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Leiterplatten | 11 Februar 2009

AT&S mit Rückgang der Kundenaufträge im 3Q

Für AT&S war schon im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erkennbar, dass sich das realwirtschaftliche Umfeld eintrüben würde. In den darauf folgenden drei Monaten konnten wir dennoch ein gutes Ergebnis erzielen. Im dritten Quartal war Mitte November plötzlich ein scharfer Rückgang der Kundenaufträge zu verzeichnen.
In der Regel zählt dieser Monat zu den stärksten im Geschäftsjahr der AT&S, bevor mit Dezember ein Abflauen der Nachfrage aufgrund der anstehenden Weihnachtsfeiertage eintritt. Anstatt Vollauslastung bedeutete das für November eine Unterauslastung, die sich im Dezember weiter verschärfte und – aufgrund der hohen Fixkosten – die Profitabilität des Unternehmens belastete. Dazu kamen signifikante Einmaleffekte.

Einmaleffekte
Bereits in den letzten Jahren war ein Abwandern von Volumsaufträgen nach Asien zu beobachten. Diese Entwicklung wurde durch den schwachen US-Dollar, an dem sich viele asiatische Währungen orientieren, nochmals verstärkt. Alleine durch diesen Währungseffekt sanken die Produktionskosten in Asien gegenüber Österreich signifikant. Die Abwanderungstendenz zu asiatischen Standorten hatte mittlerweile einen Grad erreicht, der Kapazitätsanpassungen am österreichischen Standort Leoben-Hinterberg erforderlich machte.

Die Produktionskapazitäten – gemessen in produzierter Leiterplatten-Fläche – wurden von 215.000 m² auf 130.000 m² reduziert. Einige der nicht mehr nutzbaren Maschinen werden im neuen Werk in Indien zum Einsatz kommen und die dortige Investitionssumme um etwa EUR 7,4 Mio. reduzieren. Im Zuge des Restrukturierungsprozesses werden zudem rund 293 eigene Mitarbeiter und 159 Leiharbeiter abgebaut. Der Mitarbeiterstand wird nach Abschluss der Restrukturierung rund 900 Personen betragen. Die mit diesen Maßnahmen verbundenen Kosten schlagen sich im dritten Quartal mit EUR 20,2 Mio. zu Buche, wobei rund die Hälfte dieses Betrages zahlungswirksam ist. Trotz eines im Monat Oktober erstmalig auf EBIT-Basis positiven Ergebnisses und einer grundsätzlich positiven Einschätzung der Entwicklung der AT&S Korea musste der Geschäftsplan für diese Gesellschaft aufgrund des gesamtwirtschaftlichen Umfelds angepasst werden. Dies führte zu einer Firmenwertabschreibung in Höhe von EUR 5,6 Mio. Darüber hinaus wurden in diesem Zusammenhang Verlustvorträge in Höhe von EUR 1,4 Mio. abgeschrieben.

Starke operative Performance
Es zeugt von der starken operativen Performance der AT&S, dass trotz der beträchtlichen Einmalbelastungen nach neun Monaten ein positives EBIT erzielt werden konnte. Bereinigt um die Einmaleffekte konnten wir über diesen Zeitraum äußerst solide Ergebnisse erwirtschaften:
– EBIT erreichte EUR 28,1 Mio., was einer EBIT-Marge von 8% entspricht
– EBITDA legte zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um 0,7% auf EUR 60,5 Mio. zu. Die EBITDA-Marge betrug 17,2%
– Konzernergebnis belief sich auf EUR 22,3 Mio.
– Gewinn pro Aktie (EPS) von EUR 0,97 wurde erzielt

Im dritten Quartal konnte ein um Einmaleffekte bereinigtes EBIT von EUR 7,5 Mio. erwirtschaftet werden, was einer EBITMarge von 6,4 % entspricht. Das bereinigte EBITDA betrug EUR 19,2 Mio., die EBITDA-Marge 16,4 %. Das bereinigte Konzernergebnis belief sich auf EUR 3,7 Mio., was in weiterer Folge einen Gewinn pro Aktie von EUR 0,17 bedeutet.

Ausblick: Der Weg durch die Wirtschaftskrise
Auch AT&S spürt die Folgen der Wirtschaftskrise. Die globale Nachfrage nach Leiterplatten wird 2009 deutlich sinken, und es ist zu erwarten, dass der Preisdruck in einigen Bereichen zunehmen wird. Das Management ist sich bewusst, dass es nun verstärkt zwei Stoßrichtungen zu verfolgen gilt: einerseits striktestes Kostenmanagement, andererseits intensivierten Kampf um profitable Kundenaufträge.

Gruppenweit und alle Unternehmensebenen einschließend, wurde bereits ein umfangreiches Kostenreduktionsprogramm initiiert. Die Restrukturierung am Standort Leoben-Hinterberg wird die Kostenbasis ebenfalls deutlich senken. Die Investitionen (CAPEX) im folgenden Geschäftsjahr werden äußerst vorsichtig vorgenommen. In China und Indien werden uns ausreichend Gebäude und Infrastruktur zur Verfügung stehen, sodass wir, sollte es die Kundennachfrage erfordern, sehr schnell wieder Kapazitäten aufbauen können.

Trotz der Wirtschaftskrise ist diese Position weiter auszubauen. Wir treiben die Entwicklung innovativer Starrflex-Leiterplatten-Technologien voran und arbeiten intensiv an der Industrialisierung der Einbettung von Chips in das Innere der Leiterplatte (Embedding). Zu diesem Zweck initiierte AT&S das von der EU geförderte Projekt „Hermes“, im Rahmen dessen – zusammen mit namhaften internationalen Partnern aus der Industrie, der Automobilbranche und dem Bereich Luftfahrt – an der Industrialisierung der Embedding-Technologie gearbeitet wird.

Trotz einer stetigen Marktkonsolidierung ist die Leiterplattenindustrie in Europa mit mehr als 300 Unternehmen äußerst fragmentiert. Viele Unternehmen, die selbst in einer boomenden Wirtschaft nur minder erfolgreich agierten, profitierten in der Vergangenheit vom leichten Zugang zu Finanzmitteln. Einerseits waren Bankkredite relativ günstig, andererseits gab es viele Private-Equity-Gesellschaften, die zahlreich neues Kapitalinvestierten.

Im derzeitigen Marktumfeld legen Investoren aber ein verstärktes Augenmerk auf die Bonität ihrer Investments, sodass für etliche Unternehmen die Geldquellen versiegen. Das Resultat ist eine deutlich beschleunigte, aber äußerst gesunde Marktbereinigung. Wir gehen davon aus, dass AT&S aufgrund der guten Finanzlage, der technologischen Führerschaft und der einmaligen strategischen Aufstellung mit Werken in Asien und Europa aus der Wirtschaftskrise als Gewinner hervorgehen wird.

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