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© alexander podshivalov dreamstime.com Analysen | 26 April 2013

Verschärfung der Motorenverordnung zu kurzfristig

Um Schlupflöcher der Ökodesign-Richtlinie bezĂŒglich energieeffizienter Motore zu schließen, plant die EuropĂ€ische Kommission eine VerschĂ€rfung der Motoren­verordnung (640/2009) mit einer Übergangsfrist von lediglich 20 Tagen.
Bisher sind von der Ökodesign-Richtlinie Motore ausgenommen, die beispielsweise fĂŒr den Gebrauch in Höhen von ĂŒber 1.000 m (ĂŒber NN), bei einer Umgebungstemperatur von ĂŒber 40° Celsius oder unter minus 15° Celsius vorgesehen sind. Nach den PlĂ€nen der EU sollen die Grenzwerte auf 4.000 m Höhe, 60° Celsius bzw. minus 30° Celsius verschĂ€rft werden. „Vorgesehen ist eine Veröffentlichung der GesetzesĂ€nderung im Amtsblatt im Oktober 2013 praktisch ohne Übergangszeit“, so Gunther Koschnick, Leiter des Fachbereichs Elektrische Antriebe im ZVEI-Fachverband Automation. „So schnell kann das nicht umgesetzt werden. Hier handelt es sich schließlich um drastische VerschĂ€rfungen der technischen Spezifikationen, die konstruktive VerĂ€nderungen nach sich ziehen.“ Er warnt, diese GesetzesĂ€nderung könne Unternehmen insbesondere im Maschinenbau gefĂ€hrden, wenn sie plötzlich den bisherigen Motorentyp nicht mehr verbauen dĂŒrfen. Der ZVEI forderte deshalb gemeinsam mit dem europĂ€ischen Sektorverband CEMEP (ComitĂ© EuropĂ©en de Constructeurs de Machines Electriques et d'Electronique de Puissance) von Anfang an eine ausreichende Übergangszeit bis zur Wirksamkeit der Verordnung. Die Motorenverordnung soll zu mehr Energieeffizienz in der Industrie fĂŒhren. Nach SchĂ€tzungen des ZVEI betrĂ€gt das jĂ€hrliche Einsparpotenzial fĂŒr elektrische Energie alleine bei Antrieben 38 Milliarden Kilowattstunden. Hier sieht der ZVEI das grĂ¶ĂŸte Einsparpotenzial ĂŒberhaupt. Koschnick: „Der ZVEI unterstĂŒtzt deshalb ausdrĂŒcklich das Ziel der EU, die Ausnahmeregelungen einzugrenzen, um mit mehr Energieeffizienz zur Energiewende beizutragen. Hier schießt die Kommission aber ĂŒbers Ziel hinaus. Wir fordern eine realistische Übergangszeit.“
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