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© cumypah dreamstime.com Elektronikproduktion | 22 Oktober 2012

EUR 1,3 Mio. für ehemalige Flex-Mitarbeiter

EU-Kommission will ehemalige BeschĂ€ftigte von Flextronics in DĂ€nemark mit 1,3 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds unterstĂŒtzen.
Die EuropĂ€ische Kommission hat vorgeschlagen, DĂ€nemark Finanzhilfen in Höhe von 1,3 Mio. EUR aus dem EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewĂ€hren, um 153 ehemalige BeschĂ€ftigte von Flextronics International Denmark A/S zu unterstĂŒtzen. Der Vorschlag wird nun dem EuropĂ€ischen Parlament und dem EU-Ministerrat zur Genehmigung ĂŒbermittelt. Der EU-Kommissar fĂŒr BeschĂ€ftigung, Soziales und Integration LĂĄszlĂł Andor unterstrich, wie wichtig die UnterstĂŒtzung fĂŒr die entlassenen ArbeitskrĂ€fte ist, die so schnell wie möglich eine neue Arbeitsstelle finden möchten. Er erklĂ€rte dazu: „Der vorgeschlagene Beitrag ĂŒber 1,3 Mio. EUR aus dem europĂ€ischen Globalisierungsfonds kann ihnen helfen, BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten in neuen Zukunftsbranchen aufzutun. Es ist wichtig, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der BewĂ€ltigung dieser schwierigen Situation zu unterstĂŒtzen. Der Globalisierungsfonds hat sich dafĂŒr ĂŒber die Jahre als wertvolles Instrument bewĂ€hrt.“ Der Antrag der dĂ€nischen Behörden betrifft 303 ehemalige BeschĂ€ftigte von Flextronics International Denmark A/S, einem Dienstleister fĂŒr Design und Fertigung elektronischer Komponenten fĂŒr Elektronikhersteller. Die vom EGF unterstĂŒtzten Maßnahmen 153 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt die grĂ¶ĂŸten Herausforderungen zu bewĂ€ltigen haben, zugute kommen. Das Paket beinhaltet folgende Maßnahmen zur UnterstĂŒtzung der ArbeitskrĂ€fte: Beurteilung der erworbenen Kompetenzen und Qualifikationen; berufliche Bildung, praktische AusbildungsgĂ€nge und auf die Kompetenzen der ArbeitskrĂ€fte zugeschnittene Bildungsmaßnahmen; individuelle Stellenvermittlung und Förderung unternehmerischer TĂ€tigkeit sowie die hierfĂŒr erforderlichen Beihilfen. Diese sorgfĂ€ltig ausgestalteten Maßnahmen sollen den betroffenen ArbeitskrĂ€ften dabei helfen, einen Arbeitsplatz in Branchen mit Zukunftsaussichten zu finden. Die Kosten fĂŒr das Paket werden mit insgesamt etwa 2 Mio. EUR veranschlagt, wovon der EGF 1,3 Mio. EUR bereitstellen wĂŒrde. Hintergrund Flextronics International Denmark A/S wurde 2004 als Teil der Flextronics International Ltd. gegrĂŒndet, die wiederum 1990 in Singapur als Tochterfirma eines ursprĂŒnglich 1969 im amerikanischen Silicon Valley gegrĂŒndeten Unternehmens entstanden war. 2011 war Flextronics laut CircuitsAssembly.com das Unternehmen der Elektronikfertigungsbranche mit den zweithöchsten ErtrĂ€gen weltweit. Flextronics Denmark war ein bedeutender Hersteller von Leiterplatten, die in allen elektronischen GerĂ€ten, z. B. Chipkarten, Videospielen, Digitalkameras, Handys, PCs usw., eingebaut werden. Nach der Auslagerung der Produktion an die Tochtergesellschaft Multek, einen weltweit bekannten Hersteller von Leiterplatten, der standardisierte Schnittstellen fĂŒr die Elektronikbranche anbietet, waren Flextronics Denmark und der entsprechende europĂ€ische Leiterplattenmarkt fĂŒr Flextronics International Ltd. nicht mehr von Interesse. Die Entlassungen bei Flextronics Denmark sind unmittelbar auf weit reichende StrukturverĂ€nderungen im WelthandelsgefĂŒge der Dienstleistungsbranche zurĂŒckzufĂŒhren, in der Flextronics Denmark aktiv ist. Mit der Entscheidung der Unternehmenszentrale in Singapur, den Standort in DĂ€nemark zu schließen und gleichzeitig außerhalb Europas zu expandieren, folgte auch Flextronics der seit kurzem zu verzeichnenden Tendenz der Elektronikbranche, BetriebsstĂ€tten nach Asien zu verlegen. Die am stĂ€rksten von den Entlassungen betroffene Region ist die Gemeinde Skive. Skive liegt im Nordwesten der Region Midtjylland. Zwar handelt es sich um eine lĂ€ndliche Region, aber die Industrie spielt mit drei von zehn in der Privatwirtschaft BeschĂ€ftigten eine wichtige Rolle. Seit 2006 haben jedoch große Unternehmen wie Metallic, NĂžrhaven, Jamo, Royal Greenland, Bodisen und Danish Crown ihren Standort entweder geschlossen oder aus der Gemeinde verlagert, wodurch in Skive zwischen 2008 und 2010 ungefĂ€hr 2000 ArbeitsplĂ€tze in der Industrie verloren gingen. Seit Aufnahme der TĂ€tigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 101 AntrĂ€ge ĂŒber ca. 443,3 Mio. EUR zur UnterstĂŒtzung von etwa 92 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Immer mehr Mitgliedstaaten stellen EGF-AntrĂ€ge zur UnterstĂŒtzung entlassener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer; auch die Zahl der betroffenen Branchen nimmt zu. Ein offenerer Handel weltweit ist insgesamt förderlich fĂŒr Wachstum und BeschĂ€ftigung, doch kann er bisweilen auch ArbeitsplĂ€tze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte ArbeitskrĂ€fte. Aus diesem Grund hatte der PrĂ€sident der EuropĂ€ischen Kommission, JosĂ© Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen FĂ€llen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Der EGF wurde Ende 2006 eingerichtet; er ist Ausdruck der SolidaritĂ€t der großen Zahl derer, die vom offenen Handel profitieren, gegenĂŒber den wenigen, die mit dem plötzlichen Verlust ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sind. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geĂ€ndert, um die Rolle des EGF als Instrument fĂŒr frĂŒhzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur BewĂ€ltigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stĂ€rken. Die geĂ€nderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und galt fĂŒr alle AntrĂ€ge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden. Der EU-Kofinanzierungssatz wurde von 50 % auf 65 % angehoben. Ausgehend von den Erfahrungen mit dem EGF seit 2007 und angesichts seines Mehrwerts fĂŒr die unterstĂŒtzten ArbeitskrĂ€fte und die betroffenen Gebiete hat die Kommission vorgeschlagen, den Fonds auch im mehrjĂ€hrigen Finanzrahmen 2014–2020 weiterzufĂŒhren und seine Arbeitsweise noch zu verbessern.
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