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Elektronikproduktion | 25 November 2009

Automatisierungsindustrie: Bis 2015 deutlich niedrigeres Wachstum

Die Finanzkrise hat der stärksten Wachstumsperiode der Automatisierungsindustrie von 2004 bis 2007 mit Zuwachsraten von 9% jährlich, ein jähes Ende bereitet. Nach dem massiven Markteinbruch in Folge der Finanzkrise um etwa 18% verglichen mit 2007 wird die Branche bis 2015 nur noch um 1,5% jährlich wachsen.
Das geht einer globalen Studie zur Entwicklung der Automatisierungsbranche bis 2015 hervor, f√ľr die Roland Berger Strategy Consultants weltweit 120 Experten befragt hat. Das Ergebnis: Das Wachstum der etablierten M√§rkte wie Deutschland, den USA und Japan bewegt sich im niedrigen einstelligen Bereich. Nur in China w√§chst die Branche weiter mit etwa 8% j√§hrlich: Das Land hat die USA als gr√∂√üter Markt abgel√∂st. Weltweit werden zuk√ľnftig Energiewirtschaft und √Ėl & Gas zu den Wachstumstreibern der Branche geh√∂ren. W√§hrend der Markt f√ľr Prozessautomation schon 2012 wieder das Niveau von 2007 in 2012 erreichen wird, rechnen die Roland Berger Experten f√ľr die Fertigungsautomation fr√ľhestens 2014, im besonders schwer getroffenen Fahrzeugbau sogar fr√ľhestens 2015 damit. "Grunds√§tzlich gibt es keine Standardl√∂sungen, um das Wachstum der Automatisierungsbranche wieder auf das Niveau vor der Finanzkrise zu bringen", sagt Dr. Martin Eisenhut, Partner im Kompetenzzentrum Engineered Products&Hightech bei Roland Berger Strategy Consultants. "Nach einer historischen Boomphase von 2004 bis 2007 mit einem j√§hrlichen Wachstum von etwa neun Prozent, muss sich die Branche in den kommenden Jahren an deutlich niedrigere Wachstumsraten gew√∂hnen". Die Automatisierungsindustrie z√§hlt weltweit zu den Hochtechnologie-Branchen, umfasst 238 Milliarden Euro und besch√§ftigt 1,7 Millionen Menschen. Marktentwicklung: Nur China w√§chst ‚Äď und l√∂st die USA ab W√§hrend etablierte M√§rkte wie die USA und Japan in den vergangenen Jahren stagnierten oder sogar schrumpften, legte China mit mittleren zweistelligen Wachstumsraten weiter ein rasantes Wachstum hin und wird auch in Zukunft weiter mit etwa 8% j√§hrlich wachsen: "Das Land hat die USA damit als gr√∂√üter Markt abgel√∂st und den weltweiten Einbruch abgemildert", sagt Astrid Latzel, Projektmanagerin bei Roland Berger. Zu den weiteren Hoffnungstr√§gern z√§hlen die Branchen Energiewirtschaft sowie √Ėl & Gas. Die Stahlproduktion wird ihren Schwerpunkt in Asien haben, eine Region, die auch f√ľr die Automobilbranche neben Europa immer bedeutender wird. "Die Automatisierungsanbieter m√ľssen ihre globale Wertsch√∂pfungskette an den regionalen Verschiebungen in den Kundenindustrien ausrichten", sagt Latzel. "Der Maschinenbau ist neben Europa auch zunehmend in Asien pr√§sent". Infolge der weltweiten Finanzkrise ist auch der Automationsmarkt mit sechs bis zw√∂lf Monaten Verz√∂gerung um etwa 13% gegen√ľber 2007 eingebrochen. "Der Prozessautomation kam zu Gute, dass nicht-zyklische Industrien wie die Energiewirtschaft und Pharma stabilisierend wirkten", sagt Latzel. "Die Prozessautomation wird das Niveau von 2007 allerdings nicht vor 2012 wieder erreichen, die Fertigungsautomation wohl sogar fr√ľhestens 2014." Am l√§ngsten wird die Erholung im Fahrzeugbau dauern: Aufgrund struktureller Probleme wird er das Niveau von 2007 nicht vor 2015 erreichen. Trends: Energieeffizienz und Informationsdurchg√§ngigkeit "Energieeffizienz ist aktuell das beherrschende Thema sowohl in der Prozess- als auch in der Fertigungsindustrie", sagt Eisenhut. "Sie schafft neue Anwendungsschwerpunkte f√ľr Softwareprodukte, Intelligente Steuerung, verbrauchsarme Komponenten und Service. "Die Prozessautomation kann einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz leisten. Weitere Technologietrends sind die Maschinensicherheit und die Informationsdurchg√§ngigkeit. "Diese ist die Voraussetzung daf√ľr, s√§mtliche Optimierungspotenziale nutzen zu k√∂nnen, die durch die Auswertung und Analyse von Betriebsdaten m√∂glich sind", sagt Eisenhut. Nachhaltiges Gesch√§ftsmodell ist entscheidend Nach einer langen Boomphase in den Jahren 2004 bis 2007 mit massiver Portfolio- und Kapazit√§tserweiterung, mussten Automatisierungsanbieter krisenbedingt drastisch ihre Kosten senken und Kapazit√§ten anpassen. In der nahen Zukunft m√ľssen sie das Gesch√§ftsmodell jetzt nachhaltig aufstellen. Von der Ausgangspositionierung des Unternehmens h√§ngen die unterschiedlichen strategischen Wachstumspfade ab. "F√ľr Hersteller komplexer Komponenten kann die L√∂sung in Lean Products oder einer hohen Fertigungstiefe liegen", sagt Eisenhut. "F√ľr Systemhersteller dagegen vielleicht in der Optimierung der Wertsch√∂pfungstiefe sowie in einem aktiven Produkt-Lebenszyklus-Management." Der Druck auf die Hersteller, sich klar zu positionieren, ist in der Krise gewachsen. Die Liste der strategischen Handlungsoptionen ist lang: Sie reicht vom Markteintritt in China √ľber die Einf√ľhrung von Lean Products, globalem Pricing bis hin zur Optimierung des globalen Produktions-Footprints.
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2019.02.20 12:04 V12.2.3-1