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© wrangler dreamstime.com Analysen | 11 April 2016

Weltmaschinenumsatz 2015: Neues Rekordniveau erreicht

Nach ersten Schätzungen der VDMA-Volkswirte stieg der globale Maschinenumsatz (ohne Serviceleistungen) 2015 um nominal 10 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 2570 Milliarden Euro.
Um Währungs- und Preiseffekte bereinigt stagnierte der Weltumsatz allerdings. Der deutsche Maschinenbau konnte seinen dritten Platz im Weltranking mit einem Gesamtumsatz von 260 Milliarden Euro verteidigen. (Berechnungsbasis sind alle Unternehmen, auch mit weniger als 50 Beschäftigten).

China (983 Milliarden Euro) ist mit Abstand gr√∂√üter Maschinenproduzent, gefolgt von den Vereinigten Staaten (368 Milliarden Euro). Japan reiht sich mit 234 Milliarden Euro auf Platz vier ein. Das Umsatzvolumen der in China ans√§ssigen Unternehmen ist nur geringf√ľgig niedriger als das Volumen von EU und USA zusammen.

Das Bild wurde 2015 in besonderem Ma√üe durch Wechselkursver√§nderungen beeinflusst, die Ergebnisse der Weltumsatzsch√§tzung wurden durch die Aufwertung zahlreicher W√§hrungen gegen√ľber dem Euro teils kr√§ftig verzerrt. Hierzu z√§hlt insbesondere die Aufwertung des Dollar in Relation zum Euro um fast 20 Prozent. Der chinesische Renminbi legte um rund 17 Prozent gegen√ľber dem Euro zu, der japanische Yen um mehr als 4 Prozent. Aber auch die W√§hrungen weiterer Maschinenbaul√§nder werteten zum Teil zweistellig gegen√ľber dem Euro auf. Durch die Kurssteigerungen wurde das Umsatzvolumen der Aufwertungsl√§nder in Euro aufgebl√§ht, sprich: Es kam in der Mehrzahl der Aufwertungsl√§nder allein schon wechselkursbedingt zu Zuwachsraten im Vorjahresvergleich. Aber auch das Gegenteil trat ein: F√ľr Russland und Brasilien f√§llt der Umsatzr√ľckgang in Euro gerechnet noch heftiger aus, da hier die jeweilige Landesw√§hrung 2015 gegen√ľber der Gemeinschaftsw√§hrung deutlich abwertete.

Weltweite Investitionsg√ľternachfrage entt√§uschte abermals

Die um Preis- und Wechselkurseffekte bereinigte globale Entwicklung im Maschinenbau 2015 spiegelt dagegen das bekannte, entt√§uschende Bild einer sich schwach entwickelnden weltweiten Nachfrage wider. W√§hrend in China die Ums√§tze real um lediglich 2 Prozent stiegen, stagnierten sie in den USA und Deutschland und sanken in Japan sogar um 1 Prozent. Der italienische Maschinenbau ‚Äď die Nummer f√ľnf in der Welt - konnte nach drei Jahren preisbereinigt r√ľckl√§ufiger Ums√§tze 2015 erstmals ein kleines Plus von 1 Prozent generieren.

China behauptet Ausnahmestellung

China konnte 2015 seine Ausnahmestellung im globalen Maschinenbau zwar abermals behaupteten: Die in China ans√§ssigen Unternehmen verkauften Maschinen und Anlagen im Wert von 983 Milliarden Euro. Ein preis- und wechselkursbereinigtes Umsatzplus von 2 Prozent ist jedoch die schw√§chste Wachstumsrate seit Ende der Neunziger. In der Euro-Betrachtung kommt es aufgrund der W√§hrungsaufwertung 2015 dagegen zu einem Plus von 19 Prozent gegen√ľber dem Vorjahr. Der Anteil des Landes am Weltumsatz liegt nun bei 38 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 betrug der Anteil gerade einmal 11 Prozent. Ausl√§ndische Unternehmen, die in China produzieren, sind Teil dieser chinesischen Wachstumsstory.

Deutschland ist mit rund 260 Milliarden Euro Umsatzvolumen nach wie vor drittgr√∂√üter Standort im globalen Maschinen- und Anlagenbau. Gegen√ľber dem Vorjahr stieg der Umsatz um nominal 2 Prozent. Preisbereinigt stagnierte er auf dem Niveau des Vorjahres. Die sukzessive Verringerung des deutschen Weltanteils muss auch im Zusammenhang mit der lang anhaltenden Schw√§che des europ√§ischen Absatzmarktes sowie dem Aufbau von Fertigungskapazit√§ten an anderen Standorten ‚Äď insbesondere in Asien ‚Äď gesehen werden.

Drei Fertigungszentren beherrschen weltweit das Bild

Mit Blick auf die Weltregionen gibt es im Maschinenbau die drei großen Fertigungszentren Asien, Europa und Amerika.

Asien ist bereits seit 2009 gr√∂√üte Fertigungsregion im Maschinen- und Anlagenbau. Mittlerweile werden f√ľr 55 Prozent der weltweit gefertigten Maschinen und Anlagen in Asien die Rechnungen geschrieben. Neben China (Platz 1 im L√§nder-Ranking) und Japan (Platz 3) sind auch S√ľd-Korea (6) und Indien (9) in der Top-10-L√§nderliste zu finden.

Europa stand 2015 nur noch f√ľr 28 Prozent des Weltmaschinenumsatzes. Der Anteil am Weltumsatz wurde durch die Aufwertung des Euro deutlich nach unten gedr√ľckt. Bei konstanten Wechselkursen h√§tte der europ√§ische Anteil ‚Äď wie im Vorjahr - 30 Prozent betragen. Neben Deutschland (Platz 3) z√§hlen Italien (5), Frankreich (7) und das Vereinigte K√∂nigreiche (8) zu den bedeutenden Maschinenbaul√§ndern.

Der Anteil Amerikas blieb unverändert bei 17 Prozent. Allerdings gab es hier sehr unterschiedliche Entwicklungen: Der Anteil der USA erhöhte sich wechselkursbedingt, der Anteil Brasiliens sank hingegen wechselkursbedingt.
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-2