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© maksim pasko / dreamstime.com Elektronikproduktion | 30 März 2012

Das erfolgreiche Re-Shoring von Produktion

Berücksichtigen und Evaluieren Sie alle Risiken, bevor Sie sich entschliessen Produktionsprojekte wieder 'zurückzuholen' (reshore), erklärt Steven Healings, Group Supply Chain Director; eXception Group.
Über den Autor: Steven Healings ist ein Chartered Engineer und Mitglied der IET, CILT und CIPS. Er hat in über 20 Jahren Erfahrungen in den Bereichen Supply Chain, Operations und Projektmanagement im Hightech-Sektor gesammelt. Zudem hat er Verantwortung für wichtige Kostensenkungs-programme und Outsourcing-Projekte getragen, sowie komplexe Supply-Chain-Lösungen für Blue-Chip-Kunden ausgearbeitet. Steven arbeitet seit 2007 bei eXception. © eXception Group
Steigende Lohnkosten, eine - weltweit - steigende Anzahl von Ereignissen von Höherer Gewalt (Force Majeure) und schwankende Wechselkurse; Gründe, um die Produktion entweder zurück oder näher an 'Zuhause' zu bringen gibt es viele. Steigende Arbeitskosten sind - trotz des zunehmenden Drucks auf Unternehmen Outsourcing oder Offshore-Geschäfte wieder zurückzubringen - nur ein Teil der Gesamtrechnung. Bevor man diese Entscheidung trifft müssen eine ganze Reihe von Dingen berücksichtigt und durchdacht werden: nicht zuletzt Wechselkursschwankungen, Logistik, Support, Steuern, Abgaben und Regierungspolitik – alles wichtige Faktoren für den Entscheidungsprozess. Tatsache bleibt, dass ohne entsprechende Due Diligence die Risiken – die mit einer signifikanten Veränderung der Sourcing-Strategie verbunden sind – enorm und vor allem teuer sein können. Hier sind Überlegungen, die bei jeder Stufe im Prozess vorgenommen werden müssen:
  • Der erste Schritt bei der PrĂĽfung eines Reshoring ist es das bestehende Geschäftsmodell genau auszuwerten: welche Ăśberlegungungen haben zu der Entscheidung fĂĽr eine Verlagerung gefĂĽhrt. Der zweite Schritt ist es zu prĂĽfen, warum man man nun die Notwendigkeit eines Re-Shoring sieht. Wurden beim ursprĂĽngliche Geschäftsmodell nur die Arbeitskosten – nicht aber die Logistikkosten, Lagerbestände, Cashflow, Qualität, Wechselkurse und Reisekosten – berĂĽcksichtigt? Wurden die letzten Faktoren nur als Randparameter angesehen?
  • Werden sich die Faktoren oder Parameter – welche sich seit der ursprĂĽnglich getroffenen Sourcing Entscheidung verändert haben – in den nächsten Jahren wieder umkehren? Oder sind die Grundlagen fĂĽr ein Offshoring immer noch relevant und man hat sich nur fĂĽr einen falschen Lieferanten entschieden? Wird ein Reshoring die Produktion zu den Märkten von Heute bringen, diese aber von den Märkten von Morgen entfernen?
  • Aufgrund der jĂĽngsten Entwicklung in Offshoring-und Outsourcing, sind LĂĽcken entstanden. Fähigkeiten und Knowhow gingen – Hand in Hand mit dem Verlust von Arbeitsplätzen – durch diese Entwicklung verloren. Vor diesem Hintergrund muss ĂĽberlegt werden,ob der Lieferant – welcher fĂĽr ein Re-Shoring der Produktion ausgewählt wurde – den Anforderungen auch gerecht werden kann. Das er ĂĽber die notwendige Kompetenz bei Belegschaft und Prozessen verfĂĽgt, um die Nachfrage erfĂĽllen zu können. Eine belastbare Einschätzung ist notwendig, um sicherzustellen, dass der Lieferant in der Lage ist jede Art von Produkt- und Wissenstransfer bewältigen kann. Insbesondere, wenn der Off-Shore-Lieferant nicht wirklich kooperativ ist. Eine klare Transfer-Methodik muss erstellt und erkennbar sein.
  • Bestimmen Sie – zusammen mit dem neuen Lieferanten – die Risiken fĂĽr einen Produktionstransfer und entwickeln Sie Notfallpläne, um eine erfolgreiche Verlagerung zu gewährleisten. In einem Prozess, der die Verlagerung zu einem neuen Hauptlieferanten beinhaltet, ist die Planung des Cut-Over und die Absicherung der Lieferkontinuität ein absolut wichtiger Bestandteil der Risikominimierung. Dies kann durch den Aufbau von Lagervorräten fĂĽr den Transferzeitraum (wichtige Maschinen mĂĽssen eventuell ebenfalls verlagert werden) oder auch durch eine parallele Produktion abgedeckt werden. FĂĽr welche Methodik man sich auch immer entscheidet; ein Risikoregister sollte ein wesentlicher Betsandteil der Transfers-Toolbox sein.
  • Vertragliche und kommerzielle Aspekte sollten sorgfältig abgewogen werden, einschlieĂźlich der Reaktionen der etablierten Lieferanten, wenn diese ĂĽber die Ă„nderung unterrichtet werden.Sie sollten sich ĂĽberlegen, ob neue Genehmigungen fĂĽr eine Ă„nderung des Herstellers notwendig sind. Und wenn ja, wie lange wird dieser Prozess dauern und wieviel wird es kosten?
Re-Shoring braucht strategisches Denken. Es ist einfach seine Taktik zu ändern und diese an Ereignisse anzupassen. Eine langfristige Perspektive muss – für einen erfolgreichen Transfer – unbedingt berücksichtigt werden. Die Risiken beim Re-Shoring sind oftmals genauso groß, wenn nicht größer – als das Risiko beim Offshoring. Unternehmen sollten den Aufwand an Zeit und Ressourcen für einen erfolgreichen Transfer nicht unterschätzen. ----- Website: http://www.exceptiongroup.com/
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