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© krzysztof gorski dreamstime.com Analysen | 16 August 2013

Elektroindustrie: Großaufträge bringen deutliches Plus

Stark getrieben durch Großaufträge sind die Bestellungen in der deutschen Elektroindustrie im Juni dieses Jahres um 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Aus dem Inland gingen dabei 4,3 und aus dem Ausland 17,9 Prozent mehr Aufträge ein als vor einem Jahr. Die Bestellungen aus dem Euroraum legten um dreizehn, die aus Drittländern um noch stärkere 20,5 Prozent zu. „Aufgrund des kräftigen Zuwachses im Juni befindet sich nunmehr auch die Gesamtheit der im ersten Halbjahr 2013 eingesammelten Aufträge im Plus“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Insgesamt übertrafen die ersten sechs Monate den Vorjahreswert um 1,6 Prozent. Hier stehen sich ein Rückgang im Inland um 1,2 und ein Anstieg im Ausland um 4,2 Prozent gegenüber. Kunden aus dem Euroraum orderten zwischen Januar und Juni mit plus 0,3 Prozent etwas mehr als vor einem Jahr. Aus Ländern außerhalb des Währungsraums gingen dagegen 6,6 Prozent mehr Bestellungen ein. „Alles in allem bleibt der Kurs der Auftragseingänge von großen Schwankungen geprägt und damit noch recht undurchsichtig“, so Dr. Gontermann. Produktion und Umsatz bleiben noch rückläufig Die preisbereinigte Produktion lag im Juni dieses Jahres noch 3,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Kumuliert von Januar bis Juni ging sie um 4,1 Prozent zurück. „Seit rund zwei Jahren tendiert der Output der Branche jetzt allenfalls seitwärts“, kommentierte Dr. Gontermann die Entwicklung. Die Erlöse der Elektrounternehmen beliefen sich im Juni 2013 auf 14,3 Milliarden Euro – ein Minus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Inlandsumsatz gab hierbei um 5,2 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro nach. In der Eurozone sanken die Erlöse um 10,8 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, außerhalb nahmen sie dagegen um 4,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu. Im gesamten ersten Halbjahr 2013 lag der Branchenumsatz mit 80,6 Milliarden Euro um 4,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Inland bedeutete dies einen Rückgang um 6,7 Prozent auf 41,0 Milliarden Euro, in der Eurozone um minus 9,7 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro. In Drittländern hingegen war ein Plus von 3,9 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro zu verzeichnen. Ihre Produktionspläne haben die Unternehmen der Branche im Juli dieses Jahres leicht nach unten gesetzt. 14 Prozent der Firmen wollen ihren Output in den kommenden drei Monaten erhöhen, 78 Prozent wollen ihn stabil halten und 8 Prozent verringern. Geschäftsklima gibt im Juli leicht nach Nach zwei Anstiegen in den Vormonaten hat das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im Juli dieses Jahres leicht nachgegeben. Es befindet sich jedoch weiterhin im Plus. Sowohl die Beurteilung ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen der Unternehmen der Branche für die kommenden sechs Monate sind im Juli etwas ungünstiger ausgefallen als noch im Juni. Jetzt bewerten 27 Prozent der Firmen ihre gegenwärtige Situation als gut, 52 Prozent als stabil und 21 Prozent als schlecht. Gleichzeitig gehen 26 Prozent der deutschen Elektrounternehmen von einer anziehenden Geschäftstätigkeit in den nächsten sechs Monaten aus, 65 Prozent der Firmen rechnen mit gleichbleibenden Aktivitäten, neun Prozent mit Rückgängen. Kapazitätsauslastung steigt zu Beginn des dritten Quartals an Die Kapazitätsauslastung in der deutschen Elektroindustrie hat sich zu Beginn des dritten Quartals 2013 erhöht. Sie ist um einen Prozentpunkt von 81,3 Prozent auf 82,3 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung gestiegen. „Damit bleibt sie allerdings immer noch etwas hinter ihrem langfristigen Durchschnittswert von 83 Prozent zurück“, sagte Dr. Gontermann. Die Reichweite der Auftragsbestände ist von 2,4 auf 2,6 Produktionsmonate gestiegen. Hier wird das langjährige Mittel wieder erreicht. Befragt danach, welche Faktoren die Produktion aktuell behindern, geben 20 Prozent der Branchenunternehmen einen Mangel an Aufträgen als größtes Hemmnis an. Vor drei Monaten waren es noch 32 Prozent. Sechs Prozent der Firmen beklagen einen Arbeitskräftemangel als größtes Produktionshindernis, jeweils zwei Prozent Materialknappheit und Engpässe in der Finanzierung.
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2019.06.25 20:13 V13.3.22-2