
Deutsche Unternehmen legen bei Patentanmeldungen zu
Nachdem Deutschland bei Innovationen zu Digitaltechnologien jahrelang zurückgefallen war, haben inländische Unternehmen 2024 im Vergleich zum Vorjahr bei der Zahl veröffentlichter Patentanmeldungen auf ihrem Heimatmarkt aufgeholt. Das berichtet das Deutsches Patent- und Markenamt in München.
Im vergangenen Jahr legten die deutschen Anmeldungen in einschlägigen Technologiefeldern gegenüber 2023 deutlich zu (+ 6,6 Prozent). Mit insgesamt 4.494 veröffentlichten Anmeldungen lag Deutschland im Ranking auf Rang 5.
Die Zahlen aus den Top-3-Ländern waren dagegen deutlich rückläufig oder stiegen nur leicht. Auf Rang 1 lagen weiter die Vereinigten Staaten mit 14.973 veröffentlichten Patentanmeldungen (- 5,3 Prozent), dahinter folgten China (8.900, - 11,4 Prozent) und Japan (5.405, + 0,6 Prozent). Nur in der Republik Korea war die Innovationsdynamik mit einem Plus von 12,8 Prozent noch deutlich größer als in Deutschland. Das Land lag mit 5.188 Anmeldungen auf Rang 4.
In der längerfristigen Betrachtung zeigt sich allerdings, dass der Anteil Deutschlands am Anmeldeaufkommen in den untersuchten Bereichen zurückgegangen ist: 2020 kamen noch 9,8 Prozent aller veröffentlichten Patentanmeldungen zu Digitaltechnologien von deutschen Anmeldern; im vergangenen Jahr waren es nur noch 9,2 Prozent. Vor fünf Jahren hatte Deutschland noch vor der Republik Korea auf Rang 4 gelegen.
Im zentralen Technologiefeld Digitale Kommunikationstechnik ist Deutschland zudem weiter abgerutscht. Es zeige sich auch, dass unter den Top-Anmeldern für Digitaltechnologien kaum deutsche und europäische Unternehmen sind, heißt es in einer Mitteilung. Die Rankings werden vor allem von amerikanischen und asiatischen Konzernen dominiert. Auffällig ist allerdings auch, dass der Anmelde-Boom aus China deutlich gebremst scheint.
„Deutschland ist in den vergangenen Jahren bei digitalen Schlüsseltechnologien gegenüber den innovativsten Ländern deutlich zurückgefallen. Der positive Trend bei den Patentanmeldungen muss jetzt der Beginn einer Aufholjagd sein. Deutschland hat mit seinen starken Technologieunternehmen, hervorragenden Hochschulen und talentierten Menschen alle Voraussetzungen, um auch bei den Digitaltechnologien eine führende Rolle zu spielen. Dieses Potenzial müssen wir besser in geschützte Innovationen und dann in attraktive Produkte und Geschäftsmodelle umsetzen. Dafür gilt es jetzt, die optimalen Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagte DPMA-Präsidentin Eva Schewior.