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© irochka dreamstime.com Analysen | 20 Januar 2015

Sechs neue SVHCs und neue DEHP Einstufung

Seit 17. Dezember 2014 stehen nicht nur sechs neue Substanzen auf der REACh-Kandidatenliste der ECHA (EuropĂ€ische Chemikalienagentur), sondern gibt es auch eine ErgĂ€nzung fĂŒr den bereits bestehenden Listeneintrag fĂŒr den Weichmacher DEHP.
Wurde DEHP bislang als fortpflanzungsgefÀhrdend eingestuft, hat ihm nun der Ausschuss der Mitgliedsstaaten einstimmig hormonÀhnliche (endokrine) Wirkungen in der Umwelt bestÀtigt. Weil diese Substanz bereits im Anhang XIV (Zulassungsliste) steht, darf sie ohne Zulassung nur noch bis 21.2.2015 eingesetzt werden. Die neu in der Zulassungsliste aufgenommenen Substanzen sind:
  • Cadmiumfluorid, u.a. ein Ausgangsstoff in der Elektroplattierung und Galvanik und Bestandteil zur Herstellung von Photovoltaikmodulen, und Cadmiumsulfat, u.a. ein Ausgangsstoff fĂŒr die OberflĂ€chenbehandlung von Metallen. Beide Cadmiumsalze werden als krebserregend, erbgutverĂ€ndernd und fortpflanzungsgefĂ€hrdend eingestuft.
  • UV-320 und UV-328, zwei UV-Stabilisatoren (Weichmacher) aus der Gruppe der Phenolbenzotriazole, sind in der Umwelt sehr langlebig, wirken giftig und reichern sich in hohem Maße in Organismen an. Sie finden vor allem in Kunststoffen, Gummi und Beschichtungen Verwendung.
  • DOTE und 'Reaction Mass' aus DOTE:MOTE - diese beiden organischen Zinnverbindungen werden als Stabilisatoren in PVC eingesetzt; sie haben fortpflanzungsgefĂ€hrdende Eigenschaften.
Damit umfasst die REACh-Kandidatenliste nunmehr 161 besonders besorgniserregende Substanzen (SVHCs). In diesem Zusammenhang weist der FBDi ausdrĂŒcklich auf die grundsĂ€tzlich seit dem 1. Juni 2011 bestehende Notifikationspflicht fĂŒr SVHCs (Substances of Very High Concern) hin. Sie gilt auch fĂŒr bereits auf dem Annex XIV stehenden SVHCs. Ab Aufnahme einer Substanz in die Kandidatenliste bleiben Unternehmen und Distributoren/ Importeure 6 Monate Zeit fĂŒr eine Meldung an die ECHA, sollte in ihren importierten Erzeugnissen einer dieser Stoffe mit mehr als 0,1 Gewichtsprozent enthalten sein UND in kumulativ mehr als einer Tonne pro Jahr (ĂŒber alle betroffenen und importierten Erzeugnisse) auftreten. Eventuelle Ausnahmen sind in Artikel 7(6) nachzulesen; davon unberĂŒhrt bleibt die Informationspflicht gegenĂŒber Kunden/Verbrauchern nach Artikel 33 (1+2). VerstĂ¶ĂŸe gegen diese Vorschriften werden mit Verwarnungen bis zu empfindlichen Strafen geahndet.
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2019.02.15 09:57 V12.1.1-2