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Elektronikproduktion | 14 Juli 2010

Ostdeutscher Maschinenbau: Auftragsbücher füllen sich

Der ostdeutsche Maschinenbau kommt wieder in Schwung. Zwar ist die Nachfrage nach Investitionsgütern im Vergleich zu den Boomjahren weiterhin zaghaft. Wichtige Indikatoren lassen aber auf eine Fortsetzung des positiven Trends der vergangenen Wochen schließen.

Das zeigt die Konjunkturumfrage für das 2Q/2010 unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Auslastung und Auftragsbestand steigen Erstmals seit Ende 2008 hat die Kapazitätsauslastung wieder die 80-Prozent-Marke überschritten. "Das zeigt, dass die Wirtschaft anzieht und die Geschäfte wieder besser laufen. Berücksichtigt werden muss aber auch, dass viele Unternehmen in den vergangenen Monaten Fertigungskapazitäten abgebaut haben und somit der Grad der Auslastung zwangsläufig steigt", erklärt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. Zudem schwankt weiterhin die Kapazitätsauslastung zwischen den Unternehmen. Die Werte unter 50% sind aber merklich zurückgegangen. Der positive Trend spiegelt sich in der deutlichen Steigerung des Auftragsbestandes wider. 83 von 100 Unternehmen verzeichneten gegenüber dem 1. Quartal 2010 eine konstante oder bessere Auftragslage – im 1. Quartal 2010 waren es nur 63 von 100 Unternehmen. Zudem hat sich der Auftragsvorlauf bei durchschnittlich vier Monaten stabilisiert. Allerdings spüren die Unternehmen noch immer eine starke Zurückhaltung bei der Auftragsvergabe. "Kunden verzögern Investitionsentscheidungen, verringern den Projektumfang oder legen den Starttermin erst auf das Jahresende. Daher können viele Firmen nur einen Vorlauf von ein, zwei Monaten aufweisen. Von Planungssicherheit kann da noch nicht gesprochen werden", sagt Pätz. Unternehmen leiden unter Fachkräftemangel Der starke Konkurrenzkampf um die relativ wenigen Aufträge zieht nach wie vor einen ausufernden Preisdruck und -verfall mit sich. Verstärkt wird dieser durch ausländische Anbieter – insbesondere aus dem asiatischen Raum. Steigende Material- und Rohstoffpreise sowie überdurchschnittlich lange Lieferzeiten von Zulieferern bei gleichzeitig kurzen Lieferzeitforderungen der Kunden erschweren die Situation. Auch die Liquiditätssicherung sowie die Auftrags- und Wachstumsfinanzierung bereiten Probleme. "Gerade jetzt, wenn die Produkte, Anlagen und Dienstleistungen des Maschinenbaus wieder häufiger nachgefragt werden, benötigen die Unternehmen ausreichend liquide Mittel", weiß Pätz aus Erfahrung. Banken sollten daher in ihre Entscheidungsfindung nicht nur die Bilanzen aus 2009, sondern auch die Nachhaltigkeit von Zukunftskonzepten und langfristigen Unternehmensstrategien einfließen lassen. Forderungen nach einer Anpassung der Arbeitsplatzzahlen an die Umsatztiefstände gefährden hingegen die Zukunftsfähigkeit der Branche. Darüber hinaus tritt wieder deutlicher das Fachkräfteproblem zutage. Nach einer langen Durststrecke plant mittlerweile jedes fünfte Unternehmen, bis zum Jahresende Personal einzustellen. "Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Jedoch befinden sich die Firmen zunehmend in einem Dilemma: Sie wollen ihre Belegschaft erweitern, finden aber nur sehr schwer qualifizierte Fachkräfte wie Maschinenbau- und Vertriebsingenieure oder Facharbeiter mit bestimmten Spezialisierungen", so Pätz. Ebenso spitzt sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt zu. Es bewerben sich nicht genügend ausbildungsfähige Jugendliche auf die vorhandenen Stellen. Blick in die Zukunft: Hohe Geschäftserwartungen Trotz der Probleme bewirkt die leichte Konjunkturbelebung, dass ein Großteil der Unternehmen positiv nach vorn schaut. So wurde bereits die Kurzarbeit stark zurückgefahren. War im 1. Quartal noch jeder dritte Mitarbeiter von dieser arbeitsmarktpolitischen Maßnahme betroffen, ist es jetzt nur noch etwa jeder Zehnte. Mehr als 90% der Firmen erwarten zudem im 3. Quartal 2010 bessere oder gleichbleibende Geschäfte und Erträge. Damit ist der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau auf einem guten Wachstumspfad. Er hat die Krise genutzt, seine internen Strukturen zu hinterfragen sowie neue Märkte und Themen zu erschließen. "Auch wenn die gute Entwicklung zum Teil auf die schlechte Ausgangslage der Vormonate zurückzuführen ist, kann man den Aufwärtstrend nicht übersehen", ist Pätz optimistisch.
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