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© thyssenkrupp Markt | 01 Oktober 2018

thyssenkrupp: Einstimmiges 'Ja' zur Teilung

Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat den PlÀnen des Vorstands zur Teilung des Konzerns in zwei unabhÀngige Unternehmen einstimmig zugestimmt.
Die IndustriegĂŒter- und die WerkstoffgeschĂ€fte sollen kĂŒnftig jeweils als eigenstĂ€ndige, börsennotierte Gesellschaften mit direktem Kapitalmarktzugang gefĂŒhrt werden. Der Vorstand ist ĂŒberzeugt, dass sich die GeschĂ€fte in dieser Neuaufstellung besser entwickeln und auf ihre StĂ€rken konzentrieren können. Beide Unternehmen sollen den Namen thyssenkrupp weiterfĂŒhren. Der Vorstand wurde damit beauftragt, in den kommenden Monaten die Details der Transaktion auszuarbeiten.

In diesem Zusammenhang hat der Aufsichtsrat Guido Kerkhoff einstimmig als CEO bestellt. Kerkhoff erhĂ€lt einen neuen FĂŒnfjahresvertrag und wird damit dauerhaft als Vorstandsvorsitzender die FĂŒhrung des Konzerns ĂŒbernehmen. Auch der Anstellungsvertrag von Personalvorstand Oliver Burkhard ist erneuert worden und lĂ€uft nun ebenfalls bis zum 30.09.2023. Der Vertrag von Dr. Donatus Kaufmann war bereits im letzten Jahr bis zum 31.01.2022 verlĂ€ngert worden. Perspektivisch soll das Vorstandsteam um einen Finanzvorstand erweitert werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Teilung in zwei Unternehmen wird als Abspaltung erfolgen. AktionĂ€re der thyssenkrupp AG werden nach der Teilung zwei Aktien halten: eine der kĂŒnftigen thyssenkrupp Materials AG (bisher thyssenkrupp AG) und eine der neuen thyssenkrupp Industrials AG. An der thyssenkrupp Materials AG werden die bestehenden AktionĂ€re weiterhin 100 Prozent halten, an der thyssenkrupp Industrials AG zunĂ€chst eine deutliche Mehrheit. Der verbleibende Anteil wird anfĂ€nglich als RĂŒckbeteiligung von der thyssenkrupp Materials AG gehalten; damit wird eine angemessene Kapitalausstattung der thyssenkrupp Materials AG sichergestellt. Schulden und Pensionsverpflichtungen werden angemessen auf beide Unternehmen verteilt. Damit erhalten beide Gesellschaften eine bessere Kapitalausstattung, die ihnen einen guten Start ermöglicht.

thyssenkrupp Industrials AG wird aus drei Einheiten bestehen: erstens dem AufzuggeschĂ€ft, zweitens dem AutomobilzulieferergeschĂ€ft und drittens dem Kernanlagenbau. Die AufzĂŒge bleiben in ihrer heutigen Aufstellung unverĂ€ndert. Components Technology wird auf das AutomobilgeschĂ€ft konzentriert. Die GroßwĂ€lzlager (Bearings) und das SchmiedegeschĂ€ft (Forged Technologies) werden aus dem Bereich ausgegliedert. Neu hinzu kommt der Bereich System Engineering, der z.B. Produktionsstraßen fĂŒr Autos baut und bisher bei Industrial Solutions angesiedelt ist. Damit werden die Automobilkompetenzen in einem Bereich gebĂŒndelt. Die dritte SĂ€ule der IndustriegeschĂ€fte wird in Zukunft der fokussierte Kernanlagenbau sein. thyssenkrupp Industrials wird demnach ein reines IndustriegĂŒterunternehmen.

Der andere Teil – thyssenkrupp Materials AG – wird aus den folgenden Einheiten bestehen: dem Werkstoffhandel Materials Services, dem 50-Prozent-Anteil an dem kĂŒnftigen Stahl-Joint-Venture, den GroßwĂ€lzlagern, dem SchmiedegeschĂ€ft sowie dem MarinegeschĂ€ft. Damit entsteht ein Werkstoffkonzern, der die Stahl- und Edelstahlproduktion, den Materialhandel sowie die stahlnahe Weiterverarbeitung vereint, ĂŒber eine fĂŒhrende Marktposition in Europa verfĂŒgt und aus einer Position der StĂ€rke heraus auch Konsolidierungschancen nutzen kann.

Guido Kerkhoff: "Wir planen die Schaffung zweier eigenstĂ€ndiger Unternehmen mit gemeinsamer DNA und starken Wurzeln aus ĂŒber 200 Jahren gemeinsamer Geschichte. Uns verbindet aber mehr als nur die Historie – nĂ€mlich ein gemeinsames VerstĂ€ndnis von Leistung und Werten. Unser Antrieb ist vor allem der unbedingte Wille zur TechnologiefĂŒhrerschaft. Mit unseren Mitarbeitern verantwortungsvoll umzugehen, ist Kern unserer Kultur. Wir stehen zur Sozialpartnerschaft und zum Standort Nordrhein-Westfalen. Daran wird sich nichts Ă€ndern. Beide Unternehmen bleiben 'thyssenkrupp'".

Die beiden Unternehmen werden eine vergleichbare GrĂ¶ĂŸenordnung haben: Auf der Basis von Pro-forma-Zahlen fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2016/17 wĂŒrde die thyssenkrupp Industrials AG mit rund 90'000 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa EUR 16 Milliarden erwirtschaften. Die thyssenkrupp Materials AG kĂ€me mit knapp 40'000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von etwa EUR 18 Milliarden.
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-2