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Elektronikproduktion | 29 Dezember 2009

Jefferies: Deutschland verliert als Produktionsstandort für Solartechnologie gegen China

Institutionelle Anleger beurteilen die Investment-Aussichten für saubere Technologien (CleanTech) in den nächsten zwölf Monaten positiv und rechnen mit weiterhin gesicherten staatlichen Anreizen, berichtet Jefferies International Limited in einer Pressemitteilung.
Dabei würden wesentliche Innovationsimpulse weiterhin aus Europa kommen. Bei der Produktion, insbesondere in der Solarindustrie, werde es jedoch voraussichtlich eine Verlagerung nach China geben. Das habe eine von Jefferies International Limited, einer weltweit tätigen Full-Service-Investmentbank, durchgeführte Befragung institutioneller Investoren ergeben, die zusammen mehr als 30 Milliarden US-Dollar Investitionskapital im CleanTech-Bereich repräsentieren. Die Ergebnisse der Umfrage, die im Herbst im Rahmen der 8. "Jefferies Global Cleantech Conference" in London durchgeführt wurde, spiegeln die Einschätzungen der befragten Investoren für den Sektor im Zeichen der Finanzkrise wider und skizzieren die Aussichten der Branche vor dem Hintergrund restriktiver Kreditmärkte, geringerer Bereitschaft zu Projektfinanzierungen, von zunehmendem Wettbewerbsdruck und Überkapazitäten sowie fallenden Modul-Preisen in der Solartechnik. Darüber hinaus wurde evaluiert, wann aus Investorensicht Elektroautos signifikante Produktionszahlen erreichen werden.

Stabiles regulatorisches Umfeld entscheidend für wirtschaftliche Aussichten
Angesichts des langfristigen Investitionshorizonts entscheiden ein insgesamt positives Investitionsklima und ein stabiles regulatorisches Umfeld über die Attraktivität des Clean-Tech-Sektors. Im Hinblick darauf erwartet die Mehrzahl der Investoren, dass die ordnungs-politischen Hilfen der Regierungen auf gleichem Niveau bleiben oder weiter steigen. Als weiteren wesentlichen Wachstumstreiber sehen sie eine Erholung der Kreditmärkte. Anderen politischen Initiativen wird hingegen nur eine geringe Bedeutung zugemessen: So glauben weniger als 20% der befragten Investoren, dass die Preispolitik für den Kohlendioxidausstoß nach Kopenhagen dem CleanTech-Bereich wichtige Impulse geben wird, und nur 11% erwarten dies vom aktuellen US-amerikanischen Konjunkturprogramm ("Stimulus Act"). Allerdings werden Teilaspekte des Gesamtmarktes durchaus kritisch eingeschätzt: So werden beispielsweise als größte Hindernisse für den Ausbau erneuerbarer Energien die fehlende Projektfinanzierung und fehlende Stimulierung durch die Öffentliche Hand gesehen.

Innovationsimpulse aus den westlichen Industriestaaten
Die wichtigsten Innovationsimpulse für den Markt kommen nach Meinung der Investoren aus den westlichen Industriestaaten: Für 47% der Befragten ist Europa der Innovationsführer der globalen CleanTech-Industrie vor den USA (30%) und Asien und dem Mittleren Osten (16%). Hinsichtlich der Unternehmens-Finanzierung sind nahezu 80% der Befragten davon überzeugt, dass der europäische Markt im kommenden Jahr wieder für CleanTech-Börsengänge (IPOs) offen sein wird. Unschlüssig waren sich die Investoren allerdings, ob dies bereits im ersten Halbjahr eintreffen wird oder erst in der zweiten Jahreshälfte.


Preise für Solarmodule werden vorerst weiter fallen
Seit Anfang 2009 hat sich die Solar-Industrie durch Überkapazitäten und um mehr als 40 % gesunkene Preise für Solarmodule dramatisch verändert. Diese Entwicklungen werden zu einer Überprüfung der Geschäftsmodelle führen und die Verlagerung von Produktionskapazitäten nach China fördern. Der Umfrage zufolge wird Deutschland als Produktionsstandort für Solarmodule in Zukunft wenig attraktiv sein: Nahezu 80 % der befragten Investoren stimmen darin überein, dass die Herstellung von Photovoltaik-Anlagen sich langfristig in China konzentrieren wird - nur 8 % von ihnen sehen dagegen den Standort Deutschland in dieser Rolle.


Preisstabilität erst, wenn chinesische Unternehmen den Photovoltaik-Markt kontrollieren
Im Hinblick auf den gegenwärtigen Preiskampf bei Solarzellen und -modulen erwarten 30 % der Befragten stabile Preise, und damit einen nachlassenden Druck auf Solaraktien erst im Jahr 2011. 39 % der Investoren gehen allerdings davon aus, dass es erst zu einer Preisstabilität kommen wird, wenn chinesische Unternehmen den Markt kontrollieren. 79 % der Befragten sind der Meinung, dass langfristig China dominierend in der Photovoltaik-Produktion sein wird. Nur 8 % sehen Deutschland langfristig als einen führenden Produktionsstandort. Hinsichtlich der Anwendung sehen knapp die Hälfte (47 %) der befragten Investoren Versorgungsunternehmen mit Abstand als die wichtigsten Abnehmer im Solarmarkt des nächsten Jahres, weit vor der Nutzung bei gewerblichen und privaten Immobilien.


Massenproduktion elektrisch angetriebener Fahrzeuge in der Automobilindustrie
Einer der wichtigsten künftigen Märkte für CleanTech-Anwendungen ist die Automobilindustrie. Autos werden weltweit zu den größten Verursachern von CO2-Emissionen gezählt. Die Hersteller arbeiten derzeit intensiv an effizienten alternativen Antriebskonzepten und investieren in eine ganze Palette von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Die Aufnahme der Massenproduktion von Elektrofahrzeugen ist jedoch abhängig von einer verlässlichen Infrastruktur für die Aufladung der Energiespeicher und der Entwicklung leistungsfähigerer Batterien. Darüber hinaus ist es zwingend, die Produktion elektrisch angetriebener Fahrzeuge wirtschaftlich und finanziell tragbar zu machen. Auf die Frage, in welchem Zeitraum sie mit der Massenproduktion von Elektrofahrzeugen rechnen, antwortete nahezu die Hälfte (47 %) der befragten Investoren, sie seien überzeugt, dass dies in weniger als fünf Jahren der Fall sei. 30 % der Befragten erwarten die Aufnahme der Massenproduktion elektrisch betriebener Fahrzeuge bis zum Jahr 2025, 16 % sehen dies erst bis zum Jahr 2050.

Quelle: Jefferies &Company, Inc.

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