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© wrangler dreamstime.com Analysen | 20 April 2016

Durchwachsener Frühling im ostdeutschen Maschinenbau

Im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau zeigten zu Jahresbeginn wichtige Indikatoren wie Kapazitätsauslastung und Auftragsreichweite wieder nach oben.
Die vielfältigen Krisen und unsicheren Aussichten machen die Unternehmer dennoch skeptisch. Das ergab die Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2016 unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

„Wir schätzen die aktuelle Lage als stabil ein. Sie ist nicht herausragend gut, aber auch nicht übermäßig schlecht. Eine nachhaltige Trendwende scheint jedoch nicht in Sicht – daher blicken die Unternehmen eher vorsichtig in die nahe Zukunft“, erklärt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost.

Wichtige Indikatoren legen zu

Der Umfrage zufolge bewerteten 69 Prozent der Unternehmen ihre momentane Gesamtsituation als sehr gut oder gut. Hier scheint noch die rückläufige Entwicklung zum Jahresende 2015 nachzuwirken. Denn: Zuletzt legten wichtige Indikatoren zu.
Die Betriebe konnten ihre vorhandenen Produktionskapazitäten wieder besser auslasten. So stieg die durchschnittliche Kapazitätsauslastung auf reichlich 85 Prozent. Auch das Auftragspolster der Unternehmen kletterte. Nach einem Zwischentief reicht der Auftragsbestand im Durchschnitt nun für 4,4 Produktionsmonate.

27 Prozent der Unternehmen und damit 5 Prozent mehr als bisher registrierten einen besseren Auftragsbestand im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten. Die Anzahl der Firmen mit weniger Aufträgen blieb konstant, lag aber mit 37 Prozent auf einem recht hohen Niveau.

Unsichere Entwicklung hinterlässt Spuren

Die Geschäftserwartungen der ostdeutschen Maschinenbau-Unternehmen haben sich hingegen etwas eingetrübt. 84 von 100 Betrieben gehen im zweiten Quartal 2016 von gleichbleibenden oder besseren Geschäften aus. Im Vergleich zu bisher glauben aber weniger Firmen an eine kurzfristig positive Entwicklung.

Gründe hierfür sind unter anderem die fehlenden Impulse der Weltwirtschaft und die globalen politischen Krisen. Aber auch fragwürdige Weichenstellungen bei den Rahmenbedingungen in Deutschland erweisen sich als Hemmnisse für die Unternehmen. So bereiten der stetig steigende administrative Aufwand durch neue Gesetze sowie die mangelhafte Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur den Firmen Sorgen. Die geplanten, überzogenen Regelungen für Zeitarbeit sowie Werk- und Dienstverträge könnten zudem die Umsetzung von Industrie 4.0 in der Breite gefährden. Die vielfältigen Erschwernisse führen auch dazu, dass der Verband für das laufende Jahr eine erneute Stagnation erwartet.

Betriebe setzen nachhaltige Personalpolitik fort

Ungeachtet aller Probleme setzen die Firmen ihre nachhaltige Personalpolitik fort. Nach wie vor 83 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden sechs Monaten ihre aktuelle Mitarbeiterzahl aufrechterhalten oder erhöhen. Dabei stieg der Anteil der Betriebe, die die Einstellung neuer Mitarbeiter planen, um knapp 5 Prozent. Konstant blieb die Zahl der Firmen, die einen Personalabbau erwägen.

„Die weltweiten Krisenherde werden uns auch in den kommenden Monaten begleiten. Wir müssen uns daher auf unsere Stärken besinnen, Geschäftsfelder erweitern, technologisch neue Wege gehen und alternative geografische Märkte ins Auge fassen“, sagt Pätz. Er fordert zudem die Landes- und Bundespolitik dazu auf, sich schnell für die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland einzusetzen.

Jahresdaten für 2015 liegen vor

In 2015 verharrte der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau mit einem Jahresumsatz von etwa 16,8 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Dabei ließ sich jedoch eine vergleichsweise große Heterogenität zwischen den Unternehmen beobachten: Die Spanne reichte von beträchtlichen Marktverlusten über Wachstumsstillstand bis hin zu vollen Auftragsbüchern.

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2018.07.18 17:55 V10.0.0-1