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Elektronikproduktion | 16 März 2010

ZVEI: Automatisierung sichert Arbeitsplätze und schützt Klima

Mit moderner Automatisierung können in Industrieanlagen in Deutschland bis zu 25% der eingesetzten Energie eingespart werden.

„Damit hilft die Automatisierung, dass trotz steigender Energiepreise energieintensive Unternehmen und damit zahlreiche Arbeitsplätze in Deutschland verbleiben“, sagte Michael Ziesemer, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Messtechnik und Prozessautomatisierung und Vorstand der Endress+Hauser Gruppe. Die 234.000 Beschäftigten in der Automatisierungsindustrie trügen bereits jetzt dazu bei, dass rund drei Millionen Arbeitsplätze in energieintensiven Branchen wie Chemie, Pharmazie, Stahl, Kupfer und Zement in Deutschland Bestand haben. Zugleich werde so entscheidend zum Klimaschutz beigetragen. „In industriellen Prozessen sind hohe Energieeinsparungen möglich, weil hier besonders viel Energie eingesetzt wird, so in der Chemieindustrie. Ziel muss die Smart Plant sein“, betonte Ziesemer. In der Industrie seien durch intelligente Automatisierungslösungen Treibhausgas-Einsparungen in Höhe von 43 Millionen CO2-Äquivalenten möglich. Das entspreche den jährlichen CO2-Emissionen von 7 großen Steinkohlekraftwerken. Damit ließen sich 11% des CO2-Ausstosses des industriellen Sektors in Deutschland vermeiden. „Die dafür nötigen Investitionen und Anstrengungen lohnen sich für die Unternehmen“, betonte Ziesemer, „denn sie amortisieren sich schon vielfach innerhalb eines Jahres“. Die Automatisierung bietet vielfältige Einsparmöglichkeiten. Industrielle Prozesse lassen sich besser überwachen und steuern, so dass Fehler und Schäden vermieden und die Wartung erleichtert werden, beispielsweise bei Chemie- oder Kläranlagen. Damit sinkt der Energieeinsatz. Ein entscheidendes Mittel zu größerer Energieeffizienz ist die bedarfsabhängige Steuerung von Ventilen, Pumpen und Kompressoren, zum Beispiel bei Raffinerien. Von der Politik verlangte Ziesemer, bei Beschaffungen der öffentlichen Hand immer auf die Lebenszyklus-Kosten von Geräten und Anlagen zu achten und nicht nur auf den Anschaffungspreis. Zudem sollte der internationale Einsatz energieintelligenter Technologie erleichtert werden, insbesondere da, wo die größten Klimaschutz-Potenziale bestehen wie in China und Russland. Dies umfasse Exporterleichterungen für deutsche Umweltschutztechnologie-Unternehmen beispielsweise durch günstige und zweckgebundene Kredite für Länder, die in den Umweltschutz investieren wollen. Nötig seien eine steuerliche Forschungsförderung und zeitlich begrenzte staatliche Anreize für Investitionen in Energieeffizienz.
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