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Komponenten | 21 September 2009

Tipp 3: Was ist nun der Real Deal?

Eines der vielen Risiken, wenn man auf dem Sekundärmarkt einkauft, ist die Gefahr, dass die Komponenten nicht rechtzeitig geliefert werden. Der Broker erklärt, die Bauteile stehen zur Verfügung, Sie vergeben den Auftrag, und … nichts.

Der Broker wird sagen, dass es Verzögerungen im überseeischen Lager gibt, das es Verzögerungen beim Zoll gibt, oder manchmal ist es auch eine verpfuschte Lieferung. Am Ende ist es jedoch nur das (Lieferketten-) Pendant zu „Unser Hund hat meine Hausaufgaben aufgefressen!“ Während dieser Misserfolg viele mögliche Ursachen haben kann – die häufigste Ursache ist jedoch, dass der Broker die Teile überhaupt nicht hatte. Wenn man genügend Zeit im Sekundärmarkt verbringt, dann ereilt dieses Schicksal jeden Einkäufer einmal. Aber es gibt Möglichkeiten sich gegen diese frustrierenden Praktiken zu schützen. Bei der Engpassbeschaffung können Einkäufer auf mehrere Quellen zurückgreifen, um die gesuchten Teile zu finden (damit die Produktionsanlagen problemlos weiterlaufen). Um dieses Maß an Vertrauen zeigen zu können, müssen Lieferanten eine Reihe von Mindestanforderungen erfüllen: • vollkommene Transparenz im Umgang mit dem Kunden: nicht nur bei den Themen Preis und bei der Herkunft der Komponenten, sondern auch bei operativen Fragen; Lagertyp, Bestands-Audit, wie neu sind die Daten oder der Lagerbestand. Ein Einkäufer bei der Engpassbeschaffung ist auf der Suche nach schnellen Antworten. Ein schnelles „Sorry, aber nicht auf Lager“ ist besser, als falsche Versprechungen zu einer bevorstehenden Lieferung. • Die Lager sollten in einer erstklassigen Anlage unterhalten werden. Sie sollten von Profis geleitet werden, die keine finanziellen Vorteile aus dem Abschluss des Deals ziehen. Die Inventarlisten sollten aktuell sein und die Daten durch einen unabhängigen Kontakt verifiziert werden. Macht der Lieferant den Prozess transparent? Sollen Sie den Lieferanten einfach beim Wort nehmen oder gibt es eine unabhängige Quelle welche die Angaben bestätigt? Mögliche Quellen und die Engpassbeschaffung Autorisierte Vertriebskanäle: Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, aber viele Einkäufer überprüfen die autorisierten Vertriebskanäle bei einer Engpassbeschaffung immer noch nicht. Die Suche nach alternativen Teilnummern könnte z.B. Lagerbestände bei einem anderen Händler anzeigen. Da Komponenten-Hersteller und Franchise-Händler die besten Systeme haben um Aufträge zu erfüllen, sollte man immer zuerst dort suchen. ’Marketplaces’: Eine Erweiterung des Primärmarktes – ein voll funktionsfähiger Markt verfügt über ähnliche Kontrollen wie ein Franchise-Händler. Garantieleistungen sind vielleicht nicht bei allen Aufträgen erhältlich und es gibt vielleicht technische Herausforderungen bei der Zusammenführung von Dutzenden von Anbietern. Ein richtiger Markt wird Dinge wie Datenintegrität, Auftrags- und Zahlungsabwicklung handhaben. Achten Sie auf die Inventarhandhabung – nicht alle Unternehmen sind gleich. Bulletins: Im Prinzip eine ‚Liste von Listen’. Diese Seiten listen Berichte über die Lagerbestände von mehreren Lieferanten; es wird jedoch kein Qualitäts-Check der Daten durchgeführt, oder nachgeforscht ob die aufgeführten Teile auch physisch vorhanden sind. Viele werden sich als eine Art Full-Service-Dienstleister anbieten, ihnen fehlt aber oft ein Netz von Systemen und Prozessen – wichtig, um eine sichere Auftragserfüllung zu gewährleisten. Diese Bulletin-Boards sind ein erster Schritt bei der Suche, aber Einkäufer sollten vorsichtig sein, wenn man zu viel versprochen bekommt. Lesen Sie das Kleingedruckte. Unabhängige Vertriebspartner: In den letzten Jahren haben die führenden Unabhängigen größere Investitionen in die Erweiterung ihrer Lagerkapazitäten getätigt. Es gibt jedoch Anzeichen, dass nur 15 – 20% des Umsatzes von Aufträgen kommen, bei denen die Bauteile bereits auf Lager sind, was wiederum den Gesamtschutz der Einkäufer stark verringert. Die restliche Zeit beschäftigen sich die unabhängigen Vertriebspartner mit der Vermittlung von Aufträgen und sind Verzögerungen ausgesetzt – wenn man ‚verfügbares’ Inventar bei einem ‚überseeischem Anbieter’ nutzt. Broker: Broker haben keine Lagerbestände. Einkäufer beauftragen Broker damit bestimmte Bauteile für sie zu finden – und das ist es, was sie am Besten können. Mit einem Einkäufer an der Hand werden sie überall nach jemandem – irgendjemandem – suchen, welcher die gewünschten Teile zur Verfügung hat. Die Besseren nehmen freiwillige Bestandsaufnahmen und Kontrollen vor, aber viele werden nur den Auftrag abarbeiten. Kluge Einkäufer wissen instinktiv, dass es mehrere Niveaus bei Vertrauen und Kompetenz in der Engpassbeschaffung gibt. Einkaufsabteilungen sollten die Lieferanten nach Transparenz der gelieferten Informationen, der Reife der Geschäftstätigkeit, der Inventarkontrolle (welche Bauteile habe ich auf Lager) und der Kommunikationsbereitschaft einstufen. All dies muss sehr früh geschehen und die Information sollte mehrmals im Jahr aktualisiert werden. Wenn ein Engpass entsteht, dann ist es zu spät Vertrauen aufzubauen. Autor: John P. Brown ist Mitbegründer und Vice President für Marketing und Strategie bei Verical ----------------------------------------- Dieser Artikel ist Teil einer Serie: Teil 1: Sieben Herausforderungen bei der Engpassbeschaffung Teil 2: Tipp 1: Der erste Schritt bei der Engpassbeschaffung: Vertrauen Teil 3: Tipp 2: Geschwindigkeit bei der Auswahl der Zulieferer Teil 4: Tipp 3: Was ist der Real Deal? Teil 5: Tipp 4: Lieferanten nach Qualität und Aktualität der Informationen bewerten Teil 6: Tipp 5: Transparente Preisgestaltung bei Katalogen
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2019.06.17 21:26 V13.3.21-2