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© Bosch (nur zu Illustrationszwecken) Markt | 27 Februar 2018

Zwei gelbe Karten für Bosch

Die EuropĂ€ische Kommission hat mit zwei getrennten BeschlĂŒssen Geldbußen gegen zwei ZĂŒndkerzenlieferanten (EUR 76 Mio.) und zwei Anbieter von Bremssystemen (EUR 75 Mio.) verhĂ€ngt, da diese Unternehmen an Kartellen beteiligt waren.
In einem Beschluss stellte die Kommission fest, dass Bosch (Deutschland), Denso (Japan) und NGK (Japan) an einem Kartell bezĂŒglich der Lieferung von ZĂŒndkerzen an Automobilhersteller im EWR beteiligt waren, und verhĂ€ngte eine Geldbuße von insgesamt EUR 76 Millionen gegen die Unternehmen. Das Kartell bestand von 2000 bis 2011 und hatte das Ziel, durch die Achtung der lange bestehenden Kundenbeziehungen der jeweils anderen Unternehmen Wettbewerb zu verhindern. So sollte der Status quo in der ZĂŒndkerzenindustrie im EWR beibehalten werden, schreibt die Kommission in einer Stellungnahme. Die drei Unternehmen hĂ€tten sensible GeschĂ€ftsinformationen ausgetauscht, verstĂ€ndigten sich in einigen FĂ€llen ĂŒber Preisangebote und ihre jeweiligen Anteile an den Lieferungen fĂŒr bestimmte Kunden und vereinbarten, seit Langem bestehende Belieferungsrechte zu achten. Die Koordinierung erfolgte durch bilaterale Kontakte zwischen Bosch und NGK bzw. zwischen Denso und NGK. Die Kommission leitete die Untersuchung ein, als Denso einen Antrag auf Geldbußenerlass nach der Kronzeugenregelung stellte. Geldbußen Ausschlaggebend fĂŒr die Höhe der Geldbußen war der Umsatz, den die betreffenden Unternehmen im EWR mit der Lieferung von ZĂŒndkerzen an Automobilhersteller mit ProduktionsstĂ€tten im EWR erzielten. DarĂŒber hinaus berĂŒcksichtigte die Kommission die Schwere der Zuwiderhandlung, die geografische Reichweite des Kartells und seine Dauer. Die Kommission ermĂ€ĂŸigte die Geldbußen fĂŒr Bosch und Denso um 10 Prozent, da die Unternehmen in geringerem Maße an der Zuwiderhandlung beteiligt waren.
UnternehmenErmĂ€ĂŸigung nach der KronzeugenregelungErmĂ€ĂŸigung nach der VergleichsmitteilungGeldbuße (EUR) Denso100%10%0 Bosch28%10%45'834'000 NGK42%10%30'265'000
In einem zweiten Beschluss stellte die EuropĂ€ische Kommission die Existenz zweier Kartelle im Bereich Bremssysteme fest. Das erste von TRW (USA, jetzt ZF TRW, Deutschland), Bosch (Deutschland) und Continental (Deutschland) gebildete Kartell betraf die Lieferung hydraulischer Bremssysteme. Das zweite Kartell, das von Bosch und Continental gebildet wurde, bezog sich auf elektronische Bremssysteme. Die Kommission verhĂ€ngte daher eine Geldbuße von insgesamt EUR 75 Millionen. Bei beiden Kartellen hĂ€tten die Automobilzulieferer das Ziel verfolgt, ihr Marktverhalten zu koordinieren, indem sie sensible Informationen, u. a. ĂŒber Preiselemente, austauschten. Die Koordinierung erfolgte auf bilateralen Treffen sowie ĂŒber TelefongesprĂ€che und E-Mails, schreibt die Kommission Im Rahmen des ersten Kartells, das von Februar 2007 bis MĂ€rz 2011 bestand, stimmten die beteiligten Unternehmen die allgemeinen Verkaufsbedingungen fĂŒr hydraulische Bremsanlagen ab, die an Daimler und BMW verkauft wurden. Das zweite Kartell wurde von September 2010 bis Juli 2011 fĂŒr eine spezifische Ausschreibung fĂŒr elektronische Bremssysteme fĂŒr Volkswagen gebildet. Die Kommission leitete die Untersuchung ein, als TRW einen Antrag auf Geldbußenerlass nach der Kronzeugenregelung stellte. Geldbußen
UnternehmenErmĂ€ĂŸigung nach der KronzeugenregelungErmĂ€ĂŸigung nach der VergleichsmitteilungGeldbuße (EUR) Daimler / BMW TRW100% / 100%10%0 Bosch35% / 35%10%12'072'000 Continental20% / 100%10%44'006'000
UnternehmenErmĂ€ĂŸigung nach der KronzeugenregelungErmĂ€ĂŸigung nach der VergleichsmitteilungGeldbuße (EUR) VW Continental100%10%0 Bosch30%10%19'348'000
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2019.02.15 09:57 V12.1.1-2