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© pichetw dreamstime.com Design Analysen | 11 Februar 2016

Die gewaltigen Auswirkungen von Erdbeben für die IC-Industrie

Forscher sch√§tzen, dass es weltweit jedes Jahr etwa 80.000 Erdbeben gibt, doch die meisten sind zu gering, um sie √ľberhaupt zu bemerken.
Die Gro√üe Erdbebenkatastrophe Ost-Japans (oder auch Das TŇćhoku-Erdbeben 2011) und der nachfolgende Tsunami am 11. M√§rz 2011 an den K√ľsten vor Sendai und Sanriku nahm tausende Menschenleben und verursachte erhebliche Sch√§den. Das Erdbeben gilt als das st√§rkste Beben in Japan, seit der dortigen Erdbebenaufzeichnungen, und als das f√ľnft st√§rkste weltweit. Viele Halbleiterfabriken, sowie andere Fabriken, die diese Industrie unterst√ľtzen, wurden deutlich durch das Beben besch√§digt. Einige mussten aufgrund der Folgen permanent schlie√üen.

Seit Beginn der IC-Produktionen in Silicon Valley, hat die IC-Industrie viele seiner Herstellungsanlagen in seismisch aktiven Regionen. Im Dezember 2015 sind rund die Hälfte aller IC-Wafer-Produktionsstätten in Gebieten, die mit einem mäßigen bis hohen Erdbebenrisiko eingestuft werden.

Einige Fakten:
  • Taiwan und Japan machen 39 Prozent der weltweiten IC-Kapazit√§t aus (Stand Dezember 2015). Beide L√§nder k√∂nnen als seismisch aktive Gebiete betrachtet werden.
  • Obwohl S√ľdostasien generell als starke Erdbebenregion eingestuft werden kann, so k√∂nnen Singapur und Malaysia als relativ sicher hinsichtlich Erdbeben betrachtet werden. In China wird Peking mit einem m√§√üigen bis hohen Erdbebenrisiko betrachtet, w√§hrend St√§dte wie Shanghai, Shenzhen und Wuxi als eher sicher betrachtet werden. Vergleichsweise hat der S√ľden Frankreichs ein moderates Erdbebensrisiko, w√§hrend Mittel- und Nordfrankreich eher au√üerhalb der Gefahrenzone liegen.
64 Prozent der Pure-Play IC Foundry Kapazitäten liegt in Erdbebenregionen. Zwei der größten Foundry-Unternehmen, TSMC und UMC, haben eine starke Präsenz in Taiwan. Ein katastrophales Erdbeben oder ein Taifun hätten schwerwiegende Auswirkungen auf die gesamte Elektroniklieferkette. Da jedoch Foundry-Unternehmen viele verschiedene Kunden haben, wären die Auswirkungen sehr viel stärker.

Vor ein paar Jahren wurde IC Insights damit beauftragt, eine eigene Marktstudie f√ľr eine gro√üe Versicherungsgesellschaft durchzuf√ľhren. Das Unternehmen wollte ein Modell entwickeln, um zu erfahren, wie viel Elektronik-Umsatz verloren gehen w√ľrde, wenn Fabriken in Taiwan, aufgrund eines Erdbebens oder eines Taifuns, f√ľr zwei bis drei Monate heruntergefahren werden m√ľssten. Wenn beispielsweise nur der Hsinchu Science Park betroffen w√§re, in dem 45 Prozent der gesamten Waferkapazit√§t von Taiwan liegt, dann w√ľrde der Nettoverlust f√ľr jeden Monat, in dem die Fabs in Hsinchu au√üer Betrieb w√§ren, bei 9,3 Milliarden US-Dollar liegen. Dar√ľber hinaus w√ľrden weitere negative Effekte auf die weltweite Elektronikbranche ausge√ľbt werden.

Obwohl die IC-Industrie einen Gro√üteil seiner Fertigungskapazit√§t in "gef√§hrlichen" Bereichen hat, denken die K√§ufer von ICs dar√ľber nicht weiter nach. Alles ist so lange "gut", bis eines Tages eine verheerende Naturkatastrophe einbricht. Aber auch wenn diese tragischen Ereignisse nicht vorherzusagen sind, so ist es doch nicht unm√∂glich Vorkehrungen zu treffen. Die Gro√üe Erdbebenkatastrophe Ost-Japans h√§tte eigentlich ein Weckruf f√ľr die ganze Elektronikbranche sein m√ľssen, um die Industrie voranzutreiben und neue Notfallpl√§ne zu erstellen, nur f√ľr den Fall der F√§lle, doch dies ist nicht passiert.
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-2