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Allgemein | 06 Juli 2007

ZVEI hebt Wachstumsprognose für die Elektroindustrie an

Die Unternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie werden das Jahr 2007 wahrscheinlich mit einem Umsatzwachstum von mindestens sechs Prozent auf gut 190 Mrd. Euro abschließen.
Damit hebt der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie seine erste Prognose aus dem FrĂŒhjahr dezent an. Im MĂ€rz 2007 lag die SchĂ€tzung noch bei fĂŒnf bis sechs Prozent Wachstum.

Auch den Abschluss des Vorjahres revidierte der Verband der zweitgrĂ¶ĂŸten Industriebranche nachtrĂ€glich nach oben. VorlĂ€ufigen Daten zufolge war man im FrĂŒhjahr fĂŒr 2006 noch von 7,5 Prozent Umsatzwachstum ausgegangen. TatsĂ€chlich lag der Gesamtumsatz bei 180 Mrd. Euro. Das Wachstum betrug damit 8,5 Prozent. „Die aktuellen Daten bestĂ€tigen das derzeit positive GeschĂ€ftsklima“, so Gotthard Graß, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des ZVEI. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Elektroindustrie im Jahr 2008 erneut um fĂŒnf Prozent wachsen und erstmals mehr als 200 Mrd. Euro fakturieren.“

Trotz Umstrukturierungen und Verlagerungen an gĂŒnstigere Standorte hat die Branche in Deutschland zum Jahreswechsel um 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 806.500 zugelegt. „Der BeschĂ€ftigungsaufbau wird sich 2007 fortsetzen. Wir erwarten zum Jahresende eine Zahl von 815.000 Mitarbeitern in der Branche“, prognostiziert Graß. Knapp wĂŒrden allerdings Ingenieure und technische FachkrĂ€fte. Der ZVEI unterstĂŒtze deshalb Überlegungen in der Bundesregierung, kurzfristig die Einstellung auslĂ€ndischer FachkrĂ€fte zu erleichtern.

Da nicht nur die Exporte, sondern auch die Inlandsnachfrage angezogen haben, sieht sich die Elektroindustrie seit 2006 in einer Phase des selbsttragenden Aufschwungs. Mit 86,3 Prozent liege die KapazitĂ€tsauslastung der Unternehmen nach wie vor deutlich ĂŒber dem langjĂ€hrigen Durchschnitt.

In den ersten vier Monaten dieses Jahres haben die UmsĂ€tze der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie um knapp sechs Prozent auf fast 60 Mrd. Euro zugelegt. Das Wachstum der AuftragseingĂ€nge insgesamt betrug sechs Prozent, ohne die Informations- und Kommunikationstechnik sogar elf Prozent. „Hier hinterlassen die laufenden Umstrukturierungen in der deutschen Kommunikationsindustrie Spuren in der Statistik“, so Graß.

Hohe Zuwachsraten erzielen die Unternehmen bei Exporten in die zwölf EU-BeitrittslĂ€nder und nach SĂŒdostasien. In den Osten Europas gehen zwölf Prozent mehr Exporte. Energietechnik, Automatisierungstechnik sowie Beleuchtungstechnik und Elektronische Bauelemente sind sehr gefragt. Auf krĂ€ftigem Wachstumskurs bewegen sich dem ZVEI zufolge weiterhin die Lieferungen nach Russland, Indien und China. Graß: „Zwar sind die deutschen Elektroausfuhren nach China mit einem Anteil von vier Prozent, nach Russland mit drei Prozent und nach Indien mit einem Prozent noch relativ gering, jedoch ist das Wachstum mit 15, 12 und 27 Prozent rasant.“

High-Tech-Bereiche besonders erfolgreich

Zweistellig gewachsen sind im ersten Quartal 2007 nach ZVEI-Angaben die Bereiche elektrische EnergieĂŒbertragung und -verteilung sowie Automatisierungstechnik. Das Inlandsplus betrug auf beiden Gebieten zehn Prozent. Der Auftragseingang aus dem Ausland betrug bei Energietechnik 30 Prozent, bei der Automatisierungstechnik 20 Prozent. So erfordern Offshore-Stromerzeugung und Stromhandel Investitionen in die Netze. Hier geht der ZVEI von einer weiterhin starken Expansion des Weltmarkts aus. Hinzu kommt Modernisierungsbedarf in Milliardenhöhe bei Kraftwerken.

„FĂŒr Schwung in der Automatisierungstechnik sorgt die Erschließung bisher unwirtschaftlicher Öl- und Gasvorkommen. Benötigt werden automatisch gesteuerte und ĂŒberwachte Pipelines, effiziente Raffinerien oder FlĂŒssiggasterminals“, so Graß. Aber auch die Energiegewinnung aus Biomasse bringe AuftrĂ€ge fĂŒr die Prozessautomatisierung. Besonders energieeffiziente Antriebe böten Potenzial fĂŒr Wachstum in der Antriebstechnik und höhere Energie-Effizienz zugleich. Zwei Drittel des industriellen Stromverbrauchs entfallen nach einer ZVEI-Studie auf elektrische Antriebe, jedoch sind lediglich zehn Prozent aller neuen Motore aus der besten Effizienzklasse. Daher fordert der ZVEI in seinem „Impulsprogramm Energie-Effizienz“ zusĂ€tzliche Investitionsanreize vom Staat.

Bei Consumer Electronics und ElektrohausgerĂ€ten stagnierte der Markt zu Jahresbeginn. Ursachen sieht der ZVEI in der Sonderkonjunktur bei Consumer Electronics durch die Fußball-WM und bei HausgerĂ€ten in Vorzieheffekten wegen der Mehrwertsteuererhöhung. 2007 erwartet der Verband ein Wachstum von jeweils drei Prozent bis zum Jahresende.

Auch der Bauelemente-Markt in Deutschland entwickelt sich positiv. Wie ĂŒblich in US-Dollar abgerechnet, lag das Umsatzwachstum im Jahr 2006 bei drei Prozent; in Euro umgerechnet fiel es wesentlich geringer aus. Im Bereich der Licht- und GebĂ€udetechnik laufe das GeschĂ€ft ebenfalls gut, berichtet Graß. Zu einer regen Nachfrage aus dem Ausland komme die sich moderat belebende Baukonjunktur im Inland.

„Die einzelnen Segmente unserer Industrie haben auch weiterhin gute Wachstumsperspektiven“, zeigt sich ZVEI-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Graß zuversichtlich. „In dieses Wachstum wird auch krĂ€ftig investiert. Die Forschungsaufwendungen hatten im vergangenen Jahr mit 9,4 Mrd. Euro einen absoluten Spitzenwert erreicht. Die gesamten so genannten Zukunftsaufwendungen einschließlich Aus- und Weiterbildung betrugen 17,1 Mrd. Euro.“ Dies sei wegen des hohen Innovationstempos der Branche erforderlich.

Basis fĂŒr diese Investitionen sei eine im Jahr 2006 auf 5,5 Prozent verbesserte Umsatzrendite vor Zins und Steuern, die 2007 noch besser ausfallen dĂŒrfte.

Perspektiven fĂŒr 2008

FĂŒr 2008 erwartet der ZVEI weiteres Wachstum, wenn auch mit etwas verringerter Dynamik. Dennoch dĂŒrfe man die Risiken nicht aus den Augen verlieren, betont Graß. Wie kaum eine andere Industrie sei die Branche international aufgestellt und daher intensivem Preiswettbewerb ausgesetzt. Trotz weiter gestiegenen Rohstoffpreisen seien die Erzeugerpreise um zwei Prozent rĂŒcklĂ€ufig, die Einfuhrpreise um sechs Prozent. Zu einer Verschlechterung der Wettbewerbssituation könnten auch eine weitere Aufwertung des Euro gegenĂŒber dem Dollar und den verbundenen WĂ€hrungen fĂŒhren.

Als Wachstumsbremsen wirken sich jedoch bereits heute Zulieferprobleme aus sowie der immer deutlicher werdende FachkrĂ€fte- und Ingenieurmangel. „Hier wird der ZVEI in der kommenden Zeit mit den PR-Kampagnen ‚superstudium.de' und ‚superausbildung.de' seine AktivitĂ€ten noch verstĂ€rken, um junge Leute fĂŒr technische Berufe zu interessieren.
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