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Komponenten | 30 Dezember 2009

„Gegenwärtig gibt es nur positive Signale“

Dresdens Infineon-Chef sieht im Gespräch mit der dpa 2010 als Hoffnungsjahr für die Halbleiterbranche.
Die von der Wirtschaftskrise arg gebeutelte Halbleiterindustrie in Sachsen setzt auf Optimismus und geht mit großen Erwartungen in das kommende Jahr. „Wir sehen 2010 als Hoffnungsjahr“, sagte Helmut Warnecke, Geschäftsführer bei Infineon in Dresden und Mitglied des Vorstands im Branchennetzwerk Silicon Saxony, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Gegenwärtig gibt es nur positive Signale.“ Er gehe daher von einer guten Entwicklung aus, wenngleich das Vor-Krisen-Niveau wohl nicht wieder erreicht werde. „2009 fing als Fiasko an, endet aber mit versöhnlichen Nachrichten“, sagte Warnecke. „Wir haben schon so etwas wie den Turnaround geschafft.“

Weg von Standardprodukten
Das Heil der Branche sieht Warnecke in der Flucht nach vorn: Mehr Innovation, stärkere Spezialisierung und mehr kundenspezifische Angebote. Mit Standardprodukten sei der Wettkampf gegen die meist günstigere Konkurrenz aus Asien nicht zu gewinnen, betonte er. Viele Unternehmen hätten dies beherzigt und - abgesehen vom „schlimmen Fall“ der Qimonda-Pleite - sich damit sehr gut geschlagen. „Die haben alle ein hartes Jahr hinter sich, aber sie gehen nun gestärkt aus der Krise hervor“, sagte Warnecke.

Größere Branchenvielfalt
Neuansiedlungen in der Größenordnung von Qimonda hält der Dresdner Infineon-Chef vorerst für unrealistisch. „Aber man darf einfach auch die Kleinen nicht unterschätzen“, sagte er. Der Ausfall der Großen im Silicon-Saxony-Netzwerk sei zahlenmäßig von neuen kleinen Unternehmen kompensiert worden. Außerdem werde der Branchenfokus breiter, indem auch Unternehmen aus der Photovoltaik, dem Bereich der mikro- mechanischen Chip-Sensoren, der Software und der Photonik in den Verband integriert würden - von der Öffentlichkeit allerdings weitgehend unbemerkt. „Wir haben hier einige 'hidden champions', Weltmarktführer, die kaum jemand kennt“, sagte Warnecke. Zudem habe man im Herbst 2009 mit der Semicon die größte Halbleitermesse Europas nach Dresden geholt, und auch der IT-Gipfel der Bundesregierung 2010 werde hier stattfinden. „Das sind begleitende Entscheidungen, mit denen die Region wieder Stärke zeigt.“

Verzerrter Wettbewerb
Warnecke zeigte sich überzeugt, dass es einst die richtige Entscheidung war, einen Schwerpunkt der Halbleiterindustrie in Sachsen anzusiedeln. Die Politik habe gute Bedingungen für Forschung und Entwicklung geschaffen, über die man nach wie vor froh sei. „Wenn man aber eine Stufe höher geht - nach Europa -, dann sind wir noch nicht da, wo wir sein könnten“, kritisierte Warnecke. Andere Regionen der Welt stützten ihre Halbleiterindustrie weitaus stärker. Von fairem Wettbewerb könne keine Rede sein. Zwar habe die EU die Halbleitertechnik inzwischen zu einer Schlüsseltechnologie erklärt und damit ein positives Signal gesetzt. „Große Aktivitäten sehe ich diesbezüglich allerdings bislang nicht“, sagte Warnecke.

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