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Allgemein | 24 November 2006

Siemens will in der Finanzaffäre hart durchgreifen

"Wir müssen Unregelmäßigkeiten schonungslos aufklären und ahnden", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld am heutigen Donnerstag in München. Mitarbeiter, bei denen sich der Verdacht erhärte, würden unmittelbar suspendiert.
Nachdem sich der Finanzskandal immer mehr ausweitet, will Siemens nun künftigen Bestechungsskandalen einen Riegel vorschieben.


Siemens hatte in der vergangenen Woche den Nürnberger Rechtsanwalt Hans-Otto Jordan zum Ombudsmann berufen. Damit wurde eine externe Anlaufstelle auch für anonyme Hinweise eingerichtet. Siemens war bereits vor über einem Jahr über staatsanwaltschaftliche Ermittlungen in der Schweiz im Bereich der Festnetzsparte Com informiert worden. Die Affäre wurde aber erst in der vergangenen Woche öffentlich, als bei einer Großrazzia die Konzernzentrale und zahlreiche Niederlassungen durchsucht wurden. Nun sollen die Verhaltensregeln ("Compliance-Regeln") für die Mitarbeiter deutlich verschärft werden. "Mitarbeiter, die unsere Compliance- Regeln missachten, schaden Siemens in jeder Hinsicht", sagte Kleinfeld. "Das können wir nicht hinnehmen."

Mittlerweile hat auch die ungarische Staatsanwaltschaft gegen einen früheren leitenden Angestellten von Siemens in Ungarn Anklage wegen des Verdachts auf Bestechung erhoben. In dem seit 2004 laufenden Verfahren seien auch zwei Beamte des ungarischen Verteidigungsministeriums angeklagt, die Siemens-Mitarbeitern vertrauliche Informationen zugespielt haben sollen. Siemens soll sich dadurch bei der Ausschreibung von Ausstattungsaufträgen im Wert von mehreren Millionen Euro durchsetzen haben können.

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