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Elektronikproduktion | 23 Oktober 2006

Bei BenQ Mobile fallen 1.900 Arbeitsplätze weg

Rund 1.900 der insgesamt 3.000 Beschäftigten beim insolventen Handy-Hersteller BenQ Mobile verlieren ihren Arbeitsplatz. Der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager sieht dies als einzige Chance, dass das Mobilfunkgeschäft und die restlichen rund 1.150 Arbeitsplätze über den 1. Januar 2007 hinaus erhalten bleiben.
Politik und Wirtschaft haben sich derweil auf die Gründung von Auffanggesellschaften für arbeitslose Beschäftigte geeinigt. Ab dem 1. Januar 2007 soll es zwei Transfergesellschaften geben, kündigten die Arbeitsminister von Bayern und Nordrhein-Westfalen, Christa Stewens (CSU) und Karl-Josef Laumann (CDU), am Freitag in München an.
Die Gesellschaften sollen den ehemaligen Mitarbeitern von BenQ Mobile für zwölf Monate eine Perspektive geben. Für die Transfergesellschaften in Bayern und Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Minister rund 73 Millionen Euro erforderlich. Siemens will als früherer Besitzer 25 Millionen Euro aus einem Härtefonds für die Beschäftigungsgesellschaften zur Verfügung zu stellen. Etwa eben so viel will Insolvenzverwalter Prager aufbringen. Er kann dabei auf Geld zurückgreifen, das Siemens noch an BenQ zahlen muss und das vorerst auf Eis gelegt worden war. Damit bleibt eine Finanzierungslücke von 25 Millionen Euro. Die beiden Arbeitsminister appellierten an BenQ Mobile und Siemens, sich noch stärker zu engagieren. Vom taiwanischen BenQ-Konzern, der seine deutsche Tochter in die Insolvenz geschickt hatte, ist wohl kaum Geld zu erwarten. Bayern und Nordrhein-Westfalen wollen sich unter anderem an den Verwaltungskosten beteiligen.
Die IG Metall erwartet von Siemens mehr Engagement. "Siemens hat sich keinen Millimeter bewegt", kritisierte Bayerns IG- Metall-Chef Werner Neugebauer. Der Konzern müsse erheblich nachlegen. Siemens verweist dagegen auf die 24 Millionen Euro aus dem Treuhandkonto. Zudem will Siemens die 88 BenQ-Auszubildenden übernehmen und die beschäftigungslosen BenQ-Mitarbeiter bevorzugt einstellen.
Unterdessen hat auch die für den Vertrieb in Österreich und nach Südosteuropa zuständige BenQ Mobile CEE GmbH österreichischen Medienberichten zufolge 30 der 43 Mitarbeiter entlassen und Ausgleich beantragt – ein gerichtliches Verfahren zur Schuldenregulierung. Die Österreicher hoffen noch auf eine Fortführung des Geschäfts und haben sich daher nicht für ein Insolvenzverfahren entschieden.

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