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© vinnstock dreamstime.com Analysen | 11 April 2018

Trendwende im Russland-Geschäft

Nach vier rĂŒcklĂ€ufigen Jahren hat 2017 eine Trendwende im Russland-GeschĂ€ft der Maschinenbauer aus Deutschland gebracht. Im vergangenen Jahr wurden Maschinen und Anlagen im Wert von EUR 5,3 Milliarden nach Russland verkauft - 22,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Das Wachstum erfolgte auf breiter Front, Sanktionen und fehlende Strukturreformen dÀmpfen jedoch die Erwartungen. Immer noch verhindern die Sanktionen der EU und der USA eine Normalisierung der GeschÀftsbeziehungen, schreibt der Industrieverband VDMA.

"Besonders jetzt, wo sich die russische Wirtschaft dank des Ölpreises langsam erholt, werden europĂ€ische Hersteller durch die Sanktionen ins Hintertreffen geraten“, warnt Ulrich Ackermann, Leiter der VDMA Außenwirtschaft. "Wir befĂŒrchten vermehrte Schwierigkeiten in der Finanzierung und Absicherung von RusslandgeschĂ€ften, ausgelöst durch das US-Sanktionspaket von 2017. Die Anzeichen dafĂŒr mehren sich."

Russland liegt aktuell auf Platz 9 der wichtigsten AbsatzmĂ€rkte des deutschen Maschinenbaus. Die Schwerpunkte der deutschen Maschinenexporte waren 2017 unter anderem die Landtechnik, Nahrungsmittel- u. Verpackungsmaschinen, Bau- und Baustoffmaschinen sowie Fördertechnik. Alle Top-10-Fachzweige verzeichneten Wachstum, zum Teil im hohen zweistelligen Bereich. Aber auch viele weniger stark in Russland vertretene Branchen konnten ihre Exporte deutlich steigern. Diese positive Entwicklung lag in erster Linie an der Stabilisierung des Ölpreises. Zwar liegt der Preis pro Barrel noch immer deutlich unter dem Niveau aus Vorkrisenzeiten, aber der Preis ist relativ stabil. Das wirkt sich auch auf den Rubel aus.

China holt auf

Auch der Aufbau einheimischer IndustriekapazitĂ€ten beflĂŒgelt die Exporte nach Russland. Denn das Land setzt fĂŒr seine Modernisierung auf Maschinen und Anlagen 'Made in Germany'. Doch nicht nur die deutschen Hersteller profitieren, sondern alle wichtigen Maschinenlieferanten Russlands. Zum Beispiel China: Schon 2016 verkauften chinesische Lieferanten Maschinen und Anlagen im Wert von insgesamt EUR 4,9 Milliarden nach Russland, ein Plus von 73 Prozent. Damit ĂŒberholte China erstmalig Deutschland als wichtigsten Maschinenlieferanten Russlands. 2017 hat sich dieses Bild leicht geĂ€ndert. Laut chinesischer Exportstatistik lieferte China Maschinen fĂŒr rund EUR 5,1 Milliarden nach Russland, etwas weniger als Deutschland. Dennoch haben die deutschen Hersteller ihren einstigen Vorsprung bei den Marktanteilen am russischen Maschinenmarkt eingebĂŒĂŸt.

Vorsichtiger Blick voraus

Insgesamt wuchs die russische Wirtschaft 2017 weniger stark als erwartet, nach vorlĂ€ufigen Angaben um 1,5 Prozent. Die Prognosen fĂŒr die kommenden zwei Jahre sind verhalten. Mehr als 2 Prozent Plus scheinen in den kommenden beiden Jahren nicht erreichbar. Fehlende Strukturreformen und der wachsende staatliche Anteil an der Wirtschaft bremsen die Dynamik. Ohne tiefergreifende Reformen wird sich wenig Ă€ndern – darin sind sich nahezu alle Experten einig. Diesen Prognosen folgend, werden die deutschen Maschinenexporte nach Russland wahrscheinlich in einem gemĂ€ĂŸigten Tempo weiter wachsen, bis zu den Höchstwerten aus dem Jahr 2012 ist es noch ein weiter Weg.
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2018.12.12 02:03 V11.10.8-1