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Elektronikproduktion | 13 Mai 2009

Weltweite Auslastung der Halbleiter-Fertigungen wird im zweiten Quartal steigen

iSuppli geht davon aus, dass sich die Halbleiterindustrie im zweiten Quartal einen kleinen Schritt vom Abgrund wegbewegt, da sich die Auslastung der Fabriken erstmals seit einem Jahr erhöht.
Es wird erwartet, dass sich die Kapazitätsauslastung der Halbleiterfertigungen weltweit von 49% im ersten Quartal auf 60% im zweiten Quartal 2009 erhöhen wird. Diese Steigerung markiert den ersten Quartalsanstieg der Fabrikenauslastung seit dem zweiten Quartal 2008.

„Der erwartete Anstieg im zweiten Quartal signalisiert, dass die Halbleiterindustrie in die Erholungsphase eingetreten ist,“ erläutert Len Jelinek, Director und Chief Analyst Semiconductor Manufacturing bei iSuppli. „Die Halbleiterhersteller haben bereits ihre Personalstärke angepasst und die Produktionsanlagen stillgelegt, die sie zur Bedienung der aktuellen, niedrigen Nachfrage nicht benötigen. Diese Maßnahmen wirken jetzt und sorgen für einen höheren Auslastungsgrad der Fabriken.“

Durch diese Reduzierung der Personal- und Maschinenkapazität sank die gesamte Halbleiter-Produktionskapazität von 756 Mio. Quadratzoll Silizium im vierten Quartal 2008 auf nunmehr 732 Mio. Quadratzoll Silizium im ersten Quartal 2009. Aufgrund dieser besseren Anpassung der Kapazitäten an den aktuellen Bedarf wird die Auslastung im dritten Quartal voraussichtlich auf 75% steigen, bevor sie im vierten Quartal wieder leicht sinken wird. Nach einem relativ gleichbleibenden ersten Quartal 2010 sieht iSuppli einen Anstieg der Auslastung über mehrere Quartale hinweg. Auf der Nachfrageseite berichteten die Halbleiterhersteller gegen Ende des ersten Quartals einen leichten Anstieg des Bestellvolumens.

„Als Ergebnis dieser Maßnahmen werden sich die Margen der Integrated Device Manufacturer (IDM) und der Foundries im zweiten Quartal verbessern,“ erklärt Jelinek. „Abhängig davon, wie effektiv sie ihre Kosten gesenkt und die Kapazität an die verringerte Nachfrage angepasst haben, werden die Unternehmen ihren Investoren auch deutliche finanzielle Verbesserungen, insbesondere in Bezug auf den Cashflow, aufzeigen können. Für die gesamte Halbleiterindustrie ist die steigende Auslastung die Grundlage für angemessenere Chip-Preise in der Zukunft. Das könnte der Chipindustrie wieder zu steigenden Umsätzen in den kommenden Quartalen verhelfen.


Bild 1 zeigt iSupplis Prognose der weltweiten Halbleiter-Fabrikauslastungen.

Die 5-Phasen-Erholung
Wenn Halbleiterunternehmen versuchen, wieder in die Gewinnzone zurückzukehren, steht meistens die Chip-Produktion im Fokus der Bemühungen, da die Controller bei ihren Ansätzen zur signifikanten Kostensenkung stets zuerst die Arbeitsbedingungen der Produktion analysieren. Um dem Abschwung zu begegnen, treten die Halbleiter-Hersteller in aller Welt in das übliche 5-Phasen-Erholungsprogramm ein (Bild 2).



„Während der ersten Phase des Abschwungs bleiben die Produktionskapazität und die Auslastung auf hohem Niveau, obwohl die Nachfrage nach Chips zu sinken beginnt,“ beschreibt Jelinek den Zyklus. „Die Halbleiterindustrie befand sich im zweiten und dritten Quartal 2008 in dieser Phase.“

In der zweiten Phase, inmitten eines dramatischen Nachfragerückgangs und der Unfähigkeit der Halbleiterhersteller, die Zeit bis zu einer nachhaltigen Erholung einzuschätzen, werden die Unternehmen gezwungen, Entscheidungen über die weitere Produktion zu fällen. In dieser Zeit leiten die Unternehmen die ersten Entlassungen beim Fertigungspersonal ein. Typischerweise sind primär Maschinenbediener betroffen.

In der Chipherstellung wird meist 24 Stunden/7 Tage in der Woche gearbeitet, um die Kunden zeitnah bedienen zu können. Das zwingt die Chiphersteller dazu, Produktionsmittel, die beim aktuellen Nachfrageniveau nicht benötigt werden, stillzulegen. Die Abschreibung wird bei stillgelegten Produktionsmitteln ausgesetzt. In dieser zweiten Phase befanden sich die Chip-Hersteller in der Zeit von Dezember 2008 bis Februar 2009.

Eintritt in Phase drei
Die Stillegung einiger Produktionsmittel hat zwei signifikante Auswirkungen auf die Kennzahlen, mit denen die Halbleiterproduktion bewertet wird. Die erste Wirkung ist die, dass die Kapazität sinkt, obwohl die Produktionsmittel nicht körperlich aus der Fertigung entfernt wurden. Die zweite Auswirkung ist die, dass die Auslastung steigt. Dieser Zustand kennzeichnet die dritte Phase der Erholung, in der sich der weltweite Markt der Chip-Produktion derzeit befindet.

Von der Depression zur Akzeptanz
In Phase vier, wenn sich die Halbleiter-Industrie wieder erholt, können die Chip-Produzenten bessere Margen erzielen, als zur Zeit des Abschwungs. Dies geschieht durch den wohlüberlegten Einsatz von Überstunden der vorhandenen Belegschaft, um kurzfristige Kapazitätsengpässe zu überbrücken. In dieser Phase steigt die Fabrikauslastung kontinuierlich an.
iSuppli erwartet, dass die Halbleiterindustrie im Juni 2009 in dieser Phase eintreten wird.
Schließlich zeichnet sich ein Nachholbedarf ab, der dazu genutzt werden kann, einen verlässlichen Produktions-Forecast aufzustellen. Die stillgelegten Produktionsmittel werden wieder aktiviert. Das hat zur Folge, dass die Kapazität bei minimalem tatsächlichen Kapitaleinsatz erhöht wird. Obwohl die Chip-Produzenten die Abschreibung auf die Produktionsmittel bei deren Wiederinbetriebnahme wieder aufleben lassen, ist ein Teil der Abschreibung bereits erfolgt.
Wenn die Kapazitätsauslastung die ursprünglichen Werte vor dem Abschwung wieder erreicht hat, beginnt Phase fünf. iSuppli erwartet diesen Beginn gegen Ende des zweiten Quartals 2010.

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