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Elektronikproduktion | 27 Juli 2007

Insolvenzverwalter fordert Schadenersatz von taiwanesischer BenQ-Mobile-Mutter

Der Insolvenzverwalter des Handyherstellers BenQ Mobile fordert vom taiwanesischen Mutterkonzern BenQ Schadenersatz in Millionenhöhe. Beim Landgericht München I seien zwei Klagen mit einem Volumen von insgesamt 83,1 Millionen Euro eingereicht worden.
Die Taiwanesen hatten die Forderungen zuvor zurückgewiesen und wollen ihrerseits Ansprüche gegen die deutsche Tochter prüfen. Hintergrund der Forderungen des Insolvenzverwalters Pragers sind Zahlungen, die BenQ Mobile in den Monaten vor der Pleite an die Mutter für Lieferungen geleistet hatte. Nach deutschem Insolvenzrecht sei Prager dazu verpflichtet, alle Zahlungen anzufechten, "die die Beklagte in Kenntnis der Zahlungsschwierigkeiten der Tochter wenige Monate vor Insolvenzanmeldung erhalten hat, auch wenn es sich um die Bezahlung tatsächlich gelieferter Waren handelt", sagte die Sprecherin Pragers.

Bereits bei einer Gläubigerversammlung im März dieses Jahres hatte Prager signalisiert, dass die Taiwanesen nach seiner Einschätzung bis zu eine halbe Milliarde Euro von der deutschen Tochter abgezogen haben und angekündigt, dass die Ansprüche gerichtsfest aufbereitet würden. Die Summe von 83,1 Millionen Euro sei nun "nicht das Ende der Fahnenstange", sagte die Sprecherin. "Man arbeitet an weiteren potenziellen Schadenersatzforderungen."

Dagegen halten die Taiwanesen die Forderungen für nicht gerechtfertigt. Es habe sich um "normale Zahlungen" für verkaufte Güter gehandelt, erklärte der Elektronikkonzern und drohte Prager seinerseits mit Schadenersatzforderungen. Dem sehe man "gelassen" entgegen, sagte die Sprecherin des Insolvenzverwalters. "Herr Prager hätte diese Klagen nicht eingereicht, wenn er sich nicht sehr realistische Chancen ausrechnen würde."

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