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Leiterplatten | 18 November 2008

AT&S passt die Kapazitäten am Standort Leoben-Hinterberg an

Angesichts jüngster Ereignisse in der weltweiten Finanzwirtschaft werden die Auswirkungen auf die Realwirtschaft auch im Bereich der Elektronikindustrie zunehmend spürbar. AT&S wird eine Kapazitätsanpassung am Standort Leoben-Hinterberg durchführen. Zudem wird es eine Wertberichtigung bei AT&S Korea geben.
Neben zu erwartenden Mengenrückgängen kommen auch die Preise weiter unter Druck, wodurch Volumsaufträge zukünftig in Österreich nur noch in Ausnahmefällen gefertigt werden können. Tendenziell war zwar bereits in den letzten Jahren ein Abwandern von Volumsaufträgen nach Asien zu beobachten, der Trend wird aber durch die zunehmend spürbare Wirtschaftkrise nochmals beschleunigt.

Diese Entwicklungen, die in den letzten Wochen durch viele Gespräche mit Kunden bekräftigt wurden, erfordern kapazitätsmäßige Anpassungen am Standort Leoben-Hinterberg. Mit diesen Anpassungen soll der Standort Leoben-Hinterberg als Technologietreiber und als Spezialist für Prototypen- und schnelles Geschäft für die AT&S Gruppe bestmöglich abgesichert werden. Für diese Neuausrichtung des Standortes werden rund EUR 3 Mio. investiert.

Von den Kapazitätsanpassungen sind am Standort 293 eigene Mitarbeiter und 159 Leiharbeiter betroffen; somit wird der Mitarbeiterstand von derzeit 1.370 auf 918 Mitarbeiter verringert. Die Produktionskapazitäten – gemessen in produzierter Leiterplatten-Fläche – werden mit diesem Schritt von derzeit ca. 215.000 qm auf zukünftig 130.000 qm angepasst. Einige der in Leoben-Hinterberg nicht mehr nutzbaren Maschinen werden im neuen Werk in Indien zum Einsatz kommen und die dortige Investitionssumme um etwa EUR 7,4 Mio. reduzieren.

Die Restrukturierungskosten werden in Summe EUR 20,4 Mio. betragen und teilen sich auf Kosten des Personalabbaus, Gebäudeabschreibungen und sonstige Anpassungskosten auf. Die genauen Kosten werden erst nach Ausarbeitung eines Sozialplanes mit der Belegschaftsvertretung fest stehen. AT&S rechnet damit, die ersten Kündigungen bis zum Ende des Jahres 2008 auszusprechen, sodass der Personalabbau mit Ende des Geschäftsjahres 2008/09 im Wesentlichen abgeschlossen sein sollte.

Firmenwertberichtigung bei AT&S Korea
Trotz eines im Monat Oktober erstmalig auf EBIT-Basis positiven Ergebnisses und einer grundsätzlich positiven Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der AT&S Korea muss der Geschäftsplan für diese Gesellschaft aufgrund des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes angepasst werden. Auf dieser vorsichtigeren Basis macht der durchgeführte Impairmenttest einen Abwertungsbedarf von derzeit rund EUR 6,8 Mio. erforderlich, wobei der Firmenwert von derzeit rund EUR 5,3 Mio. gänzlich abgeschrieben wird und Steuerrückstellungen um rund EUR 1,5 Mio. reduziert werden.

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