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© filipefrazao84 dreamstime.com_ Elektronikproduktion | 29 Februar 2016

Kunze Gruppe startet Sanierung über ein Insolvenzverfahren

Die Kunze Gruppe hat fĂŒr ihre zwei Gesellschaften am 10. Februar 2016 InsolvenzantrĂ€ge gestellt.
Zum vorlĂ€ufigen Insolvenzverwalter der GebrĂŒder Kunze GmbH bestellte das zustĂ€ndige Amtsgericht Chemnitz RĂŒdiger Wienberg. VorlĂ€ufiger Verwalter der Ibex Automotive GmbH wurde Kai Dellit. Beide RechtsanwĂ€lte sind Partner bei der Kanzlei hww hermann wienberg wilhelm. Wienberg und Dellit planen, die Gruppe fortzufĂŒhren und zu sanieren.

Die vorlĂ€ufigen Insolvenzverwalter machen sich derzeit ein umfassendes Bild ĂŒber die Lage der Automobilzulieferer, um die Sanierungsmöglichkeiten der Gesellschaften prĂŒfen zu können. Dazu werden sie unverzĂŒglich GesprĂ€che mit GlĂ€ubigern, Kunden und Lieferanten aufnehmen. Ein mögliches Sanierungsszenario ist die DurchfĂŒhrung eines Insolvenzplanverfahrens, also eine Art Vergleich mit den GlĂ€ubigern, unter Einwerbung eines Investors. In Betracht kommt auch der Verkauf der Unternehmen an einen Investor mittels eines Asset-Deals.

„Die Insolvenzantragstellung bleibt ohne Einfluss auf das TagesgeschĂ€ft, der GeschĂ€ftsbetrieb lĂ€uft uneingeschrĂ€nkt“, erklĂ€ren Wienberg und Dellit. „Wir produzieren und liefern weiter, die Mitarbeiter sind hoch motiviert.“ Die Löhne und GehĂ€lter der Mitarbeiter beider Gesellschaften sind fĂŒr drei Monate ĂŒber das Insolvenzgeld durch die Bundesagentur fĂŒr Arbeit gesichert. Es wurde bereits die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes ĂŒber eine Bank initiiert, damit die GehĂ€lter ohne Verzögerungen ausgezahlt werden können. Parallel wurde entschieden, die von der Kunze Gruppe schon vor Insolvenzantragstellung gefĂŒhrten Verhandlungen mit potentiellen Investoren zeitnah im Rahmen eines strukturierten Investorenprozesses fortzufĂŒhren.

Aktuell beschĂ€ftigt die Kunze Gruppe rund 400 Mitarbeiter, die die vorlĂ€ufigen Insolvenzverwalter gemeinsam mit den GeschĂ€ftsfĂŒhrungen gestern und heute in Betriebsversammlungen an drei Standorten der Gruppe ĂŒber die Situation informiert haben bzw. informieren werden.

Die Insolvenzantragstellung war notwendig geworden, weil zu hohe Schulden aufgrund intensiver InvestitionstĂ€tigkeit in den letzten 10 Jahren die Unternehmen erdrĂŒckten und daraus die ZahlungsunfĂ€higkeit drohte. Mehrmonatige, intensive vorinsolvenzliche BemĂŒhungen, Kapitalgeber fĂŒr die Kunze Gruppe zu finden, konnten nicht rechtzeitig abgeschlossen werden.

Die Kunze Gruppe fertigt an ihren drei sĂ€chsischen Standorten in Gelenau, Zittau und Schönbrunn sicherheitsrelevante Teile fĂŒr die Automobilindustrie, die in Brems-, Fahrwerks- und Klimasystemen eingesetzt werden. Kunden sind Tier 1-Lieferanten der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie. Technologisches Charakteristikum und herausragender Wettbewerbsvorteil ist die Kombination der Fertigungstechnologien Kaltfließpressen und Zerspanung.
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2018.12.13 13:08 V11.10.14-1