Elektronikproduktion | 22 März 2007

Miele auf dem Sprung nach Tschechien

Miele ist eine der bekanntesten deutschen Marken und verkörpert wie kaum ein anderes Unternehmen das Ideal von Solidität und Zuverlässigkeit durch „Made in Germany“. Noch entfallen rund 90 Prozent der Wertschöpfung auf Deutschland. Nun aber will Miele erstmals große Mengen eines Kernproduktes in einem Billiglohnland fertigen.
Noch vor knapp zwei Jahren betonte Geschäftsführer Markus Miele: „Unsere Geräte müssen aus Deutschland kommen.“ Ausländische und deutsche Händler wollten das so. Jetzt plant Miele die Verlagerung der Hälfte seiner Wäschetrockner-Fertigung ins Ausland. Eine von zwei Fertigungslinien soll im Sommer in das Werk Unicov in Tschechien verlegt werden. Seit Dezember 2003 werden dort Nischenprodukte, wie Toplader-Waschmaschinen und andere Kleinserien, hergestellt. Erstmals sollen jetzt große Mengen eines Kernproduktes in einem Billiglohnland gefertigt werden.

Miele indes spricht nicht von „Verlagerung“ sondern vom Aufbau einer neuen Produktion. Einen Stellenabbau soll es nicht geben und die bisher in der Trocknerfertigung beschäftigten 130 Mitarbeiter sollen für die Erweiterung der Produktion von Waschmaschinen eingesetzt werden.

Andere Hausgerätehersteller haben einen Großteil ihrer Fertigung schon lange an billigere Standorte verlagert. Erst kürzlich hatte Electrolux die Waschmaschinenproduktion vom AEG-Werk in Nürnberg nach Polen. Und Bosch-Siemens hat seinen größten Fertigungsstandort inzwischen in der Türkei.

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