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Markt | 06 Dezember 2018

Studie: Umstieg auf Elektromobilität kostet zehntausende Arbeitsplätze in Deutschland

Der Wechsel bei den deutschen Autoherstellern weg vom Verbrennungsmotor und hin zum Elektroantrieb ist unumkehrbar. Allerdings werde die umweltfreundliche Antriebstechnologie auch viele Arbeitsplätze in der Industrie kosten.

Schon in gut 15 Jahren werden rund 114.000 Arbeitsplätze aufgrund der Umstellung auf den Elektroantrieb bei Pkws verloren gegangen sein. Zu diesem Schluss kommen die Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Studie. Der Großteil trifft dabei die Fahrzeugfertigung. Hier prognostiziert der Bericht einen Wegfall von rund 83.000 Stellen. Andere Gewerke müssten mit einem Abbau von etwa 30.000 Stellen rechnen. Durch die neuen Technologien entstünden zwar auch neue Arbeitsplätze. Jedoch wird diese Zahl in der Studie mit lediglich 16.000 angegeben. Die neuen Stellen würden beispielsweise bei Stromversorgern entstehen. Von der Elektrifizierung des Antriebsstrangs werden vor allem Fachkräfte negativ betroffen sein, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung die IAB-Fachleute. Auch werde der Bedarf an Spezialisten- und Expertentätigkeiten sinken. Durch die nun notwendigen zusätzlichen Investitionen der Autobranche, die Bauausgaben in die Ladeinfrastruktur und die Neuausrüstung des Stromnetzes würde die Umstellung auf E-Mobilität kurzfristig positive Folgen für den Arbeitsmarkt haben. Langfristig dominiere aber der steigende Importbedarf an Elektroautos und Traktionsbatterien. Auch bei der Bundesregierung weiß man offenbar um den drohenden Stellenwegfall in der deutschen Autoindustrie. Weil die meisten Batterien aus Asien importiert werden, wird nun versucht, im eigenen Land Batterien zu produzieren. Dafür stellt das Wirtschaftsministerium als Anschubfinanzierung eine Milliarde Euro bereit. Geht es nach Wirtschaftsminister Peter Altmaier soll der Beginn der Batteriezellenproduktion in Deutschland 2021 erfolgen. Bei Volkswagen ist man mittlerweile recht konkret was die Umstellung auf die Elektromobilität angeht. 2026 beginne der letzte Produktstart auf einer Verbrennerplattform, hat Volkswagen-Chefstratege Michael Jost dem Handelsblatt gesagt. Die Ziele des Pariser Klimaabkommens könnten nur dann erreicht werden, wenn im Jahr 2050 kein Auto mehr mit Verbrennungsmotor auf den Straßen fahre. VW will diesen Plänen nach seinen letzten Verbrenner um das Jahr 2040 herum verkaufen.
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2019.06.25 20:13 V13.3.22-1