maschinenbau auf Wachstumskurs trotz Gegenwind

„FĂŒr 2012 rechnen wir mit einem absoluten Rekordumsatz von 209 Milliarden Euro. Das ist der höchste Umsatz, den die Maschinenbauindustrie je erreicht hat“, erklĂ€rte VDMA-PrĂ€sident Dr. Thomas Lindner.
Vor zehn Jahren – 2002 – lag der Umsatz der Maschinenbauindustrie bei 133 Milliarden Euro. „Das heißt, wir haben in zehn Jahren 57 Prozent – also mehr als die HĂ€lfte zugelegt“, berichtete Lindner. Entscheidend dafĂŒr sei die weiter fortschreitende Internationalisierung. Die Exportquote sei in den letzten zehn Jahren von 68 Prozent (2002) auf rund 75 Prozent (2011) gestiegen. „FĂŒr ein kleines Land wie Deutschland ist es sensationell, nach wie vor Maschinenbau-Exportweltmeister zu sein“, betonte der VDMA-PrĂ€sident. In zwölf Monaten Zuwachs von 43'000 ArbeitsplĂ€tzen Im Juli 2012 beschĂ€ftigten die deutschen Maschinenbauer 974'000 Mitarbeiter. Das heißt, sie haben insgesamt innerhalb eines Jahres von Juli 2011 bis Juli 2012 einen Zuwachs von 43'000 ArbeitsplĂ€tzen zu verzeichnen. „Dieser Aufbau ist und bleibt Beleg dafĂŒr, auf welch gutem Weg die Maschinenbauindustrie als grĂ¶ĂŸter industrieller Arbeitgeber ist“, sagte der VDMA-PrĂ€sident. Maschinenbauer glauben an ihre Innovationskraft Die aktuelle Tendenzbefragung bei den VDMA Mitgliedsunternehmen, an der sich 483 Unternehmen beteiligten, hat ergeben, dass sich ein knappes FĂŒnftel (19 Prozent) als WeltmarktfĂŒhrer sehen und weitere 43 Prozent sich zur Spitzengruppe der ‚top five‘ zĂ€hlen. Die Tendenz-umfrage zeigt auf, dass unter den Maschinenbauern ein extrem starker Glaube an die eigene Innovationskraft vorhanden ist. 49 von 100 befragten Unternehmen glauben, dass es ihnen in fĂŒnf Jahren besser gehen wird als heute. „Dies wird auch durch unsere Produktions-prognose fĂŒr 2013 unterstrichen, die auf plus zwei Prozent lautet“, bekrĂ€ftigte Lindner. „Der deutsche Maschinenbau steht fĂŒr internationale Spitzenleistung. Ohne die deutschen Maschinenbauer ist eine international wettbewerbsfĂ€hige Produktion auf der Welt kaum möglich. Diese Chance sehen unsere Unternehmen, und das stĂ€rkt ihr Selbstbewusstsein.“ Als wichtigste Strategie zur Verbesserung der Wettbewerbsposition nannten die Unternehmen die Erschließung neuer regionaler MĂ€rkte. Als fast genauso wichtig stuften sie die StĂ€rkung ihres Dienstleistungs-angebots oder die Hebung von Produktionspotenzialen ein. Der Hauptkonkurrent des deutschen Maschinenbauers sitzt noch immer im eigenen Land. Daran hat sich in den letzten Jahren nichts geĂ€ndert. Als weitere Konkurrenten folgen die USA, Italien, Japan, Frankreich und China. In Bezug auf die preisliche Wettbewerbsposition hat Deutschland seit der ersten Umfrage im Jahr 2000 im internationalen Vergleich verloren. Der Gewinner heißt China. 24 Prozent der Unternehmen haben hier ihren Hauptwettbewerber lokalisiert. In Bezug auf die technische WettbewerbsfĂ€higkeit konnten die deutschen Maschinenbauer – wie auch Italien und die Schweiz – ihre Wettbewerbs-position leicht ausbauen, wĂ€hrend Japan, die USA und Frankreich ihre Wettbewerbsposition in diesem Bereich verschlechtert haben. EuropĂ€ische Industriepolitik braucht klare Taten Vor zehn Jahren, so betonte der VDMA-PrĂ€sident, galt die produzierende Industrie – fĂŒr die Deutschland stand – als „old fashioned“, als Auslaufmodell. Heute sei völlig klar: Eine produzierende Industrie wie die Maschinenbauindustrie stehe fĂŒr das Thema Zukunft, stehe fĂŒr das Thema Wohlstand. Die Maschinenbauindustrie unterstĂŒtze daher die Forderung von EU-Kommissar Antonio Tajani, der den Anteil der Industrie in Europa von derzeit 16 Prozent bis 2020 wieder auf 20 Prozent steigern will. „Wir mĂŒssen aber auch klar sagen, dass es wĂŒnschenswert wĂ€re, wenn nicht nur starke Worte und programmatische Aussagen das Bild prĂ€gen wĂŒrden, sondern konkrete Taten“, so der VDMA-PrĂ€sident. „Wir können momentan noch nicht sehen, dass in BrĂŒssel klar ist, welche Bedeutung eine produzierende Industrie fĂŒr die Zukunft Gesamt-Europas hat, und dass die Schuldenkrise, dass Klimaschutz und Energiewende sich nur mit einer starken Industrie in Europa bewĂ€ltigen lassen. Kurz: Wir brauchen klare Taten und nicht nur starke Worte.“ Wertschöpfungsketten in Deutschland sichern In Deutschland mĂŒsse alles getan werden, um „Wertschöpfungsketten zu sichern“, so der Appell des VDMA-PrĂ€sidenten an die deutsche Politik. „Das System der gegenseitigen Zusammenarbeit ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil fĂŒr die gesamte deutsche Industrie und in dieser Dichte ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in Deutschland. Diese Technologiekette umfasst aber auch eindeutig die sogenannten energieintensiven Unternehmen, wie z. B. aus Stahl- und Chemischer Industrie. Sie sind unverzichtbarer Teil unseres gemeinsamen Erfolges, erbringen wichtige Innovationsleistungen fĂŒr das gesamte verarbeitende Gewerbe und sind damit mitentscheidend fĂŒr den Erfolg des Standortes Deutschland.“ Lindner sprach sich dafĂŒr aus, dass die energieintensiven Unternehmen, die im harten internationalen Wettbewerb stehen, von der EEG-Umlage ausgenommen werden. „Das ist hĂ€ufig ĂŒberlebenswichtig“, betonte der VDMA-PrĂ€sident. Steuererhöhungen sind Gift fĂŒr mittelstĂ€ndische Maschinenbauer Die immer wieder in WahlkĂ€mpfen aufflammende Diskussion ĂŒber höhere Steuern sei „extrem schĂ€dlich“ aus Sicht der Maschinenbauer, betonte Lindner. „Ich wundere mich schon, dass vor dem Hintergrund von Rekordsteuereinnahmen der Öffentlichen Hand immer wieder die Neiddiskussion ĂŒber die Vermögenssteuer und die Erbschaftsteuer aufflammt.“ Gerade eine zyklische Industrie wie der Maschinenbau benötige Eigenkapital fĂŒr die Vorfinanzierung von AuftrĂ€gen oder um zyklische AbschwĂŒnge ausgleichen zu können. Lindner forderte: „Wir brauchen diese finanzielle Luft, um mit den internationalen Zyklen zu atmen. Nur so – und das ist eine der wichtigsten Lehren der vergangenen Krise – können wir die Zukunft meistern. Deshalb ist meine klare Forderung, dass die Politik endlich aufhört, aus wahltaktischen GrĂŒnden mit Substanzsteuern die Kraft unserer Unternehmen zu unterminieren.“
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