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© evertiq Analysen | 21 MĂ€rz 2018

Maschinenbauer aus Sachsen-Anhalt 2017 mit Umsatzplus

Die AuftragsbĂŒcher der Maschinen- und Anlagenbauer in Sachsen-Anhalt waren 2017 erneut gut gefĂŒllt. Die Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern steigerten zum achten Mal in Folge ihren Jahresumsatz. Das geht aus den veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt hervor.
Demnach verkauften die knapp 80 Unternehmen Maschinen, Anlagen und Komponenten im Wert von etwa 2,5 Milliarden Euro. "Unter dem Strich steht ein moderates Wachstum von 0,4 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr und ein neues Allzeithoch", erklĂ€rt Reinhard PĂ€tz, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des VDMA Ost. Das scheine auf den ersten Blick wenig. Allerdings habe sich die ProduktivitĂ€t deutlich erhöht. "Die Firmen erreichten das höhere Umsatzvolumen, obwohl die Zahl der Betriebe und BeschĂ€ftigten zurĂŒckging", ergĂ€nzt PĂ€tz. Die Kurve der BeschĂ€ftigungsentwicklung zeigte erstmals seit 2012 nach unten. Im Jahr 2017 arbeiteten durchschnittlich zirka 12.700 Menschen im Maschinen- und Anlagenbau, etwa 100 weniger als ein Jahr zuvor. Schlusslicht bei Exporten RĂŒcklĂ€ufig war ebenso der Auslandsumsatz. Er sank um mehr als 3 Prozent auf reichlich 1 Milliarde Euro. "Die Maschinenbauer aus Sachsen-Anhalt wiesen damit die niedrigste Exportquote aller ostdeutschen BundeslĂ€nder und Berlin auf. Sie exportierten 43,5 Prozent ihrer Waren – im Jahr zuvor waren es zirka 45 Prozent", sagt PĂ€tz. Auch Im Vergleich zum Exportanteil des gesamtdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus von etwa 77 Prozent hinken sie weit hinterher. "Die GrĂŒnde hierfĂŒr sind noch immer historisch bedingt. Die geringere Zahl an Unternehmen und die BetriebsgrĂ¶ĂŸen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die ausgeprĂ€gte Zulieferstruktur", konstatiert der Landesverbands-GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Um sich jedoch langfristig auf dem Markt behaupten zu können, mĂŒssten auch kleinere Betriebe den Schritt ins Ausland wagen. Dies könne ebenso ĂŒber Kooperationen gelingen. FachkrĂ€fteengpass als Wachstumsbremse PĂ€tz erwartet, dass die Maschinenbau-Unternehmen in Sachsen-Anhalt im laufenden Jahr an die positive GeschĂ€ftsentwicklung anknĂŒpfen. Gerade nach den jĂŒngst verhĂ€ngten Strafzöllen der USA sowie möglichen Reaktionen der EuropĂ€ischen Union und anderer Staaten mĂŒsse jedoch abgewartet werden, wie sich die außenpolitischen und außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestalten. Besorgt zeigt sich der Verbandsvertreter beim Thema FachkrĂ€fte. "Der zunehmende Engpass war 2017 erstmals das grĂ¶ĂŸte Produktionshindernis im Maschinenbau. Die sich bildende FachkrĂ€ftelĂŒcke entwickelt sich zur Wachstumsbremse, wenn AuftrĂ€ge nicht angenommen und ausscheidende Mitarbeiter nicht sofort adĂ€quat ersetzt werden können", warnt PĂ€tz. DarĂŒber hinaus mĂŒsse die deutsche Politik dringend wettbewerbsrelevante Fragen lösen. Gefragt seien Zukunftskonzepte fĂŒr Themen wie Verkehrsinfrastruktur, Bildung und Digitalisierung.
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2019.02.20 12:04 V12.2.3-2