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Elektronikproduktion | 28 April 2009

Die Regeln des Outsourcings im Handy-Geschäft ändern sich

Nachdem die Struktur der Handy Supply-Chain durch Weltwirtschaftskrise komplett umgestülpt wurde, wurden auch die Regeln für Fertigungsdienstleistungen für Wireless-Geräte verworfen, so dass für OEMs und EMS-Dienstleister neue Fallstricke warten, erklärt iSuppli.
Eine wichtige Regel ist, dass die EMS-Indsutrie nicht mehr damit rechnen kann, dass alle Wireless-OEMs die Produktionsauslagerung verstärken. "Bis vor kurzem konnte die EMS-Industrie beim Handy-Outsourcing mit zweistelligen Wachstumsraten im Jahresvergleich rechnen", erklärte Jeffrey Wu, Senior Analyst, EMS/ODM für iSuppli. "Doch die Unsicherheit auf dem Markt zwingt einige OEMs dazu das Oursourcing nicht nur zu verzögern, sondern auch zu stoppen. Ein Beispiel hierfür ist Nokia, die einen großen Teil der ausgelagerten Produktion wieder In-House genommen hat."

Nokia hat 2008 den Anteil der ausgelagerten Produktion auf 17,1% verringert; 2007 waren es noch 21,5%. Die beigefügte Abbildung zeigt den Umfang der In-House-Produktion und des Oursourcing bei Nokia zwischen 2005 und 2008.



"Dies spiegelt einen wichtigen Trend in der Handy Supply-Chain dar", erklärte Jeffrey Wu. "Die Verlangsamung und Kürzungen bei der Auslagerung der Produktion durch die OEMs, die noch über eigene Produktionskompetenzen verfügen, wird die Wachstumsaussichten der EMS-Industrie stark schwächen."

Während EMS- und ODM-Dienstleister ihre künftigen Strategien überdenken, sollten sie nicht auf ein anhaltend starkes Wachstum im Outsourcing durch die Handy-OEMs bauen.

Vertikale Struktur läuft aus
Mit Blick auf eine andere potenzielle Gefahr; der Erfolg von Foxconn in den letzten Jahren hat dazu geführt, das andere EMS-Unternehmen die vertikale Struktur der Lieferkette übernommen haben, einschließlich der Komponentenbeschaffung. Foxconn umfangreiche Integration der verschiedenen Knotenpunkte innerhalb der Lieferkette in die allgemeine Geschäftstätigkeit wird oft als wichtiger Grund für den Erfolg des Unternehmens und den Aufstieg zur führenden Kraft in der EMS-Industrie angesehen. Allerdings ist der Glorienschein 2008 verschwunden und wurde mit einigen enttäuschenden finanziellen Ankündigungen ersetzt.

"Wenn die Wirtschaft stark ist und Nachfrage am Markt vibriert, dann kann das vertikal integrierte Modell dem EMS-Dienstleister helfen zu wachsen. Die Größenvorteile können intern genutzt werden und das EMS-Geschäft und das Komponenten-Geschäft können sich gegenseitig stützen", erklärt Jeffrey Wu. "Wenn das Auftragsvolumen fällt, ist dieses Modell beim EMS-Geschäft nicht besonders flexibel und verhindert, dass man leicht auf externe Zulieferer zugreifen kann. Die vertikale Integration ist wie ein zweischneidiges Schwert; es hilft dem EMS-Dienstleister in einem Wachstumsmarkt besser zu konkurrieren – wenn die Wirtschaft stagniert, dann leidet auch der EMS-Dienstleister."

Aus diesem Grund, sollten es EMS-Unternehmen vermeiden in der gegenwärtigen Marktsituation die vertikale Struktur von Foxconn zu übernehmen.

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