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Allgemein | 08 Januar 2007

Anonyme Investorengruppe will BenQ Mobile übernehmen

Eine anonyme Investorengruppe hat sich √ľber einen Anwalt beim Insolvenzverwalter Martin Prager gemeldet und will BenQ Mobile retten. Insgesamt 800 Arbeitspl√§tze sollen in M√ľnchen und Kamp-Lintfort erhalten bleiben.
Bei der Investorengruppe an soll es sich um eine "strategische Investorengruppe mit persönlichem Hintergrund in den Chefetagen der US-amerikanischen und deutschen Telekommunikations- und IT-Industrie" handeln. Die Gruppe habe bereits am 2. Januar Prager ein Angebot zur Übernahme von BenQ Mobile unterbreitet und will die Entwicklung und Produktion von Handys "nachhaltig" sichern.
Die Investorengruppe wolle ihre "erstklassigen Verbindungen und Funktionen" zur US-Hightech-Branche nutzen, um den US-Vertrieb massiv auszuweiten und eine komplett neue Handy-Marke in den USA aufbauen. Die Investoren w√ľrden mit der √úbernahme strategische Ziele verfolgen und es handele sich keineswegs um Finanzjongleure aus der Heuschreckenbranche.
Mittlerweile sollen erneut Verhandlungen aufgenommen worden sein. Das Angebot der Investorengruppe enthalte allerdings Bedingungen an die Landesregierungen von Bayern und Nordrhein-Westfalen, die kaum durchsetzbar seien. Darunter eine B√ľrgschaft der beteiligten Landesregierungen. Nordrhein-Westfalen und Bayern haben sich derweil grunds√§tzlich offen f√ľr staatliche B√ľrgschaften gezeigt.
Nach einem Bericht der Tageszeitung Die Welt (Samstagausgabe) gibt es einen zweiten ernsthaften Interessenten f√ľr BenQ Mobile. Dieses Konsortium werde von einem in den USA lebenden Deutschen angef√ľhrt.

Hinsichtlich der ebenfalls insolventen Service-Tochter Inservio GmbH in Bocholt scheint sich der daf√ľr zust√§ndige Insolvenzverwalter Michael Pluta mit einem franz√∂sischen Investor √ľber einen Verkauf weitgehend einig geworden zu sein.

Der Siemens-Konzern hatte sich beim Verkauf seiner Mobilfunksparte an BenQ zur Zahlung von 400 Millionen Euro verpflichtet. Die letzte Rate von 100 Millionen Euro war Ende 2006 f√§llig, wurde aber bislang nicht an den taiwanesischen Handyhersteller BenQ √ľberwiesen. "Wir haben uns nun im Einvernehmen mit BenQ in Taiwan geeinigt, dass wir die noch ausstehende Summe von 100 Millionen Euro nicht zahlen“, sagte Siemens-Sprecher Marc Langendorf gegen√ľber der Wirtschaftwoche. Siemens will die Summe zur Finanzierung der Garantieleistungen f√ľr Handys nutzen. Bislang wurden alle SiemensBenQ-Handys mit zweij√§hriger Garantie ausgeliefert. Die so entstandenen Verpflichtungen erf√ľllte bis zur Insolvenz die BenQ-Mobile-Tochter Inservio. Um den Garantiebetrieb zu sichern, hat Siemens seither 20 Millionen Euro an Inservio gezahlt.
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