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Leiterplatten | 23 Juli 2009

AT&S: Umsatzrückgang von 27,7 %

Der √∂sterreichische Leiterplattenhersteller AT&S musste f√ľr sein 1Q/2009 (endete: 30.06.09 ) einen Umsatzr√ľckgang von 27,7 % verbuchen; verglichen mit 1Q/2008. Zudem sind alle Werke des Unternehmens nicht voll ausgelastet.
Restrukturierungen und Unterauslastungen belasteten die Ergebnisse
AT&S setzte tiefgreifende Maßnahmen zur Verbesserung der strategischen Aufstellung und des Ergebnispotenzials, um den weltwirtschaftlichen Entwicklungen bestmöglich Rechnung zu tragen. Diese Schritte wirkten aber nicht sofort positiv, sondern werden erst ab dem nächsten Quartal greifen. Daher und aufgrund umfangreicher Restrukturierungsaufwendungen verzeichnete AT&S das schlechteste Quartal seit Jahren.

Das erste Gesch√§ftsquartal ist saisonal bedingt traditionell schw√§cher, dieses Jahr f√ľgte die Wirtschaftskrise aber einen zus√§tzlichen D√§mpfer zu. Fast alle Werke k√§mpften bei anhaltendem Preisdruck mit deutlichen Unterauslastungen, und so lag der Umsatz in H√∂he von ‚ā¨83,2 Mio. um 15,5% unter dem ohnedies schon schwachen Wert des vierten Quartals des letzten Gesch√§ftsjahres.

In einem fixkostenintensiven Gesch√§ft wie der Leiterplattenproduktion bedeutet Unterauslastung gleichzeitig einen erheblichen Druck auf die Margen. Das ordentliche Betriebsergebnis des ersten Quartals, d.h. exklusive Einmalaufwendungen, belief sich auf EUR ‚Äď11,8 Mio. (gegen√ľber EUR 5,6 Mio. in der Vergleichsperiode des Vorjahres) und das Ergebnis pro Aktie auf EUR ‚Äď0,59 (EUR 0,22).

‚ÄěDie Ergebnisse des abgelaufenen Quartals z√§hlen sicherlich zu den schlechtesten seit Jahren. Mit den konsequent umgesetzten Restrukturierungen wird AT&S jedoch f√ľr die Zukunft richtig positioniert. Damit sollten sich unsere Ergebnisse bereits in den kommenden Quartalen wieder verbessern‚Äú, erl√§utert Harald Sommerer, Vorstandsvorsitzender der AT&S.

Speziell der √∂sterreichische Standort Leoben-Hinterberg verzeichnete aufgrund der Mengen- und Preisr√ľckg√§nge massive Verluste. Daher war es dringend notwendig, Ma√ünahmen zur nachhaltigen Absicherung des Werks zu treffen. Schon in den letzten Jahren war ein Abwandern von Volumsauftr√§gen nach Asien zu beobachten, weswegen die Produktionskapazit√§ten bereits reduziert wurden.

Die versch√§rfte Weltwirtschaftslage f√ľhrte aber bei Kunden zu einem verst√§rkten Fokus auf die erzielbaren Einkaufspreise. Durch den somit gestiegenen Preisdruck war bei den gegebenen Kosten die Volumsproduktion in √Ėsterreich nicht mehr aufrecht zu erhalten und wurde endg√ľltig nach Asien verlagert. Die verbleibenden Aktivit√§ten in Leoben-Hinterberg werden nun klar auf die Bed√ľrfnisse des europ√§ischen Marktes ausgerichtet.

Dieser Restrukturierungsschritt belastete die Ergebnisse des ersten Quartals mit EUR 38,3 Mio., sodass das Betriebsergebnis schlie√ülich ‚ā¨ -50,1 Mio. und das Ergebnis pro Aktie EUR -2,23 betrug.



Gerade in diesem Umfeld wurde im abgelaufenen Quartal besonderes Augenmerk auf eine weitere Absicherung der Finanzierungsbasis gelegt. So konnte im April 2009 eine Finanzierungsvereinbarung in H√∂he von EUR 37 Mio. und einer Laufzeit von 5 Jahren abgeschlossen werden, um das Fristigkeitenprofil weiter zu verbessern. Davon wurden bereits EUR 23 Mio. in Anspruch genommen. Da ausreichend Banklinien zur Verf√ľgung stehen, erachtet das Management die Finanzlage der AT&S derzeit als sehr solide.

‚ÄěWir gehen davon aus, dass mit dem ersten Quartal der Tiefpunkt des heurigen Jahres erreicht wurde‚Äú, kommentiert Steen E. Hansen, Finanzvorstand der AT&S, den heurigen Gesch√§ftsverlauf. Das zweite und dritte Quartal z√§hlt bei AT&S traditionell zu den st√§rksten. So wird trotz eines noch immer schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds eine verbesserte Auftrags- und damit Auslastungs- sowie Ertragslage erwartet.

Unter Ber√ľcksichtigung der Wirtschaftslage ist aber nicht zu erwarten, dass die operativen Verluste des ersten Quartals (auch exklusive Restrukturierungen) √ľber das Gesamtjahr 2009/10 zur G√§nze ausgeglichen werden k√∂nnen.

Mit Umsetzung der Restrukturierungen werden strategisch alle globalen Anpassungsprozesse abgeschlossen und AT&S ideal f√ľr die Zukunft aufgestellt sein. Die drei √∂sterreichischen Werke fokussieren dann rein auf den europ√§ischen Markt. Das Werk in Indien unterst√ľtzt das Europagesch√§ft mit mittleren Leiterplattenserien in Standardtechnologie. Auch der Fokus von AT&S Korea liegt ‚Äď neben dem Heimmarkt ‚Äď zunehmend auf dem europ√§ischen Markt, wo flexible und starrflexible Leiterplatten weiter an Bedeutung gewinnen. Das Werk in Shanghai, das gr√∂√üte HDI-Werk in China, produziert gro√üvolumige HDI-Leiterplattenserien f√ľr den weltweiten Markt.

Mit dieser Positionierung, einem in der Branche einzigartigen Kundenportfolio, der technologischen F√ľhrerschaft und der weiterhin guten Finanzposition ist zu erwarten, dass AT&S als Gewinner aus der Wirtschaftskrise hervorgehen wird.

AT&S besch√§ftigte am 30. Juni 2009 5.371 Mitarbeiter an Standorten in √Ėsterreich, Indien, China, Korea und in insgesamt 16 Vertriebsb√ľros.
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