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© farang-dreamstime.com Elektronikproduktion | 14 Mai 2013

EMS-Analyse - Wie wir hier gelandet sind!

Die EMS-Landschaft ändert sich rasant: Politik, Wirtschaft und Geschäftsklima; alle haben ihren Anteil an diesen Veränderungen. OEMs fordern 'Mehr für Weniger' und bewerten gleichzeitig ihre Partnerschaften neu.

Das globale Outsourcing-Phänomen tritt in eine neue Phase. EMS-Preise steigen; geopolitische Risiken und Unsicherheiten nehmen zu. Und viele OEM-Unternehmen überdenken die eigene globale Fertigungsstrategie (einschließlich der Möglichkeit das Outsourcing für bestimmte Segmente des Produktzyklus komplett aufzugeben).

Die Beziehung zwischen OEM und EMS-Dienstleister ist schwieriger als je zuvor; das Misstrauen sehr hoch. EMS geben unrentablen Kunden den Laufpass. Zur gleichen Zeit fordern OEMs drastische Kostensenkungen und bestehen auf herausfordernde Bedingungen.

Etwas muss geschehen.

Und wenn dies geschieht, dann werden sich die Verschiebungen in den globalen Kapazitäten auf alle Endmärkte und alle Unternehmensgrößen - von Goliath zu David - auswirken.

Marktforscher Charlie Barnhart & Associates hat eine Reihe von Artikeln verfasst, welche die wichtigsten Erkenntnisse aus dem 'Beyond Outsourcing' Bericht diskutiert.

Über die kommenden Monate hinweg werden 5 Artikel publiziert:
  1. Einführung und Hintergrund: Wie wir hier gelandet sind!
  2. 10 Macro Trends des Outsourcing
  3. OEM Risiko-Ranking der EMS-Servicedienstleistungen
  4. Outsourcing Alternativen
  5. Kaufen oder bauen?

Dieser Artikel wird die Serie - mit einer kurzen Beschreibung, wie wir im Jetzt gelandet sind - starten. Ursprünglich haben die OEMs den grössten Teil der Produkte - und Teilprodukte - entwickelt, konstruiert und gefertigt. Daher auch der Name 'Original Equipment Manufacturer'. Mit der Weiterentwicklung der Technologie hin zu pre-packaged und allgegenwärtig (z.B discrete wurde intergrated Logic; modular verdrängte elemental) bewegte sich auch die Produkt-Differenzierung weg von Funktionalität und hin zu Kosten-versus-Leistung.

Dadurch entstand ein hoher Grad an "Produkt Churn" (Produkte am laufenden Band) und Lebenszyklen schrumpften. Das Ergebnis? Umsatzprognosen wurden - aufgrund einer sich ständig ändernden Vorliebe der Verbraucher und einer großen Nachfrage - zunehmend unzuverlässiger. Daher begannen OEMs nach Wegen und Mitteln zu suchen, ihre Fixkosten auf eine variable Basis zu stellen. Es wurde zunehmend schwieriger die Auslastung der eigenen Fabriken korrekt zu prognostizieren und zu steuern.

Die Outsourcing-Branche - zunächst auf Kommissionsbasis - wurde als 'Puffer' genutzt, um diese Berge und Täler in der OEM-Fertigung auszugleichen. Diese Unternehmen gewannen in der Folgezeit - und mit der Erweiterung des Serviceangebots - jedoch zunehmend an Bedeutung. OEMs kürzten Investitionen in die internen Fähigkeiten und Funktionen wurden ausgelagert. Und das immer öfter. Schließlich fingen OEMs an, ihre internen Produktionen zu demontieren und groß angelegte Outsourcing-Programme zu initiieren.

Diese Maßnahmen, verbunden mit den Auswirkungen der Globalisierung und einem beispiellosen (Post Y2K) Wirtschaftsabschwung, schufen ein Ungleichgewicht in Angebot & Nachfrage für die EMS-Industrie (Vorteil für die OEMs). Die Preise für EMS-Dienstleistungen fielen drastisch.

Dieser Vorteil wurde von vielen OEMs ausgenutzt, die sich auf diesen wiederkehrenden Glücksfall stürzten, um erodierende Margen zu stützen. Als die EMS-Preisgestaltung letztlich den Tiefpunkt erreichte, sahen die meisten Unternehmen kaum eine andere Wahl als die bestehende Lieferkette zu sprengen und die Produktion in kostengünstigere Regionen (wie etwa China) zu verlagern.

Dadurch verloren viele mittelständische OEMs ihre unterstützende, lokale und kostengünstige Alternative für frühe oder späte Stadien im Lebenszyklus ihrer Produkte. Viele dieser Unternehmen arrangierten sich und lagerten diese Anforderungen an Zulieferer aus, dessen Wertversprechen kaum mehr als das eines High-Volume-Herstellers für Low-Cost-Produkte in entlegenen Regionen war.

In vielen, wenn nicht den meisten dieser Fälle führte dies zu einer umständlichen, teuren und erfolglosen Lösung. Viele OEMs leiden immer noch unter dieser Entscheidung, da eine ganze Reihe von Anforderungen entweder nur unzureichend bedient oder völlig unerfüllt bleiben . Kurz gesagt: 'Das Kind wurde mit dem Bad ausgeschüttet'. Eine Folge die sicherlich nicht beabsichtigt, aber dennoch sehr real ist. Und während eine Veränderung des Meeresspiegels im Bereich Outsourcing nunmehr unvermeidlich scheint, bleibt eine Frage offen: Wird diese Verschiebung der Gezeiten die entstandenen Probleme letztlich lösen können?

Selbstverständlich; das In-sourcing vieler Elemente des Produkt-Lebenszyklus (einschließlich; Prototyping, NPI, EOL und Support) wäre nicht kostenlos. Es wäre jedoch auch nicht so teuer wie Viele glauben. Qualitativ hochwertige, gut gewartete Geräte aller Art sind in Nordamerika und Westeuropa im Überfluss zu finden. So auch die erforderlichen Personal-Ressourcen. Und für einen mittelständischen OEM - mit Outsourcing-Kosten zwischen USD 50 und 100 Millionen pro Jahr - wäre ein überzeugendes (finanzielles) Argument für In-Sourcing leicht zu finden.

Da die Situation für jeden OEM verschieden ist, sollte auch die Lösung individuell sein. Diese Serie von Artikeln soll eine Diskussion darüber entfachen, wie OEMs ihre Outsourcing-Strategie überdenken können. Ein Neuanfang mit einer reinen Weste, wenn man so will.

Nutzen Sie also die Vorschläge nur als Ausgangspunkt und suchen oder schaffen Sie eine ganz individuelle Lösung; eine Lösung die ergänzt und mit Ihren Anforderungen harmonisiert. Das Wichtigste ist nicht WAS sie wählen, sondern vielmehr DAS Sie wählen. Und zwar eine Life-Cycle-basierte Lösung die sich in Ihre Fertigungsstrategie integrieren lässt.

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2018.07.18 17:55 V10.0.0-1