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© kemet Markt | 11 Mai 2015

Eine saubere Sache - Rohstoffe aus dem Kongo

"Ja, wir haben etwas Geld ausgegeben. Und ja, die Überwachung dieser Prozesse ist mit einigen Anstrengungen verbunden", erklärt Per Loof, Kemet-Chef. Man kann das Schulterzucken und das 'Na und?' förmlich übers Telefon hören.

Aber ich will ihm hier nicht irgendwelche Worte in den Mund legen. "Aber das ist keine große finanzielle Anstrengung. Es braucht jedoch Zeit und Gespräche müssen mit allen Beteiligten geführt werden." Kemet bezieht sein Tantal aus der Demokratischen Republik Kongo, einem Land, in dem ein erbarmungsloser Konflikt tobt. Und der Handel mit Konfliktmineralien fördert diesen Konflikt. Und Kemet versucht seine Versprechen - and Kunden und Verbraucher - einzulösen. Produkte sollen mit einer sauberen und geschlossenen Lieferkette produziert werden. Gleichzeitig will das Unternehmen auch etwas an die Region zurückgeben. Kemets Bemühungen in diese Richtung sind für die Demokratische Republik Kongo - und hier speziell die Abbauregion - von Vorteil. Doch die ganze Arbeit scheint auch ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie zu sein.
"Es ist eigentlich ganz einfach. Es ist uns wichtig ohne Konfliktmineralien zu produzieren. So können wir die Stabilität unserer Lieferkette gewährleisten", sagt Per Loof, CEO von Kemet. Das Thema liegt Per Loof sehr am Herz; das ist während des Gesprächs zu hören. Eine Produktion frei von Konfliktmineralien: das ist - unterm Strich - die Antwort auf fast jede Frage. Abgesehen davon, dass man "das Richtige tut", gibt es einige echte Vorteile für Unternehmen. Ja, es kostet Geld. Aber man sollte es als Investition ansehen. Es braucht Anstrengungen, aber die Mühe zahlt sich aus. Im Jahr 2010 wurde der Dodd-Frank Act eingeführt; eine Gesetzgebung, die die Hersteller zwingt ihre Lieferketten zu prüfen und die Nutzung von Konfliktmineralien anzumelden. Und Kemet nutzte die Chance. "Wir haben mit diesem Prozess Ende 2010 begonnen. Die Gesetzgebung war ganz neu und wir sahen uns in der Lage dies zu tun. Wir haben nach einem Bergbauunternehmen gesucht, mit dem wir arbeiten konnten. Und unsere erste Idee was eine Mine oder einen Teil davon zu kaufen. Bald sahen wir jedoch ein, dass es wahrscheinlich besser ist, wenn wir nicht besitzen sondern eher unterstützen. Und zwar dort wo sie Unterstützung brauchten." Das Unternehmen investierte Geld, Zeit und Mühe, um den Prozess in Gang zu bringen. Vier Jahre später und Kemet kann mit Stolz verkünden, dass das verwendete Tantal aus einer sauberen Quelle stammt. "Für uns und mich persönlich war eine sehr lohnende Erfahrung. Ich habe den Ort mehrere Male besucht und ich werde in ein paar Monaten wieder dort sein. Es ist faszinierend, die Unterschiede zu sehen. Vor vier Jahren war die Mine noch ein Loch in der Erde. Und ich meine buchstäblich nur ein Loch im Boden. Menschen gruben mit Schaufeln und der einfachsten Ausrüstung. Nun gibt es eine industriell aufgezogene Mine. Es werden Rohstoffe gefördert, die wir benutzen können. Gleichzeitig hat das ganze Dorf profitiert. Es wärmt einem wirklich das Herz." Über 'konfliktfrei oder nicht' gibt es keine Verhandlungen Aus Sicht des Unternehmens hat sich die Mühe gelohnt. Und auch für das Dorf gibt es nur Vorteile. Ein Teil des Gewinns wird in das Dorf zurückgegeben. So wurde ein Krankenhaus, eine neue Schule, solarbetriebenen Straßenleuchten und ein Brunnen für sauberes Wasser gebaut. "Für uns ist konfliktfrei – abgesehen davon, dass es das Richtige ist – eine absolute Notwendigkeit. Hier machen wir keine Abstriche. Einige unserer größten und wichtigsten Kunden würden niemals bei uns bleiben, wenn wir keine konfliktfreien Produkte garantieren könnten. Und die Zahl der Unternehmen, die diesen Kodex lebt wächst. Es ist also ein absolutes Muss.“ Zu teuer und zu kompliziert? Auch diesen Argumenten kann Per Loof nichts abgewinnen. "Ich kann verstehen, dass es Komplikationen bei der Überprüfung aller Zinnhütten geben kann. Ich kann das wirklich verstehen. Aber wenn man alles der Reihe nach macht, immer einen Schritt vor den anderen setzt, dann kommt man, am Ende, am Ziel an.“ Viele Unternehmen müssen sich anstrengen, um eine adäquate Absicherung mit Mineralien zu garantieren. Und Tantal wird nur spärlich gefördert. Im Vergleich zu Zinn (Cassiterit) – ebenfalls ein Konfliktmineral – ist die Fördermasse gering; gerade mal fünf Prozent. Daher muss bei der Beschaffung von Zinn auch mehr Arbeit geleistet werden. Ob staatliche Stellen genug Hilfestellung geben, will ich wissen. Die US-amerikanische Gesetzgebung sei, so Per Loof, durchaus hilfreich und nützlich. „Wenn wir solche Regelungen nicht haben würden, dann würde es ständig Diskussionen und Gespräche geben. Nun haben wir Regelbuch an das wir uns halten müssen. Und wenn man alles richtig macht, dann kann man bei 'konfliktfreie Produktion' ein Häkchen machen. Das macht einen großen Unterschied.“ Zum Abschluss möchte ich noch wissen, ob man – sicher und konfliktfrei – elektronische Produkte produzieren kann. Und das mit Rohstoffen aus der Demokratischen Republik Kongo. Die Antwort ist kurz: "Ja."
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