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© NTU Singapore Markt | 29 Januar 2019

Neues Versuchslabor für „Künstliche Sinne“ eröffnet

NTU Singapur und das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam haben ein Versuchslabor für "Künstliche Sinne“ eröffnet. Innovative Forschungsaktivitäten im Bereich der künstlichen Sensorik werden hier gebündelt und sollen beispielsweise in der Robotik und im modernen Gesundheitswesen zum Einsatz kommen.

Die Wissenschaftler forschen dabei zum Beispiel an hautähnlichen, weichen Strukturen, die Gesundheits- und Umweltbedingungen durch intelligente Sensoren messen und Maschinen mit "künstlichen Sinnen" ausstatten. Moderne Werkstoffe, "Skin Electronics", biomedizinische Technik und künstliche Intelligenz (AI) können so in ein sensorisches Feedbacksystem integriert werden. Eine andere Vision des Forschungsverbundes ist es, die menschlichen Sinne zu erweitern. Neuartige Sensortechnologien können es ermöglichen, Radarfrequenzen oder Mikrowellen zu sehen oder zu hören, Infektionen oder genetische Muster zu riechen oder Erdbeben zu spüren. Sicherheitskräfte könnten so austretende giftige Stoffe in einer Fabrik lokalisieren, und Geologen die kleinsten tektonischen Bewegungen identifizieren und so früher vor Erdbeben warnen. „Diese Zusammenarbeit wird die Robotik und medizinische Technologien auf ein neues Level heben, da hier menschliche Sinne, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen miteinander kombiniert werden“, so NTU-Präsident Professor Subra Suresh. Davon würden unterschiedlichste Industriezweige profitieren, insbesondere aber das Gesundheitswesen. „Eine Multisensorik mit preiswerten, aber dennoch robusten Sensoren, gepaart mit dezentral neuronal verdichteten Daten, wird Instrumente hervorbringen, die in der Lage sind, wie eine intelligente Spezies zu agieren. So können „Big Data“ in eindeutige Metainformationen umgewandelt werden wie zum Beispiel Warnsignale oder Empfindungen“, ergänzt Professor Peter Fratzl, Vorsitzender der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion der Max-Planck-Gesellschaft. Das Joint Lab wird insgesamt bis zu 30 NTU- und MPIKG-Wissenschaftler beschäftigen. Schon jetzt wurden einige Sensoren präsentiert, die externe Stimuli wie Berührung, Geräusche, Druck, Licht und Temperatur direkt aufnehmen. So könnte zum Beispiel ein Gesundheitsüberwachungsinstrument, das über solche sensorischen Funktionen und künstliche Intelligenz verfügt, in der Lage sein, Ärzte und Familienmitglieder zu alarmieren, sobald Patienten oder ältere Personen in einen kritischen Zustand geraten. Wenn man Technologien wie die künstliche Intelligenz benutzt, sei man in der Lage, Systeme zu entwickeln, die besser sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken können, als es die Natur erlaubt, so Professor Louis Phee, Dekan vom NTU College of Engineering. „Integriert man diese Systeme erfolgreich in unser tägliches Leben, könnten wir sogar unsere menschlichen Sinne schärfen und so unsere Umgebung erweitert wahrnehmen“. Das Joint Lab wird ausgestattet sein mit modernsten Techniken der Materialverarbeitung, hochwertigen Signal-Analysegeräten und mit auf Algorithmen basierenden Versuchsaufbauten für Mensch-Maschine Schnittstellen und maschinelles Lernen. Es soll aber auch eine Plattform und Ausgangsbasis für Wissenschaftler, Ingenieure und Studenten sein, um eigene Ideen vom Labor in funktionierende Prototypen und damit in eine wirtschaftliche Nutzung zu übertragen.
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2019.12.03 22:29 V14.8.2-2