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© begemot 30 dreamstime.com Embedded | 28 Juli 2016

Nachfrageschwäche bei Kontron AG hält an

Die Kontron AG, Anbieter von Embedded Computer Technologie (ECT), verpasst die im zweiten Quartal übliche saisonale Erholung und hat die Prognose für das Gesamtjahr zurückgezogen.
Der Umsatz für das zweite Quartal lag nur knapp über jenem des ersten Quartals 2016. Mit 90,9 Mio. € war er 16,2 % niedriger im Vergleich zu 108,5 Mio. € im zweiten Quartal 2015. Der Auftragseingang lag mit 104,6 Mio. €, angekurbelt durch den Geschäftsbereich Avionics / Transportation / Defense (ATD), immerhin um 4,5 % höher als im Vergleichsquartal 2015 mit 100,1 Mio. €. Der Auftragsbestand liegt zum Ende des zweiten Quartals 2016 bei 270,2 Mio. €, was einem Rückgang von 16,2% gegenüber dem 30. Juni 2015 von 322,4 Mio. € entspricht.

Die Umsatzschwäche ist in allen drei Geschäftsbereichen sichtbar: Im Geschäftsbereich ATD lagen die Umsätze im zweiten Quartal bei 22,7 Mio. € nach 28,9 Mio. € im Vergleichszeitraum, was einem Rückgang von 21,4 % entspricht. Der Geschäftsbereich Communication schloss das Quartal mit einem Umsatz von 22,3 Mio. €, auch unter dem Niveau des Vorjahres. Ebenfalls negativ ist die Entwicklung im Geschäftsbereich Industrial, dessen Umsatz um 14,0 % auf 45,9 Mio. € fiel.

Die Bruttomarge für das zweite Quartal reflektiert die allgemeine Umsatzschwäche und lag auch aufgrund der vorgenommenen Abschreibungen bei nur 18,6 %, und damit deutlich unter Kontrons lang etablierten Zielgröße von 25 %. Vor dem Hintergrund der revidierten Umsatz- und Ertragserwartungen wurde zum 30. Juni 2016 eine Wertminderungsprüfung (Impairment Test) durchgeführt, die einen Abschreibungsbedarf von 60,9 Mio. € auf den Geschäfts- oder Firmenwert sowie 6,0 Mio. € auf das Sachanlagevermögen ergeben hat.

Das EBIT unter Berücksichtigung von Restrukturierungskosten, Einmalkosten und Abschreibungen aufgrund der Wertminderungsprüfung fiel im zweiten Quartal 2016 entsprechend auf -10,0 Mio. € im Vergleich zu -1,8 Mio. € im zweiten Quartal 2015.

Kontron hat für das schwache Ergebnis der Kontron Gruppe marktrelevante sowie unternehmensinterne Gründe identifiziert:

Zum einen haben die teilweise erschwerten Marktbedingungen, mit denen Kunden sich konfrontiert sehen, indirekte Auswirkungen auf Kontron. Die Nachfrage fiel schwächer aus als prognostiziert. Das hat unmittelbare Konsequenzen sowohl auf Kontrons Umsatz, weil existierende Rahmenverträge niedriger als erwartet ausgeschöpft werden, als auch auf den Auftragseingang.

Zudem hat Kontron seine Vertriebsstruktur und Teile des Produktportfolios über die vergangenen Monate angepasst, um insbesondere mittelgroße und kleinere Kunden verstärkt mit Standardprodukten zu versorgen, auch mithilfe von Vertriebspartnern. Allerdings zeigen die durch die Reorganisation eingeleiteten Maßnahmen noch nicht die volle Wirkung. Hinzu kommt eine Reihe von Einzelprojekten, deren Umsetzung sich unerwartet in die zweite Jahreshälfte oder sogar in das kommende Jahr verzögert. Hier dauern die Entwicklungszyklen länger an als vorausgesehen.

Um der Umsatzschwäche entgegen zu steuern und die Kosten anzupassen, ist Kontron dabei, ein umfassendes Maßnahmenprogramm einzuleiten.

Gesamtjahr 2016

Kontron erwartet für das zweite Halbjahr 2016 einen ähnlichen Umsatz wie in den ersten sechs Monaten. Darüber hinaus wird erwartet, dass die EBIT-Marge bereinigt um Restrukturierungskosten, Einmalkosten und Abschreibungen aufgrund der Wertminderungsprüfung sowie die Bruttomarge auf ähnlichem Niveau liegen werden wie in der ersten Jahreshälfte.

Kennzahlen für das 2. Quartal 2016
Q2 2016Q2 2015Δ
Auftragseingang€ Mio.104,6100,14,5%
Auftragsbestand€ Mio.270,232,5-16,2%
Umsatz€ Mio.90,9108,5-16,2%
Book-to-bill ratio1,20,9
Bruttomarge%18,624,9-6,3ppt

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