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© gingergirl dreamstime.com Elektronikproduktion | 09 Oktober 2012

Der Vorteil des PDK

Auf der Google IO im Juni 2012 verbrachten die Entwickler der Android-Gruppe viel Zeit damit, den OEMs und Halbleiterherstellern die Vorteile der neuesten Errungenschaft - das Partner Development Kit (PDK) - zu vermitteln.

Vor dem PDK mussten OEMs und Halbleiterhersteller, die nicht in eines der exklusiven Launch-Programme von Google integriert waren, auf die Open-Source-Veröffentlichung jeder Android-Version warten, bevor sie mit ihrer geräte- bzw. prozessorbezogenen Produktentwicklung beginnen konnten. Nun ändert das PDK alles: Es ist eine sehr sinnvolle Initiative von Google, die eine schnellere und breitere Akzeptanz zukünftiger Android-Versionen ermöglicht. Das erste PDK wurde kurz vor der Google IO 2012 mit der Jelly-Bean-Release (Android 4.1) vorgestellt. Noch vor der Open-Source-Veröffentlichung bot man OEMs und Halbleiterhersteller eine Lizenz für den Zugriff auf das PDK für Jelly Bean. Damit können Partner ihre geräte-/bausteinspezifischen Hardwaretreiber für vorgefertigte, vom PDK bereitgestellte Binärpakete entwickeln. Dies ermöglicht das Entwickeln und Testen geräte-/bausteinspezifischer Treiber und Optimierungen. Ziel ist es, den Zeitaufwand für OEMs und Halbleiterhersteller zu verkürzen, der für die Bereitstellung neuer Android-Veröffentlichungen auf deren entsprechenden Geräten bzw. Bausteinen erforderlich ist. (Weil die Software des PDK noch nicht formell als Android-Version veröffentlicht wird, und der Zugriff daher beschränkt und kontrolliert erfolgen muss, ist eine Lizenz erforderlich.) Als kleinen Wermutstropfen müssen die OEMs und Halbleiterhersteller dabei akzeptieren, dass die Inhalte des PDK von der endgültigen Version "leicht" abweichen können. Allerdings wird das PDK üblicherweise in den letzten Stufen des Veröffentlichungsprozesses erstellt (während der Testphase), so dass hier keine großen Änderungen zwischen der Android-PDK-Version und der endgültigen Open-Source-Veröffentlichung mehr erfolgen sollten. Die Jelly-Bean-Veröffentlichung wurde als Beta-Version für das PDK-Konzept genutzt. Dabei gab es aufgrund von Versionsunterschieden einige Probleme mit der PDK, die unterschiedlichen Support für die drei Applikationsprozessor-Architekturen MIPS, Intel und ARM mit sich brachten. Aber mehrere Drittanbieter hatten das PDK lizenziert, so dass sie umfassende Starthilfe für Jelly Bean erhielten. MIPS trat zu diesem Zeitpunkt sofort dem PDK-Programm bei, genauso wie MIPS’ Architektur-Lizenznehmer Ingenic Semiconductor in Peking. Die Zusammenarbeit mit den Ingenic Entwicklern ermöglichte eine schnelle Integration von Jelly Bean auf verschiedene Ingenic-basierte Tablets. Im Moment der offiziellen Veröffentlichung von Jelly Bean war ein Ingenic/MIPS-basiertes Tablet das erste Gerät weltweit, das Jelly Bean bereits unterstützte (nach Googles eigenem Nexus 7). Und - das Tablet wurde dann bereits über den indischen OEM Karbonn Mobiles an Endkunden verkauft. Dies ist der Vorteil des PDK-Konzepts von Google: OEMs müssen nicht länger Googles Wahl exklusiver Launch-Partner abwarten. Nur noch Googles eigene Nexus-Geräte haben das Potenzial, anderen Geräten am Markt zuvorzukommen - und selbst dieser Vorteil ist nicht mehr sicher. Denn viele rührige OEMs mit Zugriff auf das PDK können ihre Produkte nun ebenfalls schnell auf den Markt bringen. Demnächst wird die erste Anpassung (Maintenance Release) von Android Jelly Bean erwartet. Ein PDK für diese Release ist bereits in Vorbereitung. Es bietet einen besonderen Vorteil: Google hat viele, wenn nicht alle Anfangsschwierigkeiten des Original-PDK beseitigt. Und - MIPS wird bei diesem kommenden PDK natürlich genauso unterstützt wie Intel und ARM. ----- Autor: Robert Bismuth, Vice President Business Development, MIPS Technologies
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2019.10.11 15:09 V14.5.0-1