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Elektronikproduktion | 03 Dezember 2010

BMZ: Großes Lithium-Ionen Vorkommen in Bolivien bleibt ungehoben

In La Paz, dem Regierungssitz von Bolivien, stehen die Investoren Schlange.
Lithiumcarbonat ist ein unauffälliges Pulver. Es ist noch leicht feucht, fein und weiß, wenn es in der Fabrik vom Band fällt. In Kunststoffsäcken tonnenweiseverpackt, liegt es wie Mehl oder Zement da: Nur ein weiterer Rohstoff für die Industrie,der über die Meere verschifft wird, so beginnt eine Meldung der BMZ GmbH.

Lithium kritischer Engpass-Rohstoff für e-Mobilität
Nicht ganz, so die Meldung weiter, denn Lithiumcarbonat wird eine große Zukunft prophezeit. Es ist der wichtigste Bestandteil aufladbarer Batterien, der Lithium-Ionen-Akkus. Sie halten Millionen Laptops, Handys und Smartphones am Laufen - und sie sollen auch der Automobilindustrie den Weg in eine neue Boomzeit ebnen. Die Branche soll weg vom knappen Öl, hin zu einer sauberen, klimafreundlichen Mobilität. So gibt es die Politik vor und Autohersteller in aller Welt arbeiten daran. Lithium-Ionen-Akkus sind das derzeit aussichtsreichste Modell, um die Antriebsenergie von Elektro- und Hybridautos zu speichern. Doch sollten Elektro-Autos den Markt in den nächsten Jahrzehnten erobern, könnte Lithium schnell knapp werden. In höheren Konzentrationen tritt das Leichtmetall in Mineralquellen, Salinen und im Meerwasser kaum auf. Das Karlsruher Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung rechnet damit, dass es im Jahr 2050 bei der Versorgung eng werden könnte, falls Autos mit Verbrennungsmotor bis dahin weitgehend vom Markt verdrängt sind.

Chilenische und deutsche Firmen Weltmarktführer
Den größten Anteil am Lithium-Weltmarkt haben die chilenische Aktiengesellschaft SQM und die deutsche Chemetall, die laut Chemetall jeweils rund 30 Prozent des Marktes besetzen. In Chile und in Nevada stellt Chemetall derzeit mehr als 30 000 Tonnen Lithiumcarbonat pro Jahr her, etwa ein Viertel der weltweiten Nachfrage. Ein Ausbau auf mehr als 50 000 Tonnen sei geplant, sagt Chemetall-Sprecher Thomas Krause. "Wir haben viele Besucher, vor allem aus der japanischen Automobilindustrie. Sie zeigen uns Charts der künftigen Nachfrage, und die ist unglaublich. Wir müssen vorbereitet sein", ergänzt sein chilenischer Kollege Andrés Barrientos.

Armes Bolivien mit reichen Bodenschätzen
Auch der Nachbar Bolivien will seinen riesigen Schatz endlich heben. Gemessen an den Kostbarkeiten im Boden gehört Bolivien zu den reichsten Ländern der Welt: Es besitzt Zinn, Blei, Zink, Silber, Erdöl, Erdgas, Eisenerz, Wolfram und Gold - und ist doch eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Es hat große Probleme, den Abbau von Lithium selbst in die Wege zu leiten. Die Konkurrenten sind schon viel weiter.
Noch liegt Boliviens Lithium unangetastet unter dem Salar de Uyuni, einer rund 11 000 Quadratkilometer großen, weiten Salzebene im Südwesten des Landes. Etwa 50 000 Menschen leben hier. Die Gegend ist staubig und karg; reich wurde hier bislang keiner. Doch seit einigen Monaten sind die Menschen von Uyuni im Lithiumrausch, und mit ihnen das ganze Land.

Bolivien durch Lithium auf dem Weg zum Industrieland?
In La Paz, dem Regierungssitz von Bolivien, stehen die Investoren Schlange: der Autobauer Mitsubishi und der Mischkonzern Sumitomo aus Japan, der Konzern LG aus Korea. Auch aus China, Russland, Brasilien und den USA kämen Interessenten, sagt Vizepräsident Álvaro García Linera. Bald wolle man mit ihnen in Verhandlungen treten, es gehe um die Gründung eines gemeinschaftlichen Lithium-Unternehmens. Man werde lernen, in Bolivien Lithiumbatterien herzustellen, Elektroautos gar, erzählt Álvaro García euphorisch.
Bolivien könne durch das Lithium zum Industrieland werden, verkündete sein Präsident Evo Morales vor einigen Monaten, und das ohne Kapital oder Technologie aus dem Ausland. Jetzt sagt sein Bergbauminister José Antonio Pimentel Castillo: "Wir brauchen Partner und Kapital, um das Lithium im Land zu verarbeiten."
Bolivien werde sich die Zeit nehmen, die für eine unabhängige Entwicklung nötig sei, hält der amtierende Bergbauminister José Pimentel dagegen. "Wir müssen unsere Lithium-Vorkommen selbst nutzen", sagt Antonio Vera Jiménez, Manager der bolivianischen Bergbaufirma Hansa. "Nicht für uns, dazu wird es zu lange dauern. Aber wir entwickeln es für unsere Kinder."

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