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© Bosch Markt | 19 MĂ€rz 2014

Bosch bringt den Autopiloten auf die Straße

Das Automobil steht in den kommenden Jahren vor großen VerĂ€nderungen. „Der Verkehr der Zukunft ist elektrisch, automatisiert und vernetzt“, fasst Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-GeschĂ€ftsfĂŒhrung, am 18. MĂ€rz 2014 seinen Vortrag auf dem 14. Internationalen Stuttgarter Symposium „Automobil und Motorentechnik“ zusammen.
Das ist eine ProduktankĂŒndigung von Bosch. Allein der Emittent ist fĂŒr den Inhalt verantwortlich.
„Automatisiertes Fahren kann die Zahl der UnfĂ€lle drastisch senken und sorgt damit fĂŒr deutlich mehr Sicherheit im Straßenverkehr“, so Denner. „Ein verbesserter Verkehrsfluss senkt darĂŒber hinaus den Verbrauch.“ Bereits heute ĂŒbernehmen Assistenzfunktionen unterschiedlichste Fahraufgaben. Noch leistungsfĂ€higere Systeme werden in Zukunft den Autofahrer immer umfassender unterstĂŒtzen und so Schritt fĂŒr Schritt den Weg zum vollautomatisierten Fahren bereiten. Der Bosch-Chef beleuchtete den Nutzen des automatisierten Fahrens sowie die noch zu lösenden Herausforderungen. „1,2 Millionen Leben zu retten, ist eine immense Motivation“, sagt Denner, und verweist damit auf die geschĂ€tzte Zahl der jĂ€hrlichen Verkehrstoten weltweit. In Deutschland beispielsweise werden nahezu 90 Prozent aller VerkehrsunfĂ€lle vom Fahrer verursacht. Hier kann eine umfassende UnterstĂŒtzung in kritischen Situationen sowie bei monotonen Fahrsituationen die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen. Automatisiertes Fahren ist aber auch wirtschaftlich. Auf Basis aktueller Verkehrsdaten kann es den Verkehrsfluss verbessern und so den Kraftstoffverbrauch jedes Fahrzeugs senken. Und nicht zuletzt: „Automatisiertes Fahren hĂ€lt auch Ă€ltere Menschen mobil und leistet damit einen wichtigen sozialen Beitrag“, sagt Denner. Automatisiertes Fahren kommt Schritt fĂŒr Schritt Seit ĂŒber zehn Jahren hĂ€lt die Adaptive Cruise Control bereits selbststĂ€ndig die Geschwindigkeit und den Abstand zum Vordermann. Aktuell am Start ist der Stauassistent, der das Fahrzeug bis zu Geschwindigkeiten von rund 60 km/h auch in der Spur hĂ€lt. Diese UnterstĂŒtzung wird Schritt fĂŒr Schritt weiter ausgebaut. „SpĂ€testens 2020 ist das hochautomatisierte Fahren serienreif, in der nĂ€chsten Dekade folgt das vollautomatisierte Fahren“, prognostiziert Denner. Muss der Fahrer beim Erstgenannten das Fahrzeug nach kurzer Zeit noch ĂŒbernehmen können, kann er sich im vollautomatisierten Modus zumindest auf Autobahnen durchgĂ€ngig fahren lassen. Zeitlich sogar noch frĂŒher automatisiert Bosch das Parken. DemnĂ€chst steuert Bosch-Technik das Auto fahrerlos per Smartphone-App in die freie LĂŒcke, und in einigen Jahren findet es im Parkhaus von ganz allein den Weg zum freien Stellplatz. Diese schrittweise Entwicklung ist technisch bedingt, hat aber auch einen großen psychologischen Vorteil. „Autofahrer erfassen so Schritt fĂŒr Schritt den Nutzen der neuen Technik“, so Denner. Aufgeschlossen zeigen sich die Autofahrer schon heute. So hat eine Bosch-Umfrage in sechs europĂ€ischen LĂ€ndern ergeben, dass bereits 59 Prozent der Befragten automatisiertes Fahren gut finden. Sie möchten es aber aktiv ausschalten können. Rein wirtschaftlich ist bereits heute ein attraktiver Markt mit glĂ€nzenden Wachstumschancen entstanden. „2016 wird Bosch bereits eine Milliarde Euro mit Fahrerassistenz erlösen“, prognostiziert Denner. Das Bosch-Projektteam „Automatisiertes Fahren“ ging bereits 2011 an den Start und arbeitet in Abstatt bei Stuttgart sowie in Palo Alto an der Zukunft des Autofahrens. Seit Anfang 2013 ist man auch bereits auf deutschen Autobahnen unterwegs – als erster Zulieferer. „Die frĂŒhzeitige Erprobung im realen Straßenverkehr beschleunigt die Entwicklung immens“, sagt Denner. Automatisiertes Fahren erfordert umfassendes SystemverstĂ€ndnis In den kommenden Jahren haben die Entwickler noch vielfĂ€ltige Aufgaben zu lösen, denn das automatisierte Fahren hat Einfluss auf alle Bereiche im Auto. „Nur Hersteller und Zulieferer mit einem umfassenden SystemverstĂ€ndnis werden erfolgreich sein“, sagt Denner. Die fĂŒnf Entwicklungsschwerpunkte formuliert der Bosch-Chef wie folgt:
  • Sensorkonzept fĂŒr die 360°-Umfelderfassung: Welche Sensortechniken sind nötig, um ein so gutes Bild der Fahrzeugumgebung zu erhalten, dass sich die richtigen Handlungsempfehlungen ableiten lassen? Bosch hat bereits ĂŒber eine Million Radar- und Videosensoren verkauft und nutzt die Erfahrung zur Entwicklung einer leistungsfĂ€higen und dennoch kostengĂŒnstigen Umfelderfassung, die den Anforderungen des automatisierten Fahrens genĂŒgt.
  • Redundante Systemarchitektur: Um die grĂ¶ĂŸtmögliche VerfĂŒgbarkeit auch beim Ausfall einer Komponente sicherzustellen, wird sich die Fahrzeugarchitektur Ă€ndern. Die nötige Redundanz fĂŒr die Bremse beispielsweise hat Bosch bereits verfĂŒgbar. So können der elektromechanische BremskraftverstĂ€rker iBooster sowie das ESP unabhĂ€ngig voneinander das Auto selbsttĂ€tig abbremsen.
  • Funktionssicherheit gegen Fehlfunktionen und Angriffe von außen:Zur ÜberprĂŒfung der funktionalen Sicherheit nutzt Bosch leistungsfĂ€hige Methoden. Die anschließende Freigabe, die sogenannte Validierung, erfordert jedoch neue AnsĂ€tze, um den Aufwand zur Freigabe eines Autopilot-Systems auf dem heutigen Niveau zu halten. Mit den gĂ€ngigen AnsĂ€tzen mĂŒssten ĂŒber 250 Millionen Testkilometer abgefahren werden. Gegen versuchte Eingriffe von außen setzt Bosch schon heute auf eine duale Architektur, die Infotainment-Funktionen im Bordnetz von den fahrrelevanten Systemen trennt. ZusĂ€tzlich bietet der Elektronikexperte ergĂ€nzende hard- und softwarebasierte Lösungen fĂŒr die Datensicherheit und den Zugriffsschutz. „Die Automobilindustrie braucht klare, einheitliche Regelungen zum Datenschutz und zur Datensicherheit“, macht Denner klar.
  • Hochgenaue Kartendaten: Eine Kartengenauigkeit von rund einem Meter ist fĂŒr aktuelle NavigationsgerĂ€te völlig ausreichend – nicht aber fĂŒr vollautomatisierte Fahrfunktionen. HierfĂŒr nötige Karten benötigen eine Auflösung von zehn Zentimetern und mĂŒssen hochaktuell sein, um vorausschauend auf dem richtigen Weg zu bleiben.
  • Rechtliche Regelungen:Auf Basis der Wiener Konvention aus dem Jahr 1968, die in vielen LĂ€ndern weltweit die Grundlage fĂŒr das nationale Recht ist, sind lediglich teilautomatisierte Funktionen möglich. „Zulassungsregelungen sowie Fragen der Produkthaftung werden von VerbĂ€nden, Regierungen und der Versicherungswirtschaft bereits intensiv diskutiert“, sagt Denner.
Vernetzte Autos sind sicherer, effizienter und komfortabler Auch wenn die Anbindung des Autos an das Internet fĂŒr das automatisierte Fahren kein Muss ist, erhöht sie dessen Sicherheit und Effizienz weiter. So können die Fahrzeuge hochaktuelle Daten ĂŒber Staus oder Baustellen erhalten, und sogar die Information ĂŒber Verkehrszeichen, die andere Fahrzeuge erfasst haben. Die RoutenfĂŒhrung der Navigation kann so optimiert werden. Die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander ermöglicht eine schnelle Warnung vor Gefahrenstellen wie dem Stauende oder einem sich nĂ€hernden Rettungsfahrzeug. Ebenso möglich werden neue Dienstleistungen, wenn Daten mit Sicherheitsleitstellen, Versicherungen oder Flottenbetreibern ausgetauscht werden. So ist der Bereich Bosch Communication Center bereits heute mit mehreren Automobilherstellern mit eCall-Lösungen in Serie, und das Tochterunternehmen Bosch Software Innovations plant mit LeasePlan ein völlig neues Flottenmanagement. „Vernetzte Funktionen werden kĂŒnftig als elementarer Bestandteil der Fahrzeugarchitektur dem Autofahrer mehr Komfort, Effizienz und Sicherheit bringen“, sagt Denner. ----- Automatisiert auf der A81: Hochautomatisiert fahren Bosch-Entwickler auf deutschen Autobahnen. Die Testfahrten helfen, die Funktionen in alltĂ€glichen Fahrsituationen zu erproben und weiter zu verbessern. Das erarbeitete Sicherheitskonzept wurde vom TÜV SĂŒd geprĂŒft und fĂŒr gut befunden.
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2019.02.15 09:57 V12.1.1-1