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Elektronikproduktion | 09 März 2009

Mikron: Sondereffekte und Nachfragerückgang führen zu unbefriedigendem Ergebnis

Die auf die Herstellung von Bearbeitungs- und Montagesystemen spezialisierte Mikron Gruppe bekam im zweiten Halbjahr die sich verschärfende allgemeine Wirtschaftskrise deutlich zu spüren. Für das Geschäftsjahr 2008 weist Mikron einen Betriebsverlust von CHF -15.5 Mio. und einen Unternehmensverlust von CHF -14.6 Mio. aus.
Damit erlitt die mehrere Jahre anhaltende operative Verbesserung einen herben Rückschlag. Der Bestellungseingang erreichte CHF 233.6 Mio. (-25.0%), der Umsatz CHF 264.2 Mio. (-0.4%). Für das Geschäftsjahr 2009 wird ein deutlich tieferes Gesamtvolumen erwartet. Entsprechend wurde, wie bereits im Januar mitgeteilt, an fast allen Standorten eine Anpassung der Kapazitäten eingeleitet. Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld sind Prognosen für das Jahr 2009 äusserst schwierig. Den sich ändernden Anforderungen des Marktes begegnet Mikron mit innovativen und unkonventionellen Lösungen und nutzt so die sich bietenden Chancen.

Die noch anfangs 2008 auszumachenden Vorwärtstrends in der Realwirtschaft wendeten sich in der zweiten Jahreshälfte zu einem drastischen Umschwung, der das Geschäftsjahr der Mikron Gruppe deutlich beeinflusste. Weitere, belastende Geschäftsvorfälle führten dazu, dass das Ergebnis für das gesamte Geschäftsjahr unbefriedigend ausfiel. Allerdings täuscht dieses darüber hinweg, dass die Mikron Gruppe im Berichtsjahr ihre Marktstellung verstärken konnte, wichtige Schritte der Modernisierung vollzogen hat und sich mit Innovationen auf die Zukunft vorbereitet hat.

Sondereffekte und Nachfragerückgang belasten Ergebnis
Für das Geschäftsjahr 2008 weist die Mikron Gruppe einen Betriebsverlust (EBIT) von
CHF -15.5 Mio. (Vorjahr: CHF +11.8 Mio.) aus. Nachdem zur Jahresmitte die angestrebte Verbesserung der Vorjahresergebnisse noch realistisch erschien, mussten im Laufe des zweiten Halbjahres die Ergebniserwartungen laufend nach unten korrigiert werden.

Der Verlust der Mikron Gruppe geht fast ausschliesslich auf Einflüsse der Division Machining Technology zurück: Im Rahmen von zwei Kundenaufträgen mussten grössere ausserordentliche Aufwendungen verbucht werden. Dazu kommen Verluste des Produktionsstandortes Rottweil (Deutschland) und der im Jahr 2007 akquirierten Gesellschaft Namco SA (Schweiz). Der gegenüber dem Schweizer Franken schwächere Euro sowie die als Folge des raschen Konjunkturabschwungs fehlenden Volumen beeinflussten das Betriebsergebnis (EBIT) ebenfalls negativ. Ausserdem mussten aufgrund von zahlreichen aufgeschobenen Kundenprojekten und somit verzögerten Erfolgsaussichten die Lagerbestände und Entwicklungskosten für einzelne Produktlinien abgeschrieben werden.

Beim Unternehmensergebnis für das Geschäftsjahr 2008 resultiert Verlust von CHF -14.6 Mio. (Vorjahr: CHF +7.2 Mio.). Das Finanzergebnis war dank einem Nettozinsertrag auf den flüssigen Mitteln sowie einem positiven Währungseinfluss aus Devisenabsicherungsgeschäften positiv. Die Bilanzsumme reduzierte sich um 8.6%. Mit einer Nettoliquidität von CHF 25.9 Mio. war die Mikron Gruppe de facto schuldenfrei. Die Eigenkapitalquote hat sich leicht auf 68.5% (Vorjahr: 67.5%) erhöht.

Bestellungsrückgang 2008
Der Bestellungseingang lag mit CHF 233.6 Mio. deutlich unter dem Vorjahr (-25.0%), aber immer noch leicht über dem Wert von 2006 (+2.1%). Ein Rückgang wurde mit Blick auf den ausserordentlich hohen Vorjahreswert erwartet, allerdings fiel dieser als Folge des Konjunkturabschwungs im zweiten Halbjahr deutlicher aus als geplant. Erfreulich war die Tatsache, dass beide Divisionen in zum Teil neuen Marktsegmenten Aufträge von grossen internationalen Kunden gewinnen konnten, unter anderem im Bereich Präzisionstechnik und Elektromechanik.

Die Division Machining Technology (-23.2%) spürte nach einem sehr guten ersten Halbjahr die Auswirkungen des Abschwungs in der Automobilindustrie am deutlichsten. Betroffen waren neben dem Geschäft mit Neumaschinen auch das Geschäft mit Schneidwerkzeugen. Im Dezember wurde der Auftragsbestand durch die Stornierung von Kundenaufträgen im Wert von CHF 7.5 Mio. zusätzlich reduziert.

Die Division Assembly Technology (-28.8%) profitierte von einem weitgehend stabilen wirtschaftlichen Umfeld im Marktsegment Medical/Personal Care und bekam die wirtschaftliche Abkühlung bisher weniger zu spüren. Nach einem Rekordvolumen im Vorjahr erzielte die Division im Jahr 2008 erneut ein gutes Bestellvolumen und beendete das Jahr mit einem guten Auftragsbestand.

Umsatzvolumen auf gutem Niveau
Beim Umsatz wurde das gute Niveau des Vorjahres nochmals erreicht (-0.4%). Dies obwohl vor allem die Division Machining Technology (+1.4%) im zweiten Halbjahr einen deutlichen Nachfragerückgang aus der Automobilindustrie verzeichnen musste. Die Division Assembly Technology (-3.7%) verbuchte trotz leichtem Rückgang ein erneut gutes Umsatzvolumen.

Die Auslastung an den beiden Hauptproduktionsstandorten Agno und Boudry (Schweiz) war insgesamt gut. Die Division Machining Technology hatte bereits im November auf die markant rückläufige Nachfrage aus der Automobilindustrie reagiert und baute am Standort Rottweil (Deutschland) einige Stellen ab. Gleichzeitig wurde am Standort Agno für einen Teilbereich der Werkzeugproduktion Kurzarbeit eingeführt.

Ausblick
Die Mikron Gruppe bereitet sich auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2009 vor. Die im 4. Quartal 2008 sehr deutlich eingetretene Abkühlung wird sich aufgrund der hohen Vernetzung der internationalen Märkte voraussichtlich noch weiter als bisher sichtbar in die Breite entwickeln Die Division Machining Technology startet mit einem knappen Auftragsbestand ins neue Jahr. Erwartet wird ein deutlich tieferes Gesamtvolumen. Insbesondere im für die Division wichtigen Segment Automotive wird nicht mit einer Erholung innert kurzer Frist gerechnet. Der Auftragsbestand für die Division Assembly Technology kann als noch gut bezeichnet werden und beinhaltet einen hohen Anteil an Projekten aus dem Segment Medical/Personal Care. Mit Ausnahme dieses Marktsegmentes wird in allen weiteren Segmenten eine nachlassende Investitionstätigkeit auf Kundenseite erwartet.

Diese Einschätzungen führten zu Vorkehrungen zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Wie bereits im Januar mitgeteilt, wurde in den ersten Wochen des neuen Geschäftsjahres an fast allen Standorten eine Anpassung der Kapazitäten eingeleitet. Die schlechtere Visibilität und das sich rasch verändernde Umfeld erfordern eine fortlaufende Beurteilung der Situation und, wenn nötig, eine rasche Umsetzung neuer Massnahmen.

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