Anzeige
Anzeige
Anzeige
Leiterplatten | 03 Februar 2009

Auch Ruwel ist insolvent

Der Gelderner Leiterplattenhersteller Ruwel ist insolvent. Das Unternehmen musste heute beim Amtsgericht Kleve Insolvenz anmelden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Horst Piepenburg bestellt.
Das Unternehmen nennt die Automobilkrise aus Auslöser für den Engpass. Ruwel hat mit 58% seinen Umsatzschwerpunkt in der Automobilzulieferindustrie. Wie evertiq berichtete, hatte das Unternehmen noch im Dezember 2008 die Stadt Geldern um eine Millionenbürgschaft gebeten, welche jedoch abgelehnt wurde.

Das nahezu vollständig auf Kunden aus der Automobilzulieferindustrie spezialisierte Werk in Geldern weist derzeit eine Produktionsauslastung von unter 50 % auf. Das Werk in Pfullingen ist durch eine andere Kundenstruktur, vorwiegend aus der Industrie- und Medizinelektronik, mit 70 % ausgelastet. Die aufgelegten staatlichen Hilfsprogramme sind nur über eine eigene Hausbank zu erreichen, über die RUWEL seit dem Einstieg der Finanzinvestoren jedoch nicht mehr verfügt. Diese hatten 2006 sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber den damaligen Hausbanken abgelöst. Die derzeitige Zurückhaltung der Geschäftsbanken machte die Gewinnung einer neuen Hausbank nicht möglich. (RUWEL war im Juni 2006 von amerikanischen Finanzinvestoren übernommen worden, die durch die weltweite Krise in der Finanzwelt selbst hart getroffen wurden. Für diese ist in dieser schwierigen Situation eine weitere Stützung RUWELs nicht vertretbar.)

Unternehmensleitung und Belegschaft sehen die zu einem sehr frühen Zeitpunkt angemeldete Insolvenz auch als Chance an, um ein zukunftsfähiges Fortführungskonzept umzusetzen, bei dem nach einer Neuaufstellung RUWEL als europäischer Leiterplattenhersteller mit möglichst vielen Arbeitsplätzen erhalten bleibt.

Löhne und Gehälter der mehr als 600 Mitarbeiter in Geldern und Pfullingen sind bis heute stets pünktlich und vollständig gezahlt worden, was die Situation von anderen aktuellen Insolvenzen in der deutschen Leiterplattenindustrie deutlich unterscheidet.

„Der Geschäftsbetrieb bei RUWEL geht ohne Einschränkungen weiter. Aufgrund der geringen Auslastung werden Kundenaufträge in sehr kurzen, attraktiven Durchlaufzeiten fertig gestellt“, bestätigte Rechtsanwalt Horst Piepenburg. Maßgebliche Zulieferpartner haben RUWEL ihre Unterstützung zugesagt. Ebenso haben zahlreiche, teilweise seit Jahrzehnten treue Kunden ihr Interesse bekundet, ihre europäische Lieferantenbasis erhalten zu helfen. Unternehmensleitung und Belegschaft werden gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, um RUWELs Zukunft zu sichern.

Kommentare

Kritische Kommentare sind erlaubt und auch erwünscht. Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen, Beleidigungen und rassistische / homophobe und verletzende Äusserungen sind nicht erlaubt und werden entfernt.
Weiterführende Erläuterungen finden Sie hier.
Anzeige
Anzeige
Artikel die Sie interessant finden könnten
Weitere Nachrichten
2017.10.16 14:56 V8.8.6-2